31.08.12

IFA 2012

Die Schaltzentrale der Zukunft – AV-Receiver auf der IFA

Ein AV-Receiver ist der Mittelpunkt des Heimkinos: Die großen Hersteller zeigen auf der IFA neue Bedienkonzepte für die Alleskönner.

Foto: dpa-tmn/DPA
Dreh doch mal am Knopf - das 9.2-Kanal-Modell SC-LX86 von Pioneer unterstützt den Netzwerkstandard DLNA. Damit haben es Geräte wie Receiver und PC leichter, sich im Netzwerk zu finden und Dateien zu tauschen
Dreh doch mal am Knopf - das 9.2-Kanal-Modell SC-LX86 von Pioneer unterstützt den Netzwerkstandard DLNA. Damit haben es Geräte wie Receiver und PC leichter, sich im Netzwerk zu finden und Dateien zu tauschen

Berlin. Fernseher, DVD- und Blu-ray-Player sowie die Boxen: Was sie alle verbindet, ist der AV-Receiver. "A" und "V" stehen für "Audio" und "Video". Als Schaltzentrale im Wohnzimmer ist er dafür verantwortlich, dass Töne und Bilder überall in bestmöglicher Qualität ankommen. Auf der IFA in Berlin zeigen die Hersteller den Receiver der Zukunft. Er soll leichter zu bedienen sein und seine Inhalte zunehmend auch vom Rechner, der Netzwerkfestplatte oder aus dem Internet beziehen.

Einen wichtigen Trend haben sich die AV-Receiver von anderen Geräten wie Fernseher und Telefon abgeschaut: "Der Begriff 'Smart' ist inzwischen auch für Receiver sehr wichtig", sagt Thorsten Eckart, Marketingdirektor Europa bei Yamaha. Damit meint er unter anderem neue Bedienkonzepte, bei denen Smartphone und Tablet den Receiver per App steuern. "Gerade für Einsteiger ist das oft leichter zu lernen als eine neue Fernbedienung", erklärt Eckart.

Zudem kann der Receiver über das Handydisplay besser Rückmeldungen und Feedback geben. So gelangen auch Laien zu den etwas ausgefalleneren Funktionen. Vielfach ist es inzwischen zum Beispiel üblich, dass die Receiver ihren Klang automatisch an den Raum anpassen können, in dem sie stehen – das gelingt besser, wenn der Nutzer die Anweisungen des Systems auch versteht.

Solche Ansätze hält auch Roland Krüger vom Receiver-Hersteller Denon für wichtig: "Bei dem wachsenden Funktionsumfang muss man sich als Hersteller zwangsläufig die Frage stellen, wie man den A/V-Receiver für jedermann beherrschbar machen kann." Neben Smartphone-Apps und Installations-Assistenten geht das zum Beispiel über eine Reduzierung der analogen Eingänge – möglich ist das, weil heutzutage ohnehin das Meiste digital über HDMI läuft.

Von Yamaha gibt es auf der Messe die neue Serie Aventage zu sehen. Ein bemerkenswertes Detail ist ein fünfter Standfuß in der Mitte des Gehäuses, der für weniger störende Vibrationen und damit besseren Klang sorgen soll. Außerdem haben sie einen sogenannten Ecomodus, der Strom sparen hilft. Der Preis reicht von 849 Euro für den RX-A820 bis 2049 Euro für das Spitzenmodell RX-A3020.

Die Geräte können zum Beispiel über das Internet auf Radiosender oder Streamingdienste wie Spotify und Last.fm zugreifen. Wichtig für die Vernetzung im Heimnetzwerk ist, dass ein Receiver den Netzwerkstandard DLNA (Digital Living Network Alliance) unterstützt. Damit haben es Geräte wie Receiver und PC leichter, sich gegenseitig im Netzwerk zu finden und Dateien oder Streams miteinander zu tauschen. Tief in die Tasche greifen müssen Verbraucher für dieses Feature nicht: "DLNA gibt es bei uns schon in Modellen ab 350 Euro", sagt Jürgen Timm von Pioneer.

Zu den neuen Receivern des Herstellters gehören die 9.2-Kanal-Modelle SC-LX86, SC-LX76 und SC-LX56. Die zahlreichen Kanäle sind dafür gedacht, über die Zonensteuerung Lautsprechersysteme für mehrere Räume einzurichten. So können Nutzer ein 5.1-System im Wohnzimmer aufbauen, mit dem Receiver gleichzeitig noch Stereoboxen im Schlafzimmer oder der Küche versorgen.

Neben DLNA bieten immer mehr Hersteller auch Apples Standard Airplay an. Dieser ermöglicht den drahtlosen Austausch von Musik und anderen Inhalten zwischen iPhone, iTunes und Endgeräten. Pioneer unterstützt außerdem in mehreren Geräten HTCs eigenen Standard HTC Connect. Der ist im Gegensatz zu Airplay nicht komplett eigenständig, sondern erweitert vorhandene DLNA-Verbindungen.

Mehr Qualität ist für Roland Krüger von Denon ein gutes Stichwort: "Aktuell spielt die Unterstützung für hochauflösende Tonformate eine große Rolle". Denon stellt keine eigenen Geräte auf der IFA aus, der Trend zu Audioformaten ohne Qualitätsverlust zeigt sich aber auch anderswo, wie bei Onkyos neuem Receiver-Flaggschiff TX-NR5010.

"High-Quality-Audio ist zurzeit noch ein Thema für die ganz Audiophilen", sagt Nick Hamada, Produktmanager Europa des Unternehmens. Er rechnet aber damit, dass sich das in Zukunft ändern wird. "Die Infrastruktur dafür ist da: Die Kunden haben immer mehr Speicherplatz, auf Computern, Smartphones und in der Cloud. Und auch die Bandbreite dafür gibt es."

Wichtige Infos für IFA-Besucher
Wichtige Infos für IFA-Besucher
Dauer: 31. August bis 5. September 2012
Öffnungszeiten: 10.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Messegelände Berlin
Eintrittspreise für Privatbesucher:
Vorverkauf bis einen Tag vor Beginn: Tageskarte 11 Euro; Tageskasse: Tageskarte 15 Euro; ermäßigt 11 Euro. Schülerticket 6,50 Euro, Schulklassenticket 35 Euro; Familienticket (2 Erwachsene, 3 Kinder) 31 Euro; Happy-Hour-Ticket 9 Euro (ab 14.00 Uhr)
Verkehrsverbindungen:
Bus: X34, X49, 104, 139, 149, 218 bis Haltestelle Messedamm/ZOB/ICC
S-Bahn: Messe Süd - S3, S9, S75. Messe/Nord/ICC - S41, S42, S46. Westkreuz - S3, S5, S7, S41, S42, S46, S75
U-Bahn: U2 in Richtung Ruhleben, bis U-Bahnhof Kaiserdamm
Auto: Das Leitsystem "Messegelände" an den A10-Abzweigen "Nuthetal", "Oranienburg", "Schönefelder Kreuz" und "Pankow" führt direkt auf die Stadtautobahnen A111, A115 (Avus) und A100 zum AB-Dreieck "Funkturm", Ausfahrt "Messegelände". Fahrer auf der Avus sollten mehr Zeit einplanen, dort wird gebaut. (dpa)
Die IFA 2012
Die IFA 2012
Am 31. August öffnet mit der IFA in Berlin die wichtigste europäische Branchenmesse für Heimelektronik und Haushaltsgeräte. Bis 5. September zeigen die Hersteller auf dem Messegelände unter dem Funkturm dann neue Produkte und ihr aktuelles Sortiment.
Wie viele Aussteller in diesem Jahr auf der IFA vertreten sein werden, wurde noch nicht bekannt. Die Nachfrage nach Standplätzen für die 52. Auflage der Schau sei aber auch in diesem Jahr größer als das Angebot, hieß es. Außerdem soll die Ausstellungsfläche nochmals wachsen.
Im vergangenen Jahr hatten sich 1.441 Aussteller auf 140.200 Quadratmetern den insgesamt 238.000 Besuchern präsentiert. Weil neben Elektronik auch Haushaltsgeräte im Programm sind, nennen die Veranstalter – die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und die Messe Berlin – ihre Schau nicht mehr Internationale Funkausstellung, sondern nur noch kurz IFA.
Neben den Geräteherstellern zeigen sich auf der IFA auch Künstler. Im Sommergarten der Messe sollen in diesem Jahr unter anderen der Komiker und Musiker Helge Schneider sowie Soulsänger Xavier Naidoo auftreten. Eine Tageskarte für die IFA kostet im Vorverkauf 11 und an der Kasse 15 Euro. Schüler zahlen ermäßigt 6,50 Euro. (dapd)
IFA-Trends 2012 auf einen Blick
IFA-Trends 2012 auf einen Blick
Am 31. August startet die Elektronikmesse IFA in Berlin. Die wichtigstens Trends im Überblick:
Smart TV:
Zuletzt haben die Livestreams bei den Olympischen Sommerspielen demonstriert, wie wichtig die Bilder aus dem Internet geworden sind. Die TV-Geräte mit Internet-Anschluss bringen klassisches Fernsehen und Online-Dienste zusammen. Das können auch Angebote von Online-Videotheken oder Facebook sein. Auf der diesjährigen IFA werden mehr Fernseher denn je auch ins Internet gehen können.
OLED:
Die Elektronik-Konzerne haben jahrelang an der Technik geforscht. Die OLED-Displays (Organic Light-Emitting Diode) haben kontrastreiche Farben und sind noch deutlich dünner als aktuelle LCD-Bildschirme. Weil sie aber auch deutlich teurer waren, kamen sie bisher vor allem in Handys zum Einsatz.
Der erste OLED-Fernseher hatte einen Bildschirm in Tablet-Größe, aber einen stolzen Preis von1200 Dollar.mit Hilfe des Internets an die aktuelle Verkehrs- und Wetterlage anpassen. Dieses Jahr stellen Hersteller wie Samsung und LG in Berlin auch große Geräte aus.
Nahtlos von Bildschirm zu Bildschirm:
Video wird mehr denn je auch auf Smartphones und Tablet-Computer gesehen. Die neuen Online-Dienste ermöglichen auch einen komfortablen Wechsel zwischen verschiedenen Geräten. Die Eintrittshürde ist eine gut funktionierende Cloud-Infrastruktur, mit der die Daten abgestimmt werden.
Vernetzt im Auto:
Der Autokonzern Ford war schon vergangenes Jahr auf der IFA dabei und kommt jetzt wieder. Die Vision ist, dass sich das Auto mehr als bisher in den digitalen Lebensstil einfügt. Es soll nicht nur die Musik aus dem Smartphone oder anhand von Karten die Strecke berechnen, sondern den Weg sich mit Hilfe des Internets an die aktuelle Verkehrs- und Wetterlage anpassen. (dpa)
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