Neue Yahoo-Managerin
Marissa Mayer krempelt Konzern um – Aktionäre verärgert
Nach ihrem Wechsel von Google zu Yahoo stellt die schwangere Chefin alles auf Prüfstand und behält das Geld aus dem Alibaba-Verkauf ein.
Sunnyvale. Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer , die erst im Juli von Google kam , dreht beim einstigen Internetpionier werdie Aktionäre vor den Kopf. Sie stellte am Donnerstag zahlreiche Entscheidungen ihrer Vorgänger in Frage - darunter auch das Versprechen, die Milliarden aus dem Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetunternehmen Alibaba auszuschütten. Die Yahoo-Aktie fiel nachbörslich um 4 Prozent.
Der Chefjob bei Yahoo gilt als einer der schwierigsten in der Internet-Branche und ist zugleich ein Schleudersitz: Carol Bartz wurde nach zwei Jahren wegen Erfolglosigkeit gefeuert , Mayers Vorgänger Scott Thompson stolperte nach einigen Monaten über einen gefälschten Lebenslauf. Fünf Jahre an der Yahoo-Spitze überstanden nur die ersten beiden Chefs: Tim Koogle von 1995 an und Terry Semel ab 2001.
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Yahoo erklärte in einer Börsenmitteilung, dass sich Mayer zusammen mit dem Verwaltungsrat die Wachstums- und Übernahmestrategie des Unternehmens anschaue, dazu den Restrukturierungsplan sowie die anvisierte Kapitalzuteilung und den Kassenbestand. Ziel sei es, langfristig Wert für die Anteilseigner zu schaffen. Oder im Klartext: Yahoo auf Vordermann zu bringen und damit den Aktienkurs zu steigern.
Kurzfristig würden die Aktionäre aber in die Röhre schauen: Der Alibaba-Verkauf soll mindestens 6,3 Milliarden Dollar in bar einbringen. Beinahe alles Geld, was nach Steuern übrig bleibt, war eigentlich den Aktionären versprochen worden – etwa in Form eines Aktienrückkaufs. Der Abschluss des Verkaufs wird gegen November erwartet.
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Mayer war Mitarbeiterin Nummer 20 bei Google. Sie fing vor 13 Jahren bei der aufstrebenden Internetfirma an und verantwortete lange Zeit das wichtige Suchmaschinen-Geschäft. Sie gilt als verantwortlich für das schlichte Design der Website. Zuletzt leitete die 37-Jährige die Geo-Dienste und lokalen Services bei Google.
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Nun muss sie die schleppend laufenden Yahoo-Geschäfte ankurbeln. Mayer will das Internet-Urgestein wieder zu einer Innovationsmaschine machen, um gegen Rivalen wie Google oder Facebook bestehen zu können. Das aber kostet Geld und braucht Mitarbeiter. Wenn Mayer die Milliarden in der Kasse behalten würde, brächte ihr das zusätzliche Feuerkraft.
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Das alte Management war noch auf Sparen eingestellt, weil die Haupteinnahmequellen von Yahoo vor sich hindümpeln: die grafischen Werbeanzeigen und der Verkauf von bevorzugten Platzierungen in der Trefferliste der Suchmaschine. Derzeit läuft ein Stellenabbau, dem 2000 von 14.000 Beschäftigte zum Opfer fallen sollen. Dagegen hatten Google oder auch Facebook ihre Mannschaften bis zuletzt aufgestockt.
Wohin die Reise bei Yahoo nun genau geht, hat Marissa Mayer noch nicht verraten. Die 37-Jährige ist ein Star im Silicon Valley und eines der bekanntesten Gesichter der Technologieszene überhaupt. Sie erwartet im Oktober ihr erstes Kind. Sie wolle dann nur für wenige Wochen eine Auszeit nehmen, hieß es.
Mit Material von dpa

















