15.07.04

EU will Zuckerpreise senken

Subventionen sollen abgebaut werden. Protest der Bauern

Brüssel. Mit einer drastischen Reform des Zuckermarktes in Europa sollen nach dem Willen der EU-Kommission die Preise gesenkt werden. Die Brüsseler Behörde nahm gestern entsprechende Vorschläge von Agrarkommissar Franz Fischler an, die sich vor allem auf die großen Zuckerproduzenten Deutschland und Frankreich auswirken werden. Danach sollen der Zuckermarkt von Juli 2005 an schrittweise liberalisiert und die von Brüssel gezahlten Subventionen reduziert werden.

Die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker, die die Branche in Deutschland vertritt, lehnte die Pläne ab. Sie gingen "weit über die tatsächlichen Notwendigkeiten für eine Anpassung des Systems hinaus und gefährden die Zukunft des Zuckerrübenanbaus und der Zuckererzeugung in vielen Regionen Europas", erklärte der Verband.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, nannte die Reform eine "Abstrafung" der Bauern in Europa. "Wenn der Vorschlag so umgesetzt wird, wird nachhaltige und umweltschonende Zuckerproduktion einer Sklavenhalterlandwirtschaft in Brasilien geopfert." Rund 30 Prozent der Arbeitsplätze seien in Gefahr.

Fischler wies die Kritik von Bauern und Industrie zurück. "Die Fakten sprechen eine andere Sprache." Allein in den vergangenen zehn Jahren seien in der Branche 17 000 Industriearbeitsplätze abgebaut worden. Habe es 1990 in der EU noch 240 Raffinerien gegeben, seien es jetzt nur noch 135. Die größten Zuckerproduzenten in der EU sind mit Abstand Deutschland und Frankreich, die allein die Hälfte der in den 25 Mitgliedsstaaten hergestellte Menge produzieren.

An die Adresse der Verbraucher sagte der österreichische Kommissar: "Es wird zu einer deutlichen Senkung der Zuckerpreise kommen." Seinen Angaben zufolge ist der Zuckerpreis in der EU derzeit dreimal so hoch wie der Preis auf dem Weltmarkt. Die Reform sieht vor, die EU-Erzeugungsquote binnen vier Jahren von derzeit 17,4 Millionen Tonnen um 2,8 Millionen auf 14,6 Millionen Tonnen zu reduzieren. Zugleich sollen die Stützungspreise gesenkt und die Subventionen von Exporten nahezu abgeschafft werden. "Von den 1,3 Milliarden Euro, die die EU derzeit für die Exporterstattungen für Zucker ausgibt, wird nicht mehr viel übrig bleiben", so Fischler.

HA
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