Axel Springer trotzt der Branchenflaute
Verlag steigert Gewinn und Umsatz. Chinesischen Markt im Visier
Hamburg/Berlin. Der Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt", "Hamburger Abendblatt", "Hörzu") trotzt der Branchenflaute. So konnte das Unternehmen in den ersten neun Monaten 2004 den Umsatz um 2,4 Prozent auf 1,83 Milliarden und das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen (Ebita) gar um 59,9 Prozent auf 261,8 Millionen Euro steigern. Dabei trug der Vergleich mit Kirch-Media um die insolvente Taurus TV GmbH mit 92,6 Millionen Euro zum Ebita bei. Doch auch ohne diesen Sondergewinn habe das Ergebnis über dem des Vorjahreszeitraums gelegen, betonte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Mathias Döpfner. Er sprach von "außerordentlich erfreulichen Zahlen".
Sollte der Erfolg bei Neueinführungen von Zeitungen und Zeitschriften anhalten, werde der Konzern im Gesamtjahr 2004 sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis besser abschneiden als 2003, sagte Döpfner. Nach der Einführung neuer Titel vor allem in Osteuropa hat Europas größtes Zeitungshaus nun den chinesischen Markt im Blick. "China ist ein hochinteressanter Massenmarkt", so Döpfner. Noch sei es allerdings zu früh, um konkrete Pläne zu nennen. Döpfner schloß aber nicht aus, daß Axel Springer in den kommenden zwölf Monaten eine Zeitschrift wie zum Beispiel "AutoBild" auf dem chinesischen Markt testen werde.
In den ersten drei Quartalen 2004 trug der Bereich Zeitungen zum Umsatz- und Ergebniswachstum stark bei. So erzielte der Verlag hier ein Umsatzplus von 4,5 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Das Ergebnis konnte sogar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel auf 165,2 Millionen Euro gesteigert werden.
Bei Zeitschriften konnte Axel Springer den Umsatz leicht auf 553,5 Millionen Euro erhöhen. Hohe Anlaufkosten für neue Objekte führten allerdings dazu, daß das Ebita in den ersten neun Monaten auf 8,3 Millionen Euro sank. Döpfner sprach von einer "erwarteten Entwicklung". Im Bereich der elektronischen Medien ging der Umsatz um 12,7 Prozent auf 44,8 Millionen Euro zurück.



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