Na dann prost!
Kommentar
Gut gemeint, aber schlecht gemacht: Mit der Besteuerung von Alcopops wollte die Bundesregierung Jugendliche vor den schädlichen Auswirkungen der Mixgetränke bewahren. Doch kaum ist das Gesetz in Kraft, da haben Industrie und Handel auch schon die passenden Alternativen entwickelt. Sie mixen Limonade mit Wein statt mit Wodka, und schon fällt auf die neuen Alcopops keine Sondersteuer mehr an.
Der Wirtschaft ist dabei kein Vorwurf zu machen: Sie nutzt lediglich die Geburtsfehler und Unstimmigkeiten des Gesetzes aus, das branntweinhaltige Mixgetränke mit der Steuer belegt, wein- und bierhaltige aber nicht. Diese Unterscheidung ist logisch nicht mehr nachvollziehbar.
Doch das Gesetz ist nicht nur unwirksam, es ist sogar kontraproduktiv: Durch die Sondersteuer entsteht eine Form von weinhaltigen Mixgetränken, die für Jugendliche legal ab 16 Jahren zu erwerben sind. Die alten Alcopops mit Wodka hingegen waren erst ab 18 Jahren freigegeben.
Die Krönung der handwerklichen Fehlleistung der Regierung ist aber, dass die Sondersteuer nur für Mixgetränke mit einem Alkoholgehalt bis zu zehn Prozent gilt. Wer also einen Mix erfindet, der richtig knallt, kommt ohne Sondersteuer davon. Na dann prost!




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