27.07.12

Vor Internationaler Luftfahrtschau

Milliardenauftrag für Airbus: Philippinen ordern 54 Maschinen

Kurz vor der Internationalen Luftfahrtschau ILA hat der Flugzeugbauer den Rivalen Boeing ausgestochen. Merkel besucht chinesisches Airbus-Werk.

Foto: AFP
Airbus hebt ab: Milliardenauftrag von den Philippinen eingegangen
Airbus hebt ab: Milliardenauftrag von den Philippinen eingegangen

Paris/Manila/Peking. Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat bei einem milliardenschweren Auftrag aus den Philippinen den Erzrivalen Boeing ausgestochen. Die Fluggesellschaft Philippine Airlines (PAL) habe 54 Maschinen bestellt, teilte die EADS-Tochter Airbus am Dienstag mit. Der Listenpreis liege bei sieben Milliarden US-Dollar (5,6 Mrd Euro). Boeing hatte sich ebenfalls Hoffnungen gemacht. Auch in China kann Airbus nach Angaben von deutschen Regierungskreisen zuversichtlich sein. Es sei aber noch offen, ob beim China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende der Woche Aufträge unterzeichnet würden.

Airbus verhandelt nach Angaben aus Luftfahrtkreisen über den Verkauf von 100 Maschinen des modernen, spritsparenden Typs A320neo nach China. Der Bedarf für diesen Typ ist riesig: Airbus schätzt, dass China in den nächsten 20 Jahren mehr als 3800 neue Flugzeuge braucht und damit die USA als größten Luftfahrtmarkt der Welt überholen wird. Zuletzt hatte aber der Streit über die europäische Klimaschutzabgabe im Luftverkehr, die von China abgelehnt wird, weitere Bestellungen blockiert. Demonstrativ war der Kauf von 35 Maschinen des Typs Airbus A330 und zehn des Riesenfliegers A380 im Wert von insgesamt mehr als zehn Milliarden US-Dollar auf Eis gelegt worden.

Airbus A350-Auslieferung erst Mitte 2014

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Chinas Regierungschef Wen Jiabao besucht mit der Kanzlerin am Freitag das Airbus-Endmontagewerk in seiner Heimatstadt Tianjin südöstlich von Peking. Dies wird als klares Signal gesehen, dass die chinesische Führung großes Interesse an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Europäern im Flugzeugbau hat. Airbus hofft, die Verhandlungen über eine Verlängerung des 2016 auslaufenden Vertrages für das Endmontagewerk voranzubringen. Dort baut Airbus Flugzeuge des A320-Familie ausschließlich für den chinesischen Markt. Es ist das dritte Airbus-Werk nach Hamburg und Toulouse, ein weiteres soll in den USA entstehen.

Die Bestellung der philippinischen Airline umfasst den Angaben zufolge zehn Maschinen des Langstrecken-Modells A330-300 und 44 Flugzeuge aus der A321-Reihe, darunter die neue spritsparende A321neo. Airbus will 2013 mit der Auslieferung der Flugzeuge beginnen.

PAL-Chef Lucio Tan kündigte an, Airbus werde eine Schlüsselrolle bei der Modernisierung der Fluggesellschaft spielen. Nach Worten von Präsident Ramon Ang will die Airline insgesamt 100 neue Flugzeuge im Zuge der Flottenerneuerung bestellen. Die Airline hatte zuletzt Tausende Jobs gestrichen und Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts verkauft, um aus der Verlustzone zu kommen. (dpa)

EADS-Konzern im Überblick
EADS – Europäischer Konzern mit Dominanz im Flugzeugbau:
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) umfasst die wichtigsten Flugtechnikanbieter Deutschlands, Frankreichs und Spaniens.
Europas dominierender Luft- und Raumfahrtkonzern entstand im Juli 2000 nach langem Tauziehen um Standorte und Produktionsanteile.
Die bekannteste und bedeutendste Tochter der börsennotierten Aktiengesellschaft mit ihren rund 133 000 Mitarbeitern ist der Flugzeughersteller Airbus.
Daneben fertigt EADS auch Propellermaschinen (ATR), Hubschrauber (Eurocopter), Kampfflugzeuge (Eurofighter), Militärtransporter (A400M), Satelliten (Astrium), Lenkwaffen (MBDA), Computer-Sicherheitstechnik und Verteidigungselektronik, aber auch Trägerraketen (Ariane) oder Atomgeschosse.
2011 wuchs der Umsatz um sieben Prozent auf 49,1 Milliarden Euro, der Überschuss sogar um 87 Prozent auf gut eine Milliarde Euro.
Nach einem 2007 vereinbarten Aktionärspakt darf der französische Staat nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen.
Zusammen mit dem Medienkonzern Lagardère kommt die französische Seite nach EADS-Angaben auf rund 22,4 Prozent.
Mit rund 22,4 Prozent ist auch die deutsche Seite an EADS beteiligt.
Bisher hielt DaimlerChrysler rund 15 Prozent und ein Konsortium von Bundesländern, privaten und öffentlichen Banken rund 7,5 Prozent.
Allerdings behielt DaimlerChrysler nach dem ausgehandelten Kompromiss sämtliche Stimmrechte der deutschen Seite.
Daimler will sich von 7,5 Prozent trennen, die staatlich kontrollierte KfW Bankengruppe soll neuer Eigentümer werden, um das deutsch-französische Gleichgewicht bei den Anteilen zu wahren.
Weitere rund 5,4 Prozent an EADS hält die spanische Staatsholding SEPI, 49,3 Prozent sind in Streubesitz.
EADS hat ihren offiziellen Sitz in Amsterdam. In Paris und München sind bisher die beiden Hauptzentren des Konzerns.
Der Hauptsitz und die Zentrale der EADS-Tochtergesellschaft Airbus sind im französischen Toulouse angesiedelt.
In Hamburg ist die deutsche Airbus-Tochter beheimatet, die für die deutschen Werke zuständig ist. (dpa)
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