17.08.12

Tarifverhandlungen

Lufthansa droht Streik der Flugbegleiter

Die Kabinengewerkschaft UFO entscheidet am Freitag über Streik. Sie fordert fünf Prozent höhere Entgelte und mehr Gewinnbeteiligung.

Foto: dpa/DPA
Lufthansa-Flugbegleiter stimmen für Streik
Der Lufthansa droht ein Streik der Flugbegleiter

Frankfurt/Main. Ein Streik der Lufthansa-Flugbegleiter wird immer wahrscheinlicher: Am Freitagvormittag hat der Vorstand der Gewerkschaft UFO seine Beratungen zu den jüngsten Tarifverhandlungen bei der Fluggesellschaft begonnen, wie ein Sprecher in Frankfurt berichtete. Am Mittag will die Gewerkschaft das Ergebnis ihrer Beratungen mitteilen.

Aus Kreisen hatte es zuvor geheißen, dass man voraussichtlich das Scheitern der Verhandlungen erklären werde. Die Lufthansa soll neue Gegenforderungen erhoben haben. Ein Streik der rund 18.000 Flugbegleiter könnte schnell einberufen werden, weil die UFO-Mitglieder ihn bereits in einer Urabstimmung mit großer Mehrheit von 97,5 Prozent befürwortet haben. Diese Zahl sei ein deutliches Signal der Entschlossenheit an den Lufthansa-Vorstand, erklärte der Vorsitzende der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO), Nicoley Baublies, am Mittwoch (8. August) in Frankfurt.

+++ Tarifverhandlungen bei der Lufthansa drohen zu scheitern +++

+++ Lufthansa-Flugbegleiter stimmen für Streik +++

In dem Tarifkonflikt geht es offiziell nur um die Gehälter und Gewinnbeteiligungen von rund 18.000 Flugbegleitern, eigentlich aber um die künftige Aufstellung der größten Fluggesellschaft Europas. UFO will erklärtermaßen die Leiharbeit an Bord von Lufthansa-Maschinen unterbinden und zudem verhindern, dass die Beschäftigten der geplanten Direktflugtochter tariflich niedriger eingestuft werden.

Hinter den Kulissen geht es aber auch um den geplanten Umbau des Luftfahrtkonzerns, der mit dem Programm "Score" 1,5 Milliarden Euro im Jahr sparen will.

Die Aussicht auf einen Streik des Kabinenpersonals bei der Lufthansa hat die Aktien der Fluggesellschaft am Freitag belastet. Die Papiere verloren 1,5 Prozent auf 9,84 Euro und waren damit schwächster Dax -Wert.

Mit Material von dpa/Reuters

Lufthansa gehört überwiegend Deutschen
Die Deutsche Lufthansa AG gehört zu mehr als zwei Dritteln tatsächlich Deutschen.
Das geht aus der zuletzt am 2. April veröffentlichen Eigentümerstruktur des DAX-Konzerns hervor.
Danach gehörten 67,8 Prozent der 457 937 572 Stückaktien natürlichen oder juristischen Personen aus Deutschland.
Es folgt Luxemburg mit 9,8 Prozent vor den USA mit 8,1 Prozent und Großbritannien mit 3,2 Prozent.
Auf die übrigen Länder entfallen zusammen 11,1 Prozent.
Größte Einzeleigentümer sind der Finanzinvestor Black Rock und die Fondsgesellschaft Templeton Global Advisors mit jeweils rund 5 Prozent.
Lufthansa hat rund 352 000 Aktionäre.
Der Vorstand hat der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividende von 25 Euro-Cent pro Aktie empfohlen.
Im Jahr zuvor waren es 60 Cent, 2009 gingen die Eigner leer aus. 2008 gab es 70 Cent. (dpa)
Die Lufthansa in Zahlen
Die Lufthansa in Zahlen: Die wichtigsten Kennzahlen der Lufthansa für das Jahr 2011 (in Klammern: Veränderung zum Vorjahr).
Umsatz: 28,7 Milliarden Euro (plus 8,6 Prozent), davon mit Flugverkehr: 23,8 Milliarden Euro (plus 10,8 Prozent)
operativer Gewinn: 820 Millionen Euro (minus 19,6 Prozent)
Konzernergebnis (nach IFRS): minus 13 Millionen Euro (minus 1.144 Millionen Euro)
Dividende pro Aktie: 25 Cent (minus 35 Cent)
Dividendenrendite: 2,7 Prozent (minus ein Prozentpunkt)
Fluggäste: 100,6 Millionen (plus 8 Prozent) (dapd)
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