Europas größte Airline
Fluglinien scheitern mit Millionen-Klage gegen GdF
Gewerkschaft rief Lotsen zum Streik dauf. Lufthansa, Air Berlin und Ryanair wollten dafür 3,3 Millionen Euro Entschädigung. Gericht weist Klage ab.
Frankfurt/Main. Die Fluglotsen-Gewerkschaft GdF muss keinen millionenschweren Schadenersatz an Fluggesellschaften wegen des Aufrufs zum Streik zahlen. Das Frankfurter Arbeitsgericht lehnte eine Klage von Lufthansa, Air Berlin sowie Ryanair am Donnerstag ab.
Die Aufrufe zu den Arbeitsniederlegungen im August 2011 hätten sich nicht gegen die Fluglinien gerichtet, sondern gegen den Arbeitgeber der Lotsen, die Deutsche Flugsicherung, begründete Arbeitsrichterin Natascha Ahmad das Urteil.
Die Fluggesellschaften hatten argumentiert, dass allein die Streikaufrufe für große Verunsicherung bei Kunden gesorgt hätten und deshalb weniger Flüge gebucht worden seien. Den Schaden daraus taxierten die Airlines auf 3,3 Millionen Euro - das Geld wollten sie nun von der Klein-Gewerkschaft zurück.
+++ Februar 2012: Gericht beendet Streik – GdF verzichtet auf Berufung +++
+++ März 2012: Flughafenbetreiber Fraport spürt den GdF-Streik +++
Mit dem Sieg ist der Streit für die Gewerkschaft aber noch nicht ausgestanden. "Wir sehen uns in unserer Rechtsauffassung bestätigt, aber es ist kein letztinstanzliches Urteil", sagte ein GdF-Sprecher unmittelbar nach der Verhandlung. Der Anwalt der Fluggesellschaften, Thomas Ubber, kündigte an, nach einer Prüfung des Urteils aller Wahrscheinlichkeit nach in Berufung gehen zu wollen. "Hier müssen grundsätzliche Fragen geklärt werden, weshalb die Sache bis vor das Bundesarbeitsgericht gehen wird." Der Gang durch die Instanzen dürfte zwei Jahre zu dauern.
Hintergrund des Gerichtsstreits ist eine mit harten Bandagen geführte Tarifauseinandersetzung zwischen der GdF und der bundeseigenen Flugsicherung im vergangenen Jahr. Nachdem sich die beiden Parteien auch nach monatelangen Verhandlungen nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnten, rief die Gewerkschaft die Fluglotsen in den Ausstand.
Die Streiks hätten den gesamten Flugverkehr in Deutschland lahmgelegt. Dazu kam es aber nicht – beide Streiks wurden in letzter Minute abgeblasen.
+++ Lufthansa wieder auf Erholungskurs +++
Bereits vor fünf Monaten konnten die Fluglotsen einen Gerichtssieg gegen die Airlines davon tragen. Die Lufthansa und andere Fluglinien waren beim Frankfurter Arbeitsgericht mit einer Schadenersatzklage über 32.000 Euro gegen die GdF abgeblitzt. Dabei ging es um einen Tarifkonflikt aus dem Jahr 2009, in dem die Fluglotsen in Stuttgart aus Solidarität mit Beschäftigten der Vorfeldkontrolle die Arbeit niedergelegt hatten.
Mit Material von rtr

















