Autobauer
Volkswagen trumpft in der Autokrise auf
Der Wolfsburger Autobauer steigert seinen Gewinn um 36 Prozent. Fiat-Chef Sergio Marchionne wirft dem Konzern unterdessen ein "Blutbad" vor.
Wolfsburg. Das starke Asien- und Amerikageschäft sichert Volkswagen trotz der schweren Krise auf Europas Automärkten weitere Zuwächse. Im ersten Halbjahr verdiente der Konzern unterm Strich mehr als 8,8 Milliarden Euro, fast 36 Prozent mehr als bis zur Jahresmitte 2011, gab der Konzern gestern bekannt.
Vorstandschef Martin Winterkorn sagte mit Blick auf die massiven Absatzprobleme vieler Autobauer in den west- und südeuropäischen Krisenländern, VW komme vor allem seine weltweite Aufstellung zugute. "Unsere Stellung auf den Weltmärkten wird uns trotz des fordernden Umfelds helfen, die Entwicklung des Gesamtmarkts zu übertreffen." Vor allem in Asien läuft es für Europas größten Hersteller nach wie vor rund. Mit 1,3 Millionen Modellen wurde seit Jahresbeginn fast jedes dritte Auto aus dem Konzern auf dem wichtigsten Einzelmarkt China ausgeliefert (plus 17,5 Prozent). In der gesamten Region legte VW um 17,6 Prozent zu. Auch für Nordamerika stand nach den ersten sechs Monaten ein dickes Plus von 22,1 Prozent in der Vertriebsstatistik.
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Der Umsatz legte insgesamt um 22,6 Prozent auf mehr als 95 Milliarden Euro zu, auch wegen des Einbaus des 2011 übernommenen Lkw-Spezialisten MAN. Bei den Verkäufen lag Volkswagen ebenfalls im Plus. Von Januar bis Juni lieferten die einzelnen Marken rund 4,6 Millionen Fahrzeuge aus - 10,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr soll das Betriebsergebnis von 11,3 Milliarden Euro mindestens gehalten werden, die Rekordwerte bei Umsatz (2011 159,3 Milliarden Euro) und Absatz (8,3 Millionen Fahrzeuge) sollen ausgebaut werden. "Wir gehen davon aus, unsere gesteckten Ziele zu erreichen", sagte Winterkorn.
Fiat-Chef Sergio Marchionne beschuldigte VW unterdessen, den Preiskampf in Europa durch rücksichtslose Rabatte über Gebühr anzuheizen. "Bei der Preisgestaltung gibt es ein Blutbad", zitierte ihn die "New York Times". VW-Vertriebsvorstand Christian Klinger zeigte für den Angriff wenig Verständnis: "Wir haben nicht das Gefühl, bei den Preisen besonders aggressiv zu sein", sagte der Manager. Als Hintergrund der Äußerungen Marchionnes gelten eigene Absatzprobleme.
















