Übernahmepoker um Rhön-Klinikum
Fresenius bietet erneut – Rhön muss dafür zahlen
Der erste Versuch scheiterte. Doch Fresenius legt nach, um die Konkurrenz zu schlucken. Rhön-Klinikum reagiert bedeckt auf Offerte.
Frankfurt. Der Vorstand von Rhön-Klinikum lässt offen, ob er ein zweites Übernahmeangebot von Fresenius unterstützen würde. "Es ist noch zu früh, darüber zu spekulieren", sagte Rhön-Klinikum-Finanzchef Erik Hamann am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
"Wir werden warten, bis ein Angebot auf dem Tisch liegt." Der Rhön-Vorstand und die Finanzaufsicht BaFin müssen zustimmen, wenn Fresenius innerhalb eines Jahres ein neues Angebot für die fränkische Firma vorlegt.
+++ Fresenius will bald zweiten Versuch starten +++
+++ Milliarden-Übernahme von Rhön-Klinikum platzt +++
Der erste Versuch, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu schlucken, war Ende Juni gescheitert, weil Fresenius nicht wie angestrebt gut 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammelte. Diese Hürde hatte Fresenius-Chef Ulf Schneider gesetzt, weil diese Zustimmungsquote in der Rhön-Satzung für Kapitalmaßnahmen und Satzungsänderungen vorgesehen ist.
Schneider bastelt Branchen- und Finanzkreisen zufolge jedoch derzeit an einem zweiten Anlauf zur Übernahme von Rhön. Dabei werde sich Fresenius vermutlich zunächst mit einer Mehrheit mit 50 Prozent plus einer Aktie zufriedengeben, sagten drei mit dem Prozess vertraute Personen.
Der im Juni gescheiterte Übernahmeversuch durch Fresenius kommt den Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum indes teuer zu stehen. Denn dadurch sind bei dem Unternehmen Beratungskosten in Millionenhöhe angefallen. Zusammen mit Belastungen aus dem Uniklinikum Gießen Marburg ist der Gewinn in den ersten sechs Monaten eingebrochen, wie der MDax-Konzern ebanfalls am Donnerstag mitteilte.
In den ersten sechs Monaten sei der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 45 Prozent auf 48,9 Millionen Euro gefallen. Höhere Zinsen und höhere Tarifabschlüsse hätten den Gewinn ebenfalls gedrückt. Der Umsatz legte dank gestiegener Patientenzahlen um 7,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu.
"Das Konzernergebnis des ersten Halbjahres ist für uns nicht zufriedenstellend", so der Konzernchef Wolfgang Pföhler im Zwischenbericht. Die Umsatzzahlen zeigten aber, dass Rhön-Klinikum auf einem guten Weg sei. Der Vorstandschef bekräftigte die jüngst gesenkte Jahresprognose – schloss aber weitere Belastungen durch den Ende Juni gescheiterten Übernahmeversuch durch Fresenius nicht aus. Beim Umsatz wird weiterhin ein Anstieg auf 2,85 Milliarden Euro angepeilt.
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Aktuell gehören zum Rhön-Konzern in Deutschland 54 Kliniken sowie 39 Medizinische Versorgungszentren. Die Franken beschäftigten Ende Juni rund 43 000 Mitarbeiter.
Mit Material von Reuters/dpa

















