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Wirtschaft

Probleme der Kinomogule hausgemacht

Kommentar

Eigentlich müssten die deutschen Kinobetreiber vor Freude durch die Leinwand springen. Schließlich gab es noch nie so viele Kassenknüller wie in diesem Sommer. Die Science-Fiction-Parodie "(T)Raumschiff Surprise" von Kultregisseur Michael "Bully" Herbig fliegt von Rekord zu Rekord, und mit dem neuen Will-Smith-Film "I, Robot" steht schon Anfang August der nächste potenzielle Hit in den Startlöchern.

Dennoch sind es vor allem Hiobsbotschaften, die aus der Branche zu hören sind. Der größte Kinobetreiber Kieft & Kieft erwägt die Schließung oder den Verkauf seiner verlustreichen Ufa-Kinos, und auch die deutsche Nummer zwei, Cinemaxx aus Hamburg, hat den Weg aus den roten Zahlen noch nicht geschafft.

Viele der Probleme der Kinomogule sind dabei hausgemacht. Ende der 90er-Jahre konnten die Filmpaläste gar nicht groß genug und eine Stadt gar nicht klein genug sein, um nicht mindestens eine Hand voll Großkinos aufzunehmen. Aus dieser Zeit der Gigantomanie stammen viele Mietverträge, die sich heute als überzogen erweisen. Um auf ihre Kosten zu kommen, müssen die Betreiber Eintrittspreise nehmen, die von vielen Filmfans zu Recht als unverschämt angesehen werden. Eine Familie, die mit zwei Kindern ins Kino geht, kommt mit Popcorn und Cola leicht auf 40 Euro. Doch auch die DVD setzt den Filmtheatern immer mehr zu. Der Vorteil des besseren Sounds und der größeren Leinwand schwindet angesichts von Plasmabildschirmen mit 106 Zentimeter Bildschirmdiagonale und THX-Lautsprechersystemen für das Wohnzimmer.

Vielleicht ist es an der Zeit, sich auf den Kern des Kinos zu besinnen. Der besteht jenseits von Leinwandgröße und Bombast-Sound unter anderem darin, dass es einfach mehr Spaß macht, mit Hunderten von Leuten über einen Gag zu lachen als allein auf dem Sofa - zum Beispiel über Bullys "Vulcanettenluder".

 

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