Toyota ruft weltweit 1,5 Millionen Autos zurück
Spurstange macht Probleme beim RAV4, Avensis und Auris
Köln/New York. Toyota beordert erneut zahlreiche Fahrzeuge in die Werkstätten. Bei weltweit 1,5 Millionen Wagen müssten die Spurstangen an der Hinterachse überprüft werden, erklärte die deutsche Tochter des japanischen Autobauers gestern in Köln. In Deutschland seien rund 70 000 Autos betroffen. Es handelt sich um den Geländewagen RAV4, das Mittelklassemodell Avensis T27 sowie den kompakten Auris D-CAT.
In Deutschland führt Toyota den Rückruf mit Unterstützung des Kraftfahrtbundesamts (KBA) durch. In Kürze werde das KBA die Halter der entsprechenden Fahrzeuge informieren und sie bitten, sich mit ihren Händlern in Verbindung zu setzen, hieß es.
In den Werkstätten muss an den hinteren Stoßstangen zum Abschluss von Einstellarbeiten eine Einstellhülse mit zwei Muttern im vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden. Bleibe diese Fixierung aus, könne in der Folge Spiel entstehen und sich die Position des Hinterrades auf die Spur verstellen. In Europa seien aber derzeit keine Unfälle in diesem Zusammenhang bekannt, hieß es weiter.
Seit den Problemen vor zwei Jahren mit rutschenden Fußmatten, festklemmenden Gaspedalen und fehlerhaften Bremsen ist Toyota sehr sensibel bei Fehlern und hat bereits mehrfach freiwillig Rückrufe gestartet. So soll ein neuerlicher Imageschaden vermieden werden. Viele der gemeldeten Vorfälle von damals entpuppten sich zwar später als Fehler der Fahrer, doch bei Toyota brachen die Verkäufe ein.
Toyota hatte in seiner Pannenserie insgesamt mehr als zehn Millionen Autos zurückgerufen. Als im vergangenen Jahr auch noch die Erde in Japan bebte und die Produktion ins Stocken kam, verlor der Hersteller die Krone im Automobilbau an General Motors. Erst im vergangenen Halbjahr verkaufte Toyota wieder mehr Fahrzeuge als der Opel-Mutterkonzern.
Der Rückruf betrifft vor allem die USA, wo 778 000 Wagen, hauptsächlich RAV4 der Modelljahre 2006 bis 2011, in die Werkstätten beordert werden. Ärgerlich für Toyota, weil es auf dem größten Auslandsmarkt der Japaner zuletzt wieder rund lief. Im Juli wurden dort 26 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahresmonat verkauft.














