13.09.12Messe
Luftfahrtschau ILA öffnet Tore für alle Besucher
Start frei für die Flugzeugfans auf der ILA. Ab Freitag werden mehr als 200.000 Besucher auf dem neuen Messegelände in Schönefeld erwartet.
Foto: picture-alliance
Die Computergrafik zeigt mehrere Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo.
4
Bilder
Berlin. Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Schönefeld öffnet an diesem Freitag (10.00) ihre Hallen und Freiflächen auch für das allgemeine Publikum. Bis Sonntag sind auf einem neuen Messegelände neben dem künftigen Hauptstadtflughafen 270 Flugzeuge, Hubschrauber und unbemannte Flugsysteme zu sehen. Der Veranstalter erwartet insgesamt mehr als 200.000 Besucher. Die ersten drei Tage waren dem Fachpublikum vorbehalten.
+++Umlaufbahn der ersten Galileo-Satelliten vermessen+++
+++Galileo soll Navis noch genauer machen+++
Am Freitag zeigen unter anderem türkische und polnische Staffeln ihre Flugkünste. Fans historischer Maschinen dürfen sich zum Beispiel auf Flüge der fast 80 Jahre alten "Messerschmitt Formation" und der "De Havilland DH 84" freuen. Geplant sind auch mehrere Kurzflüge eines Solar-Leichtflugzeuges, das nur mit Sonnenstrom fliegt.
Spektakuläre Flugeinlagen sind vom Airbus-Militärtransporter A400M zu erwarten. Die Bundeswehr plant zudem am Samstag und Sonntag ein 20-minütiges Programm. Dabei werden acht Kampfflugzeuge, ein Transport-, ein Tankflugzeug sowie ein Transporthubschrauber ihre Fähigkeiten demonstrieren.
Die Ursprünge der ILA gehen bis ins Jahr 1909 zurück. Seit 1992 wird die Luftfahrtschau alle zwei Jahre in Berlin-Schönefeld ausgerichtet. Die ILA ist die drittgrößte Luftfahrtmesse in Europa - hinter Le Bourget in Frankreich und Farnborough in England.
In diesem Jahr sind 1243 Aussteller aus 46 Ländern nach Schönefeld gekommen, das ist eine Rekordbeteiligung. Nach gut einem Jahrzehnt ist auch der US-Hersteller Boeing mit seiner zivilen Flugzeugsparte wieder vertreten. Der neueste Jumbojet, eine Boeing 747-8 von Lufthansa, war aber nur am ersten Tag zu besichtigen. Am Wochenende werden nach Auskunft der Messe entweder ein Riesen-Airbus A380 oder der gewaltige Beluga-Transporter auf dem Flugfeld zu sehen sein, dessen Form an einen Walfisch erinnert.
Empfohlen wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Am Freitag, Samstag und Sonntag fahren von den S-Bahnhöfen Schönefeld und Schichauweg sowie vom U-Bahnhof Rudow kostenfreie Pendelbusse bis zum ILA-Eingang. Wer mit dem Auto kommt, soll nicht seinem Navigationssystem folgen, sondern der ILA-Ausschilderung zum "Parkplatz". Die Gebühr beträgt fünf Euro pro Pkw und Tag.
Mit Material von dpa
Luftfahrtschau ILA: Aussteller, Programm, Höhepunkte
Auf der Internationalen Luftfahrtschau ILA (11. bis 16. September) in Berlin trifft sich die internationale Luftfahrt-Branche. Flugzeug-Fans lockt das Programm mit Neuentwicklungen und den weltgrößten Passagierflugzeugen.
1200 Aussteller präsentieren sich auf der ILA, so viele wie nie zuvor. Darunter sind auch die Branchenriesen Airbus und Boeing. Der US-Flugzeugbauer ist erstmals umfangreich auf der ILA präsent. Die ausstellenden Unternehmen sind unter anderem in der Passagier- und Frachtluftfahrt, dem Militärsektor, der Zulieferindustrie und der Raumfahrt tätig.
270 Fluggeräte sind am Boden und in der Luft zu sehen. Zu Demonstrationsflügen starten historische Messerschmitt-Kampfflugzeuge ebenso wie moderne Jumbo-Jets. Als Höhepunkte haben die Veranstalter Flüge des Militärtransporters A400M und des Großraumfliegers A380 von Airbus angekündigt.
Außerdem ist ein Flugzeug mit Elektroantrieb und integriertem Solarpanel auf den Flügeln zu sehen, das fast lautlos unterwegs sein soll. Auch die deutsche Luftwaffe sowie polnische, finnische und türkische Staffeln zeigen ihre Flugkünste.
Beim Eröffnungsrundgang am 11. September macht sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Bild von der ILA.
Die europäische Weltraumagentur ESA lädt für den 14. September zu einem Astronautentag. Fünf Astronauten und Forscher berichten dort von Experimenten im All und sprechen über die Erforschung von Mond und Mars. (dpa)
EADS – Europäischer Konzern mit Dominanz im Flugzeugbau:
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens.
Europas dominierender Luft- und Raumfahrtkonzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.
Die bekannteste und bedeutendste Tochter der börsennotierten Aktiengesellschaft mit ihren rund 133 000 Mitarbeitern ist der Flugzeughersteller Airbus.
Daneben fertigt EADS auch Propellermaschinen (ATR), Hubschrauber (Eurocopter), Kampfflugzeuge (Eurofighter), Militärtransporter (A400M), Satelliten (Astrium), Lenkwaffen (MBDA), Computer-Sicherheitstechnik und Verteidigungselektronik, aber auch Trägerraketen (Ariane) oder Atomgeschosse.
2011 wuchs der Umsatz um sieben Prozent auf 49,1 Milliarden Euro, der Überschuss sogar um 87 Prozent auf gut eine Milliarde Euro.
Nach einem 2007 vereinbarten Aktionärspakt darf der französische Staat nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen.
Zusammen mit dem Medienkonzern Lagardère kommt die französische Seite nach EADS-Angaben auf rund 22,4 Prozent.
Mit rund 22,4 Prozent ist auch die deutsche Seite an EADS beteiligt.
Bisher hielt DaimlerChrysler rund 15 Prozent und ein Konsortium von Bundesländern, privaten und öffentlichen Banken rund 7,5 Prozent.
Allerdings behielt DaimlerChrysler nach dem ausgehandelten Kompromiss sämtliche Stimmrechte der deutschen Seite.
Daimler will sich von 7,5 Prozent trennen, die staatlich kontrollierte KfW Bankengruppe soll neuer Eigentümer werden, um das deutsch-französische Gleichgewicht bei den Anteilen zu wahren.
Weitere rund 5,4 Prozent an EADS hält die spanische Staatsholding SEPI, 49,3 Prozent sind in Streubesitz.
EADS hat ihren offiziellen Sitz in Amsterdam. In Paris und München sind bisher die beiden Hauptzentren des Konzerns.
Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt.
In Hamburg ist die deutsche Airbus-Tochter beheimatet, die für die deutschen Werke zuständig ist. (dpa)