Flugbegleiterstreik
Lange Schlangen in Frankfurt - Flüge nach Hamburg gestrichen
Bei der Lufthansa rollt die Streikwelle. Am Freitagmorgen haben die Flugbegleiter um 5 Uhr in Frankfurt die Arbeit niedergelegt.
Frankfurt/Hamburg. Mit langen Schlangen vor den Umbuchungsschaltern hat am Freitagmorgen am Frankfurter Flughafen der erste Streiktag der Lufthansa-Flugbegleiter begonnen. Die Anzeigetafeln im Terminal 1 gaben den Ausfall von Lufthansa-Flügen mit Zielen in Deutschland und Europa bekannt. Gestrichen waren zum Beispiel Verbindungen nach Hamburg, Berlin, Zürich, London und Rom. Rund drei Viertel der Lufthansa-Maschinen sollten aber planmäßig abheben. Trotz des Streiks herrschte in den Terminals am größten Flughafen kein Chaos. Vom Streik überrascht waren die meisten Reisenden nicht.
Flugbegleiter der Lufthansa hatten am frühen Freitagmorgen in Frankfurt ihre Arbeit niedergelegt. Der Ausstand startete um 5 Uhr sollte bis Uhr andauern, wie der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo Nicoley Baublies sagte. Seine Organisation hatte zu dem Ausstand aufgerufen, nachdem die Verhandlungen mit der Lufthansa am Dienstag gescheitert waren.
Nach Angaben von Ufo-Sprecher Alexander Behrens sollen sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge betroffen sein. Gestreikt würde am Freitag ausschließlich auf dem Airport in Frankfurt.
Lufthansa hat ihre Gäste gebeten, sich über die Website www.lufthansa.com über den Status der eigenen Verbindung zu informieren. Die Fluggesellschaft wollte einen möglichst großen Teil ihres Flugplans fliegen, Vorrang haben dabei die Interkontinentalverbindungen.
Die Gewerkschaft hatte am Dienstag nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen den Streik ausgerufen, dem die Mitglieder schon vorab zugestimmt hatten. Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.
+++ Nordflughäfen gelassen: "Wir haben noch keine Betten aufgestellt" +++
Zunächst ließ Ufo-Chef Nicoley Baublies am Donnerstag die Zahl der betroffenen Flughäfen offen. "Ob das ein, zwei oder drei Stationen sind, können wir auch noch nicht sagen." Genaue Uhrzeit und Orte sollten erst sechs Stunden vor Streikbeginn bekanntgegeben werden. "Wenn die Lufthansa das weit vorher weiß, dann wird sie ihre Bemühungen, andere Airlines und Personal an bestreikte Flughäfen zu verschiffen, verstärken", meinte der Gewerkschafter. "Und dann müssten wir in die Fläche gehen und noch mehr Gäste betreffen. Und das möchten wir derzeit noch vermeiden." Ufo organisiert nach eigenen Angaben die Mehrheit der rund 19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa. Es ist der erste Streik der Flugbegleiter in dem Unternehmen.
+++ Ufo: Lufthansa-Flugbegleiter streiken ab Freitag +++
Lufthansa und die verschiedenen Flughäfen bereiteten sich intensiv auf die Streiks der Stewards und Stewardessen vor. Bereits die erste unbestimmte Ankündigung vom Dienstag hatte zu Stornierungen und Umbuchungen geführt. Europas größte Fluggesellschaft will alle technischen Möglichkeiten nutzen, ihre Kunden über Flugausfälle zu informieren. Auch im Streikfall werde eine ganze Reihe von Flügen stattfinden, betonte ein Sprecher. So würden die Töchter Cityline, Eurowings und Germanwings nicht bestreikt.
Für das Lufthansa-Flugprogramm habe man mehrere Notfallszenarien in der Schublade und könne schnell reagieren. Vorrang hätten die Interkontinentalflüge. Über mögliche Gegenmaßnahmen wollte Lufthansa keine Auskunft geben. "Letztlich wollen wir auch noch ein paar Pfeile im Köcher haben", sagte der Sprecher. Kostenlose Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften oder die Bahn seien im Streikfall möglich.
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Die Gewerkschaft plant zunächst an einzelnen Standorten in Deutschland Arbeitsniederlegungen, die wegen der Vernetzung des Flugverkehrs schnell andernorts Auswirkungen haben könnten. Die Gewerkschaft will am Freitag die erste Streikwelle auswerten, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Baublies forderte die Lufthansa auf, ein verbessertes Angebot vorzulegen. "Sollte das nicht passieren, haben wir auch flächendeckende und dauerhafte Streiks in der Schublade." Auf der Ufo-Webseite heißt es: "Es kann sein, dass dieser Arbeitskampf noch sehr lange dauern wird."
Vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie in Berlin rechnen die Flughafen-Verantwortlichen mit Schwierigkeiten, während sich kleinere Airports nicht so betroffen sehen. "Wir informieren unsere Passagiere, dass es möglicherweise zu Verspätungen und Ausfällen kommen kann", sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Sobald klar sei, welche Airports von dem Arbeitskampf der Flugbegleiter betroffen sind, werde man spontan reagieren und etwa Feldbetten aufstellen oder Getränke bereithalten. Auch am zweiten Drehkreuz in München sieht man sich gewappnet.
Weniger im Fokus sehen sich die kleineren Flughäfen: In Hamburg-Fuhlsbüttel sei die Lage erfahrungsgemäß entspannter, hieß es in der Hansestadt. "Hier gibt es normalerweise keine gestrandeten Passagiere. Wenn es Änderungen gibt, können die Passagiere im Normalfall einfach wieder nach Hause gehen." Auch in Düsseldorf gibt sich der Flughafensprecher gelassen und erwartet kleinere Probleme: Betroffen seien in der Regel erfahrene Vielflieger. "Es ist nicht die Familie, die hier strandet."
Die Gewerkschaft hatte am Dienstag nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen den Streik ausgerufen, dem die Mitglieder schon vorab zugestimmt hatten. Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.
Das Unternehmen wies die Darstellung der Ufo zurück, dass rund 2000 Flugbegleiter in die geplante interne Billigfluglinie mit schlechteren Tarifbedingungen verlagert werden sollten. Mindestens 800 der vorgesehenen Kräfte kämen von der Tochter Germanwings, in der vergleichbare Tarifbedingungen bereits gelten.
Mit Material von dpa und dapd

















