20.08.12

IFA 2012

Elektronikmesse setzt auf ein weiteres Rekordjahr

Branche spürt die Eurokrise. IFA hingegen hat Probleme, Platz für alle Aussteller zu finden – Smartphones und Tablet-PCs sei dank.

Foto: dpa/DPA
Themenpaket IFA
Zur IFA 2012 in Berlin bringen die großen Elektronikhersteller wieder ihre aktuellen Highlights nach

Zum Start der IFA (31. August bis 5. September) in Berlin gibt sich die Messe auch in diesem Jahr gewohnt optimistisch. Bereits im vergangenen Jahr war die Ausstellung unter dem Funkturm in Berlin frühzeitig ausgebucht, diesmal werde man erneut bei der vermieteten Fläche zulegen, sagte IFA-Direktor Jens Heithecker.

Konkrete Zahlen nannte er jedoch nicht. Und es werden noch einmal rund 50 Prozent mehr Fachbesucher aus dem Ausland erwartet. Auf besonders großes Interesse stoßen "Smart-TVs" – das sind Fernseher, die mit dem Internet verbunden sind und sich inzwischen auch über das Tablet oder Smartphone steuern lassen.

+++ Smart und vernetzt: Die Trends der IFA 2012 +++

+++ Evolution statt Revolution lautet das Messe-Motto 2012 +++

Dabei steht die Branche der Unterhaltungselektronik unter erheblichem Druck. Schwergewichte wie Sharp und Sony rutschten zuletzt tief in die roten Zahlen. Philips lagerte die Produktion und Vermarktung seiner Fernseher in ein Joint Venture aus. Die Produktion von Displays für Flachbildfernseher und Monitore ist teuer, der Absatz blieb allerdings weltweit hinter den Erwartungen zurück. Zugleich tobt in der Branche der Unterhaltungselektronik ein anhaltend harter Preiskampf, der vielen Unternehmen zu schaffen macht.

Neue TV-Modelle mit verbesserte Technologie und größeren Displays sind traditionell die Flaggschiffe der IFA. Erste Geräte mit der neuen Display-Technologie OLED, die etwa LG Electronics und Samsung im Gepäck haben, geben das Fernsehbild künftig noch kontrastreicher und brillanter wieder. Unter anderem hatte Sony die Technologie für die Produktion der dünnen Displays lange vorangetrieben, wegen der hohen Entwicklungskosten allerdings vor einigen Jahren eingestellt. Die organischen, hauchdünnen Displays – LG stellt einen Flachbildfernseher mit nur noch 4 Millimeter dünnem Bildschirm vor - können inzwischen auch in großen Größe in größerer Stückzahl hergestellt werden und sollen zunächst im gehobenen Preisegement auf den Markt kommen.

+++ Abendblatt-Special zur IFA 2012 in Berlin +++

Sportliche Großereignisse haben der TV-Branche laut Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) wie stets auch in diesem Jahr positive Impulse beschert. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres hat die Branche mit 3,1 Milliarden Euro insgesamt 13,8 Prozent mehr Umsatz erzielt als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Alle verkauften Geräte sind laut aktuellem Cemix-Index, den die gfu gemeinsam mit der Marktforschung GfK und dem Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT) regelmäßig erstellt, HD-tauglich. Schon mehr als die Hälfte der Geräte – 55 Prozent – hat einen Internet-Anschluss.

Die Branche profitiert derzeit aber auch von dem Umstand, dass selbst in Zeiten knapper Kassen die Verbraucher eher auf Restaurant-Besuche verzichten oder am Auto und am Urlaub sparen als an Unterhaltungselektronik. Das zumindest ergab jüngst eine Studie der Fachhändler-Vertriebsorganisation Euronics.

Zunehmend stehlen allerdings Smartphones den traditionellen Flaggschiffen der Branche die Show. Laut Cemix-Index haben die mobilen Allrounder zwar noch nicht, wie von Euronics für das laufende Jahr ermittelt, beim Umsatz die Fernsehgeräte abgehängt. Doch mit 2,9 Milliarden Euro, einem Plus von 31,3 Prozent, rücken die iPhones und Android-Handys den Fernsehern mit 3,1 Milliarden Euro Umsatz im ersten Halbjahr bereits deutlich auf die Fersen.

Während Smartphones mit Android und iOS derzeit den Markt absolut beherrschen, steht Microsoft mit seinem neuen Windows Phone 8 in den Startlöchern. Microsoft-Partner Nokia hat bereits für den 5. September, dem letzten Tag der IFA, die Fachpresse nach New York eingeladen. Der finnische Handy-Hersteller könnte dort mit der Ankündigung eines Windows-Smartphones Apple und dessen erwartetem iPhone 5 zuvorkommen. Ausgeschlossen ist aber nicht, dass möglicherweise andere Hersteller die IFA nutzen werden, um dort in Berlin ihre Windows Phone-8-Modelle zu präsentieren.

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Wichtige Infos für IFA-Besucher
Wichtige Infos für IFA-Besucher
Dauer: 31. August bis 5. September 2012
Öffnungszeiten: 10.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Messegelände Berlin
Eintrittspreise für Privatbesucher:
Vorverkauf bis einen Tag vor Beginn: Tageskarte 11 Euro; Tageskasse: Tageskarte 15 Euro; ermäßigt 11 Euro. Schülerticket 6,50 Euro, Schulklassenticket 35 Euro; Familienticket (2 Erwachsene, 3 Kinder) 31 Euro; Happy-Hour-Ticket 9 Euro (ab 14.00 Uhr)
Verkehrsverbindungen:
Bus: X34, X49, 104, 139, 149, 218 bis Haltestelle Messedamm/ZOB/ICC
S-Bahn: Messe Süd - S3, S9, S75. Messe/Nord/ICC - S41, S42, S46. Westkreuz - S3, S5, S7, S41, S42, S46, S75
U-Bahn: U2 in Richtung Ruhleben, bis U-Bahnhof Kaiserdamm
Auto: Das Leitsystem "Messegelände" an den A10-Abzweigen "Nuthetal", "Oranienburg", "Schönefelder Kreuz" und "Pankow" führt direkt auf die Stadtautobahnen A111, A115 (Avus) und A100 zum AB-Dreieck "Funkturm", Ausfahrt "Messegelände". Fahrer auf der Avus sollten mehr Zeit einplanen, dort wird gebaut. (dpa)
Die IFA 2012
Die IFA 2012
Am 31. August öffnet mit der IFA in Berlin die wichtigste europäische Branchenmesse für Heimelektronik und Haushaltsgeräte. Bis 5. September zeigen die Hersteller auf dem Messegelände unter dem Funkturm dann neue Produkte und ihr aktuelles Sortiment.
Wie viele Aussteller in diesem Jahr auf der IFA vertreten sein werden, wurde noch nicht bekannt. Die Nachfrage nach Standplätzen für die 52. Auflage der Schau sei aber auch in diesem Jahr größer als das Angebot, hieß es. Außerdem soll die Ausstellungsfläche nochmals wachsen.
Im vergangenen Jahr hatten sich 1.441 Aussteller auf 140.200 Quadratmetern den insgesamt 238.000 Besuchern präsentiert. Weil neben Elektronik auch Haushaltsgeräte im Programm sind, nennen die Veranstalter – die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und die Messe Berlin – ihre Schau nicht mehr Internationale Funkausstellung, sondern nur noch kurz IFA.
Neben den Geräteherstellern zeigen sich auf der IFA auch Künstler. Im Sommergarten der Messe sollen in diesem Jahr unter anderen der Komiker und Musiker Helge Schneider sowie Soulsänger Xavier Naidoo auftreten. Eine Tageskarte für die IFA kostet im Vorverkauf 11 und an der Kasse 15 Euro. Schüler zahlen ermäßigt 6,50 Euro. (dapd)
IFA-Trends 2012 auf einen Blick
IFA-Trends 2012 auf einen Blick
Am 31. August startet die Elektronikmesse IFA in Berlin. Die wichtigstens Trends im Überblick:
Smart TV:
Zuletzt haben die Livestreams bei den Olympischen Sommerspielen demonstriert, wie wichtig die Bilder aus dem Internet geworden sind. Die TV-Geräte mit Internet-Anschluss bringen klassisches Fernsehen und Online-Dienste zusammen. Das können auch Angebote von Online-Videotheken oder Facebook sein. Auf der diesjährigen IFA werden mehr Fernseher denn je auch ins Internet gehen können.
OLED:
Die Elektronik-Konzerne haben jahrelang an der Technik geforscht. Die OLED-Displays (Organic Light-Emitting Diode) haben kontrastreiche Farben und sind noch deutlich dünner als aktuelle LCD-Bildschirme. Weil sie aber auch deutlich teurer waren, kamen sie bisher vor allem in Handys zum Einsatz.
Der erste OLED-Fernseher hatte einen Bildschirm in Tablet-Größe, aber einen stolzen Preis von1200 Dollar.mit Hilfe des Internets an die aktuelle Verkehrs- und Wetterlage anpassen. Dieses Jahr stellen Hersteller wie Samsung und LG in Berlin auch große Geräte aus.
Nahtlos von Bildschirm zu Bildschirm:
Video wird mehr denn je auch auf Smartphones und Tablet-Computer gesehen. Die neuen Online-Dienste ermöglichen auch einen komfortablen Wechsel zwischen verschiedenen Geräten. Die Eintrittshürde ist eine gut funktionierende Cloud-Infrastruktur, mit der die Daten abgestimmt werden.
Vernetzt im Auto:
Der Autokonzern Ford war schon vergangenes Jahr auf der IFA dabei und kommt jetzt wieder. Die Vision ist, dass sich das Auto mehr als bisher in den digitalen Lebensstil einfügt. Es soll nicht nur die Musik aus dem Smartphone oder anhand von Karten die Strecke berechnen, sondern den Weg sich mit Hilfe des Internets an die aktuelle Verkehrs- und Wetterlage anpassen. (dpa)
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