Aral vor Shell und Total
Schließungswelle unter deutschen Tankstellen vorbei
Der Bestand ist bei gut 14.500 stabil. Aral liegt weiter an der Spitze. Die Billigkette Jet legte netto um mehr als zehn Tankstellen zu.
Hamburg. Obwohl Autos in Deutschland immer sparsamere Motoren bekommen, ist der Bestand an Tankstellen praktisch stabil: Zum 1. Juli gab es in der Bundesrepublik 14.686 Stationen, wie der Hamburger Energie-Fachdienst "EID" am Freitag berichtete. Das sind nur 43 weniger als vor einem Jahr. "Bei so einem geringen Rückgang muss man die Tankstellenzahl hierzulande ganz klar als stabil bezeichnen", sagte Chefredakteur Rainer Wiek.
Marktführer ist weiter Aral mit 2.392 Stationen vor Shell (2.088), Esso (1.061) und Total (982). Einzelne Ketten erwägen sogar wieder Wachstum statt Abbau. Der Aral-Vorstandsvorsitzende Stefan Brock sagte laut "EID": "Unsere Projekt-Pipeline ist gut gefüllt." Die Billigkette Jet legte netto um mehr als zehn Tankstellen zu.
Das deutsche Tankstellennetz hatte im Jahr 1971 mit 44.352 Stationen seine größte Dichte erreicht. Seitdem wurden es trotz eines steigenden Autobestands immer weniger Stationen, in manchen Jahren wurden 2.000 oder 3.000 Tankstellen geschlossen. Gleichzeitig wurden die verbliebenen Stationen immer größer und leistungsfähiger.
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In den 90er Jahren verlangsamte sich das Schließungstempo auf noch mehrere Hundert Stationen pro Jahr. Seit Anfang 2008 liegt die Tankstellenzahl über 14.000 und fällt nur noch leicht. Energieexperte Wiek hält es für möglich, dass der Tankstellenmarkt damit ein Gleichgewicht gefunden hat.
Völlig offen ist aber, wie lange so ein Gleichgewicht Bestand hat: Der Treibstoffabsatz in Deutschland geht langsam, aber gleichmäßig zurück, weil die Autos immer weniger Sprit verbrauchen. Außerdem drohen dem Benzinverkauf mit dem Aufstieg der Elektroautos zusätzliche Absatzrisiken. (dapd)

















