29.08.12Gewinneinbruch
Schifffahrtskrise belastet die NordLB
Norddeutsche Landesbank bekommt Krise in der Schifffahrt immer stärker zu spüren. Der Halbjahresgewinn brach um zwei Drittel ein.
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Weil immer mehr Schiffsgesellschaften Probleme haben, ihre Kredite zu bedienen, stockte die NordLB ihre Risikovorsorge auf
Hannover/. Die Krise in der Schifffahrtsbranche hat der NordLB im ersten Halbjahr das Ergebnis verhagelt. Weil immer mehr Schiffsgesellschaften Probleme haben, ihre Kredite zu bedienen, stockte die Norddeutsche Landesbank ihre Risikovorsorge im Kreditgeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 34 Millionen auf 146 Millionen Euro und damit mehr als das Vierfache auf.
Unter dem Strich brach der Gewinn um zwei Drittel auf 67 Millionen Euro ein, wie die Bank am Mittwoch in Hannover mitteilte.
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"Wir sind operativ weiterhin sehr gut im Geschäft, lassen angesichts der abnehmenden wirtschaftlichen Dynamik sowie der anhaltenden Schiffskrise aber auch Vorsicht walten", sagte Vorstandschef Gunter Dunkel. Viele Reedereien leiden unter hohen Treibstoffpreisen, hartem Wettbewerb und einer sich abschwächenden Weltwirtschaft.
Im Gegensatz zur Commerzbank will sich die NordLB dennoch nicht aus dem Geschäft mit der gebeutelten Branche zurückziehen: "Die Schiffsfinanzierung wird auch zukünftig ein Kerngeschäftsfeld der NordLB bleiben", sagte Dunkel.
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Von dem Gewinnrückgang zeigte sich der Manager nicht überrascht, zumal die Bank ein Jahr zuvor von positiven Sondereffekten profitiert hatte. Für das Gesamtjahr sieht er die NordLB auf Kurs. Die Bank werde ein gutes Ergebnis erzielen, ihr außergewöhnlich gutes Vorjahresergebnis jedoch nicht wiederholen. (dpa)
NordLB: Die Norddeutsche Landesbank
Als Landesbank für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist die NordLB vor allem für die Finanzierung von Projekten der öffentlichen Hand zuständig. Das Institut mit Hauptsitz in Hannover hat sich aber auch als Kreditgeber im Schiffs-, Flugzeug-, Agrar- und Infrastrukturgeschäft einen Namen gemacht. Immer wichtiger werden außerdem Finanzkonzepte für den Ausbau erneuerbarer Energien, etwa für Offshore-Windparks.
Das öffentlich-rechtliche Geldhaus gehört überwiegend dem Land Niedersachsen und den niedersächsischen Sparkassen. In geringerem Umfang sind das Land Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt.
Die NordLB schaffte es, relativ glimpflich und ohne staatliche Hilfe durch die schwere Finanzkrise 2008/2009 zu kommen. Ein Grund hierfür war aus Sicht des Unternehmens die vorsichtige Anlagepolitik. Beim europäischen Bankenstresstest 2010 schnitt die Bank mit einer Kernkapitalquote von 6,2 Prozent dennoch schlecht ab.
Bei einer neuen Untersuchung im vorigen Dezember fiel die NordLB durch – ein Grund war jedoch auch, dass die Prüfer der Europäischen Bankenaufsicht EBA nur bis zum Herbst 2011 umgesetzte Kapitalstärkungen anerkannten.
Insgesamt wurde das Kernkapital der Bank bis zu diesem Sommer um rund 3,3 Milliarden Euro aufgestockt. Aus Sicht von Vorstandschef Gunter Dunkel hatte das Institut dies aus wirtschaftlicher Sicht nicht nötig: Im Geschäftsjahr 2011 steigerte die NordLB ihren Nettogewinn trotz Euro-Schuldenkrise um 71 Prozent auf 536 Millionen Euro.
Das Ziel, in den kommenden Jahren die Verwaltungskosten bei 1,1 Milliarden Euro zu stabilisieren, hänge nicht direkt mit der Prüfung der EU zu den Kapitalstärkungen zusammen, betonte die Bank. (dpa)