31.08.12

Flugbegleiterstreik

Lange Schlangen in Frankfurt - Flüge nach Hamburg gestrichen

Bei der Lufthansa rollt die Streikwelle. Am Freitagmorgen haben die Flugbegleiter um 5 Uhr in Frankfurt die Arbeit niedergelegt.

Foto: dpa/DPA
Die Flugbegleiter streiken ab 5 Uhr morgens in Frankfurt
Die Flugbegleiter streiken seit 5 Uhr am Flughafen in Frankfurt

Frankfurt/Hamburg. Mit langen Schlangen vor den Umbuchungsschaltern hat am Freitagmorgen am Frankfurter Flughafen der erste Streiktag der Lufthansa-Flugbegleiter begonnen. Die Anzeigetafeln im Terminal 1 gaben den Ausfall von Lufthansa-Flügen mit Zielen in Deutschland und Europa bekannt. Gestrichen waren zum Beispiel Verbindungen nach Hamburg, Berlin, Zürich, London und Rom. Rund drei Viertel der Lufthansa-Maschinen sollten aber planmäßig abheben. Trotz des Streiks herrschte in den Terminals am größten Flughafen kein Chaos. Vom Streik überrascht waren die meisten Reisenden nicht.

Flugbegleiter der Lufthansa hatten am frühen Freitagmorgen in Frankfurt ihre Arbeit niedergelegt. Der Ausstand startete um 5 Uhr sollte bis Uhr andauern, wie der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo Nicoley Baublies sagte. Seine Organisation hatte zu dem Ausstand aufgerufen, nachdem die Verhandlungen mit der Lufthansa am Dienstag gescheitert waren.

Nach Angaben von Ufo-Sprecher Alexander Behrens sollen sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge betroffen sein. Gestreikt würde am Freitag ausschließlich auf dem Airport in Frankfurt.

Lufthansa hat ihre Gäste gebeten, sich über die Website www.lufthansa.com über den Status der eigenen Verbindung zu informieren. Die Fluggesellschaft wollte einen möglichst großen Teil ihres Flugplans fliegen, Vorrang haben dabei die Interkontinentalverbindungen.

Die Gewerkschaft hatte am Dienstag nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen den Streik ausgerufen, dem die Mitglieder schon vorab zugestimmt hatten. Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.

+++ Nordflughäfen gelassen: "Wir haben noch keine Betten aufgestellt" +++

Zunächst ließ Ufo-Chef Nicoley Baublies am Donnerstag die Zahl der betroffenen Flughäfen offen. "Ob das ein, zwei oder drei Stationen sind, können wir auch noch nicht sagen." Genaue Uhrzeit und Orte sollten erst sechs Stunden vor Streikbeginn bekanntgegeben werden. "Wenn die Lufthansa das weit vorher weiß, dann wird sie ihre Bemühungen, andere Airlines und Personal an bestreikte Flughäfen zu verschiffen, verstärken", meinte der Gewerkschafter. "Und dann müssten wir in die Fläche gehen und noch mehr Gäste betreffen. Und das möchten wir derzeit noch vermeiden." Ufo organisiert nach eigenen Angaben die Mehrheit der rund 19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa. Es ist der erste Streik der Flugbegleiter in dem Unternehmen.

+++ Ufo: Lufthansa-Flugbegleiter streiken ab Freitag +++

Lufthansa und die verschiedenen Flughäfen bereiteten sich intensiv auf die Streiks der Stewards und Stewardessen vor. Bereits die erste unbestimmte Ankündigung vom Dienstag hatte zu Stornierungen und Umbuchungen geführt. Europas größte Fluggesellschaft will alle technischen Möglichkeiten nutzen, ihre Kunden über Flugausfälle zu informieren. Auch im Streikfall werde eine ganze Reihe von Flügen stattfinden, betonte ein Sprecher. So würden die Töchter Cityline, Eurowings und Germanwings nicht bestreikt.

Für das Lufthansa-Flugprogramm habe man mehrere Notfallszenarien in der Schublade und könne schnell reagieren. Vorrang hätten die Interkontinentalflüge. Über mögliche Gegenmaßnahmen wollte Lufthansa keine Auskunft geben. "Letztlich wollen wir auch noch ein paar Pfeile im Köcher haben", sagte der Sprecher. Kostenlose Umbuchungen auf andere Fluggesellschaften oder die Bahn seien im Streikfall möglich.

+++ Nordflughäfen gelassen: "Wir haben noch keine Betten aufgestellt" +++

Die Gewerkschaft plant zunächst an einzelnen Standorten in Deutschland Arbeitsniederlegungen, die wegen der Vernetzung des Flugverkehrs schnell andernorts Auswirkungen haben könnten. Die Gewerkschaft will am Freitag die erste Streikwelle auswerten, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Baublies forderte die Lufthansa auf, ein verbessertes Angebot vorzulegen. "Sollte das nicht passieren, haben wir auch flächendeckende und dauerhafte Streiks in der Schublade." Auf der Ufo-Webseite heißt es: "Es kann sein, dass dieser Arbeitskampf noch sehr lange dauern wird."

Vor allem an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie in Berlin rechnen die Flughafen-Verantwortlichen mit Schwierigkeiten, während sich kleinere Airports nicht so betroffen sehen. "Wir informieren unsere Passagiere, dass es möglicherweise zu Verspätungen und Ausfällen kommen kann", sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport. Sobald klar sei, welche Airports von dem Arbeitskampf der Flugbegleiter betroffen sind, werde man spontan reagieren und etwa Feldbetten aufstellen oder Getränke bereithalten. Auch am zweiten Drehkreuz in München sieht man sich gewappnet.

Weniger im Fokus sehen sich die kleineren Flughäfen: In Hamburg-Fuhlsbüttel sei die Lage erfahrungsgemäß entspannter, hieß es in der Hansestadt. "Hier gibt es normalerweise keine gestrandeten Passagiere. Wenn es Änderungen gibt, können die Passagiere im Normalfall einfach wieder nach Hause gehen." Auch in Düsseldorf gibt sich der Flughafensprecher gelassen und erwartet kleinere Probleme: Betroffen seien in der Regel erfahrene Vielflieger. "Es ist nicht die Familie, die hier strandet."

Die Gewerkschaft hatte am Dienstag nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen den Streik ausgerufen, dem die Mitglieder schon vorab zugestimmt hatten. Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.

Das Unternehmen wies die Darstellung der Ufo zurück, dass rund 2000 Flugbegleiter in die geplante interne Billigfluglinie mit schlechteren Tarifbedingungen verlagert werden sollten. Mindestens 800 der vorgesehenen Kräfte kämen von der Tochter Germanwings, in der vergleichbare Tarifbedingungen bereits gelten.

Mit Material von dpa und dapd

19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa Classic
19.000 Flugbegleiter bei der Lufthansa Classic
Bei der Lufthansa Passage betreuen rund 19.000 Flugbegleiter die Passagiere.
Ihr Einstiegsgehalt beträgt nach einer zwölfwöchigen Ausbildung 1533,23 Euro zuzüglich einer 16-prozentigen Schichtzulage.
Im Laufe eines Berufslebens steigen die Grundgehälter nach einer vielstufigen Tariftabelle auf bis zu 4000 Euro, für die zusätzlich mit Sicherheitsverantwortung ausgestatteten Purser (sind für das leibliche Wohl der Passagiere zuständig) in der Endstufe auf bis zu 7000 Euro.
Für verschiedene Tochtergesellschaften wie Swiss, Austrian Airlines oder Germanwings gelten abweichende Tarifbedingungen.
Einige Flugbegleiter im Berlin-Verkehr sind auch bei der Leiharbeitsfirma Aviation Power angestellt.
Voraussetzungen für den Berufseinstieg sind unter anderem eine abgeschlossene Schulausbildung, fließend Deutsch und Englisch, eine Mindestgröße von 1,60 Meter und ein "angemessenes Körpergewicht", wie Lufthansa in ihren Bewerbungsunterlagen schreibt. (dpa)
Lufthansa steckt in den roten Zahlen
Lufthansa steckt in den roten Zahlen
Die Lufthansa fliegt derzeit wie die meisten europäischen Konkurrenten rote Zahlen ein.
Im ersten Halbjahr 2012 blieb trotz einer deutlichen Erholung im zweiten Quartal ein operativer Verlust von 20 Millionen Euro (2011: plus 114 Mio).
Grund sind unter anderem die erneut gestiegenen Treibstoffpreise in Verbindung mit dem schwachen Euro, der den Einkauf des Kerosin in US-Dollar verteuert.
Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro zu. Europäische Billigflieger und Konkurrenten aus Asien drücken zudem auf die Gewinnmargen bei den Tickets.
Die Aussichten sind nicht rosig: Das Wachstum bei den Buchungen lasse auch wegen der wirtschaftlichen Probleme in Südeuropa nach, hatte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer kürzlich berichtet.
Aktuell reagiert die Gesellschaft auf die schwächelnde Nachfrage mit einem ausgedünnten Flugplan.
Zur nachhaltigen Ergebnissteigerung hat Lufthansa das Sparprogramm Score aufgelegt, das im Jahr 1,5 Milliarden Euro bringen soll. 3500 von rund 120.000 Jobs weltweit werden gestrichen, Entlassungen sind nicht ausgeschlossen.
Lufthansa muss zudem Milliardeninvestitionen für neue Flugzeuge finanzieren. (dpa)
Lufthansa gehört überwiegend Deutschen
Die Deutsche Lufthansa AG gehört zu mehr als zwei Dritteln tatsächlich Deutschen.
Das geht aus der zuletzt am 2. April veröffentlichen Eigentümerstruktur des DAX-Konzerns hervor.
Danach gehörten 67,8 Prozent der 457 937 572 Stückaktien natürlichen oder juristischen Personen aus Deutschland.
Es folgt Luxemburg mit 9,8 Prozent vor den USA mit 8,1 Prozent und Großbritannien mit 3,2 Prozent.
Auf die übrigen Länder entfallen zusammen 11,1 Prozent.
Größte Einzeleigentümer sind der Finanzinvestor Black Rock und die Fondsgesellschaft Templeton Global Advisors mit jeweils rund 5 Prozent.
Lufthansa hat rund 352 000 Aktionäre.
Der Vorstand hat der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividende von 25 Euro-Cent pro Aktie empfohlen.
Im Jahr zuvor waren es 60 Cent, 2009 gingen die Eigner leer aus. 2008 gab es 70 Cent. (dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

„Du lebst in unseren Herzen weiter.“ Der Hamburger Sportverein „Dersimspor“ trauert um den siebenjährigen Effi, der am Freitagabend nach dem Training der C-Jugend tödlich verunglückte
19.05.13Toter Siebenjähriger
Verein trauert: "Du lebst in unseren Herzen weiter."

Nach dem tödlichen Unfall eines Siebenjährigen am Freitagabend gibt es bislang keinen Beschuldigten. Der Junge war beim Aufstellen eines Tores getroffen worden und im Krankenhaus einem schweren Schäde… mehr...


Landfrust statt Landlust: Im Eichsfeld – in der Karte mit quadratischem Rahmen eingezeichnet – tobt ein Streit zwischen Naturschützern und Bauern
19.05.13"Grünes Band"
Landwirte fürchten kalte Enteignung ihrer Felder

Wo früher die innerdeutsche Grenze das Eichsfeld zerschnitt, soll das "Grüne Band" wachsen. Zwischen Bauern und Naturschützern ist ein erbitterter Streit um Äcker, Wiesen und Öko-Nischen ausgebrochen. mehr...


Gruppenjubel beim FC St. Pauli
19.05.132. Liga
St. Pauli gewinnt 2:1 in Lautern und wird noch Zehnter

Sehenswerte Tore von Daube und Ginczek in der ersten Hälfte. Am Ende mussten die Hamburger aber um den Sieg zittern. Ginczek verpasst mit 18 Treffern knapp die Torjägerkanone der 2. Liga. mehr...


Die Gewinnzahlen des Powerball-Gewinnspiels. Ein Spieler aus Florida gewann die Summe von rund 590 Millonen Dollar
19.05.13Gewinnspiel Powerball
Lotto-Jackpot von 590 Millionen Dollar in USA geknackt

Der Gewinnerschein wurde von einem Spieler in Florida gekauft. Der bislang größte Powerball-Jackpot von umgerechnet etwa 460 Millionen Euro hatte einen Ansturm auf die Lottoscheine ausgelöst. mehr...

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. WirtschaftGerechte LöhneSchweizer zanken über revolutionäres Lohnmodell
  2. 2. WirtschaftGriechenlandDas Selbstbewusstsein ist zurück in Athen
  3. 3. Deutschland„Grünes Band“Landwirte fürchten kalte Enteignung ihrer Felder
  4. 4. AuslandSchiefergasförderungOettinger kündigt EU-Vorstoß zu Fracking an
  5. 5. Henryk M. BroderUmweltbundesamtEine Behörde erklärt die Klimadebatte für beendet
Top-Videos
Block House zeigt:
Matz ab nach dem 0:1 gegen Leverkusen

Nach der Bundesliga-Partie gegen Bayer Leverkusen diskutierten Dieter Matz und Marcus Scholz mit den Ex-Profis Harry Bähre und Klaus Fock…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Auszeichnung

Peter Maffay ist ein "Goldenes Schlitzohr"

2. Liga

Die Bilder zu Lautern - St. Pauli

Die ESC-Party auf der Reeperbahn

Nordseeinsel

Sylter Marsch - vom Ellenbogen bis Hörnum

tb_top_arbeitgeber.jpg
Hamburgs Beste Arbeitgebe…

Erfahren Sie hier mehr über die Preisträger 2013!mehr

tb_umweltp.gif
UmweltPartnerschaft

Lernen Sie hier die UmweltPartner in Hamburg kennen!mehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr