11.09.12

Flugzeugbauer

Airbus-Chef: "Hamburg hat sich sehr verbessert"

Fabrice Brégier sieht große Flugzeug-Nachfrage in Deutschland. Das Management soll verschlankt werden - was auch Hamburg betrifft.

Foto: dapd/DAPD
Airbus ist optimistisch bei seinen weiteren Prognosen. Seine Werke will der Flugzeugbauer neu strukturieren
Airbus ist optimistisch bei seinen weiteren Prognosen. Seine Werke will der Flugzeugbauer neu strukturieren

Berlin. Airbus rechnet für den deutschen Luftfahrtmarkt mit einem Bedarf von 1020 Neuflugzeugen in den kommenden 20 Jahren. Deutsche Fluggesellschaften würden mehr Flugzeuge als die Airlines aus jedem anderen europäischen Land benötigen. "Weltweit wird Deutschland zu den fünf wichtigsten Abnehmerländern gehören", sagte Airbus-Manager Chris Emerson am Dienstag zum Auftakt der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin. Für ganz Europa werde der Bedarf bei 5840 Fracht- und Passagier-Jets liegen.

Airbus-Chef Fabrice Brégier kündigte zum 1. Januar eine Neustrukturierung der Werke an den europäischen Standorten an. "Airbus ist zu groß, zu schwerfällig geworden", sagte der seit dem 1. Juni an der Airbus-Spitze stehende Franzose. Durch schlankeres Management sollen schnellere Entscheidungen getroffen werden als bisher. Das betrifft auch das Hamburger Werk, in dem demnächst die ersten Exemplare des neuen Bestsellers A320neo entstehen werden. "Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren sehr verbessert", erklärte Brégier.

Es gehe nicht um Stellenabbau, sondern um eine Änderung der internen Arbeitsabläufe und Befugnisse. Den Werksleitern etwa solle eine größere Verantwortung übertragen werden. Darüber soll kommende Woche mit Betriebsräten und Gewerkschaften gesprochen werden. Die Fertigung bei Airbus laufe auf Hochtouren, die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Eine weitere Aufstockung der Produktion bei Airbus auf mehr als 42 Maschinen pro Monat sieht Brégier vorerst aber nicht.

+++ Flugzeugindustrie dämpft Erwartungen +++

Nach seinen Angaben sind die Probleme der feinen Haarrisse in den Tragflächen beim Flaggschiff A380 überwunden. Unter Berufung auf die Berechnungen der Muttergesellschaft EADS bezifferte er die Schadenskosten mit rund 300 Millionen Euro. Von dem doppelstöckigen Mega-Flieger will Airbus pro Jahr 30 Maschinen absetzen. "Diese Anzahl brauchen wir, um die Produktion aufrecht zu erhalten", sagte der Airbus-Chef. Für dieses Jahr sei das Ziel aber nur schwer erreichbar. Bislang fliegen 82 Maschinen des Typs A380 - bestellt wurden insgesamt bisher 257 Exemplare des weltgrößten Passagierjets.

Brégier zeigte sich aber optimistisch, dass vor allem durch wachsende Nachfrage aus China mittel- bis langfristig der Bedarf anziehen werde. Die jüngste Version von Boeings Jumbo-Jet - die 747-8 - sei kein Konkurrent für dieses Großraumflugzeug. Keine andere Maschine weltweit erreiche die Kapazität der A380.

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