04.09.12Kreditwürdigkeit
Moody's senkt EU-Ausblick von "stabil" auf "negativ"
Deutscher Aktienmarkt gibt nach. Stimmung belastet. Gesenkter Ausblick für die Kreditwürdigkeit der EU durch die Ratingagentur.
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Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick von "stabil" auf "negativ" gesenkt
Frankfurt/Main. Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der EU von "stabil" auf "negativ" gesenkt, das Aaa-Rating der Staatengemeinschaft zugleich bestätigt. Der jüngste Schritt spiegele die negativen Ausblicke für die EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande wider, die zusammen für rund 45 Prozent der Haushaltseinnahmen der EU verantwortlich seien, teilte die Ratingagentur am Montag zur Begründung mit.
Es sei angemessen, dass die Kreditwürdigkeit der EU Hand in Hand mit der Kreditwürdigkeit ihrer stärksten Mitgliedsstaaten gehen sollte, hieß es weiter. Zudem bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass Länder mit Aaa-Rating dem Kampf gegen die Schuldenproblematik der EU nicht die erste Priorität einräumten, sondern sich zunächst um ihre eigenen Verbindlichkeiten kümmern könnten.
Das Aaa-Rating der EU bleibt bestehen, weil Moody's nach eigenen Angaben zwei Grundkriterien auch weiterhin erfüllt sieht – die konservative Haushaltführung der EU sowie die Unterstützung ihrer 27 Mitgliedsstaaten.
Moody's hatte im Juli den Kreditausblick für Deutschland auf "negativ" gesetzt, das Spitzenrating Aaa aber beibehalten. (dapd)
Drei Ratingagenturen mit langer Geschichte und US-amerikanischen Wurzeln beherrschen den weltweiten Markt für die Benotung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten:
Standard & Poor's (S&P): Der Ratingriese ist Teil des Gemischtwarenladens McGraw-Hill – ein börsennotierter Medienkonzern, der unter anderem Schulbücher verlegt. An McGraw-Hill wiederum sind große Investmentfonds beteiligt sowie Unternehmenschef Harold McGraw. Bis Ende 2012 soll der US-Konzern aufgespalten werden in eine Bildungs- und eine Finanzmarktsparte, zu der dann auch S&P gehört.
Moody's: Der härteste Konkurrent von S&P ist selbst börsennotiert. Anteile halten bekannte, eher unauffällige Investmentfonds, aber auch Investoren-Legende Warren Buffett, der mit seiner Firma Berkshire Hathaway auf mehr als zehn Prozent der Moody's-Anteile kommt. Als S&P Anfang August die Kreditwürdigkeit der USA von der Topnote AAA auf AA herabstufte, kritisierte Buffett dies scharf. Moody's blieb zunächst bei der Top-Note.
Fitch: Die kleinere Nummer drei geht ebenfalls auf einen US-amerikanischen Gründer zurück, gehört heute aber zu 60 Prozent dem börsennotierten französischen Finanzinvestor Fimalac. Die restlichen Anteile hält der US-Medienkonzern Hearst ("Cosmopolitan", "Elle", ESPN). Hinter Fimalac steht der in Frankreich weit vernetzte Geschäftsmann und Unternehmer Marc Ladreit de Lacharrière. Fitch sitzt in New York und London. (dpa)