17.08.12Spritkosten
Benzinpreise wieder kurz vor Allzeithoch
Autofahrer müssen erneut tiefer in die Tasche greifen. Die neuen Preise erreichen fast die Rekordwerte vom April, die Rohölpreise sind gestiegen.
Von abendblatt.de
Foto: dpa
Die Preise an den Tankstellen erreichen fast das Allzeithoch vom April
Hamburg/München. Wenn Autofahrer die Tankstellen ansteuern, müssen sie mal wieder mehr Geld für die Tankfüllung berappen: Die Spritpreise in Deutschland nähern sich dem Höchststand vom April, der am 18. April bei 1,674 Euro je Liter Super E10 lag.
Ein Liter Super E10 kostete zuletzt im bundesweiten Durchschnitt 1,667 Euro und damit 4,7 Cent mehr als vor einer Woche, wie der ADAC am Freitag in München mitteilte. Zum Rekordpreis vom 18. April mit 1,674 Euro fehlt weniger als ein Cent.
+++ Benzin- und Heizölpreise wieder auf dem Weg nach
oben +++
+++ Alternativen zu Benzin und Diesel wenig gefragt +++
Auch Diesel verteuerte sich um 4,2 Cent und kostet derzeit im Mittel 1,523 Euro pro Liter. Laut Automobilclub folgen die Kraftstoffpreise den höheren Rohölnotierungen. Ein Barrel (etwa 159 Liter) der Sorte Brent kostet zurzeit 114 Dollar (92 Euro).
Auch die
Heizölpreise
waren in dieser Woche schon auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen, was ebenfalls auf die hohen Rohölpreise zurückzuführen ist. Das Ölembargo gegen den Iran und abnehmende Lagerbestände in den USA geben dem Ölpreis nach Branchenangaben Auftrieb. Dazu kommt der schwache Euro. Außerdem ist im Sommermonat August Hauptferien- und Reisezeit, auch in den USA, so dass die Nachfrage gestiegen ist.
Für Reisende empfiehlt der ADAC für das Wochenende, an dem in vielen Bundesländern die Ferien enden, sich vor dem Tanken nach günstigen Anbietern umzusehen und besonders teure Tankstationen zu meiden.
Mit Material von dpa/dapd
1. Defensiv fahren. Jeder Tritt aufs Bremspedal kostet Geld. Deshalb vorausschauend fahren, vor roten Ampeln ausrollen lassen, keine Blitzstarts.
2. Motor ausschalten. Stau, Schranken, lange Ampelschaltungen - schon bei Wartezeiten von einer Minute lohnt es sich, den Motor auszuschalten.
3. Energieverbrauch senken. Extras wie Klimaanlagen und elektrische Fensterheber erhöhen den Spritverbrauch. Geöffnete Fenster, die den Luftwiderstand verstärken, allerdings auch.
4. Untertourig fahren. Frühes Hochschalten in den nächsten Gang, vor allem aus dem ersten, spart auch einige Tropfen Sprit.
5. Regelmäßig warten lassen. Prüfen Sie den Reifendruck regelmäßig, nutzen Sie hochwertiges Öl, lassen Sie den Wagen regelmäßig darauf prüfen, ob alles richtig eingestellt ist.
6. Gewicht reduzieren. Jede Kiste Wasser im Kofferraum, jeder Gepäckträger erhöht den Benzinverbrauch.
7. Reihenfolge einhalten. Stellen Sie den Motor erst an, wenn Sie wirklich losfahren wollen - Spiegel und Sitz besser bei ausgeschaltetem Motor einstellen.
8. Tempolimits einhalten. Jede Statistik zeigt, dass überhöhte Geschwindigkeit mehr Geld und Nerven kostet als Zeit spart.
Wie sich der Benzinpreis zusammensetzt
Der Benzinpreis an der Tankstelle setzt sich überwiegend aus Steuern und dem Einkaufspreis am europäischen Großmarkt für Ölprodukte in Rotterdam zusammen.
Je Liter Benzin werden festgeschriebene 65,5 Cent Mineralölsteuer fällig, außerdem werden 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben.
Zieht man noch den Einkaufspreis ab, der im Januar – dies sind die neusten Daten - durchschnittlich bei 56,1 Cent lag, bleibt in der Rechnung des Branchenverbandes der sogenannte Deckungsbeitrag (Januar: 10,8 Cent).
Daraus müssen auch die Kosten für die Tankstelle, Transport, Lagerung, Werbung, Verwaltung und die Beimischung von Biokomponenten gedeckt werden.
Als Gewinn streben die Ölgesellschaften einen Cent je Liter an.
In der aktuellen Studie des Energieexperten Steffen Bukold wird geschrieben, dass sich die Bruttomarge der Mineralölwirtschaft (Tankstellenpreis minus Rohölpreis) von 11,5 Cent Ende November 2011 auf 16,3 Cent je Liter Superbenzin Anfang März 2012 erhöht habe.
Darin ist nicht nur der Gewinn der Tankstellen enthalten, sondern ebenso die Marge der Raffinerien.
Bei der abweichenden Darstellung der Mineralölwirtschaft ist der Gewinn der Raffinerien in der Position der Einkaufskosten enthalten. (dpa)