20.07.12Reiseveranstalter
Deutsche Urlauber flüchten vor Regensommer
Sonne dringend gesucht: Das schlechte Wetter beschert der Reisebranche zusätzliche Buchungen. An der Nordsee bleiben Tagesgäste aber aus.
Von abendblatt.de
Foto: dpa/DPA
Der Sonne entgegen: Die Deutschen haben die Nase voll vom Dauerregen in Deutschland und fliegen ans Mittelmeer. Reiseveranstalter verzeichnen bei Buchungen ein Plus von zehn Prozent
Hamburg/Wyk/St. Peter-Ording. Der Regensommer in Deutschland lässt die Urlauber in Scharen ans Mittelmeer fliehen: In einer akutellen Umfrage berichteten alle großen Reiseveranstalter am Freitag von kräftig angezogenen Buchungen in den vergangenen Tagen. Alltours, TUI und Thomas Cook müssen zusätzliche Flugzeuge chartern, um den plötzlichen Touristenstrom nach Süden zu bringen.
"Die Leute haben die Nase voll vom schlechten Wetter", sagte Stefan Suska vom Veranstalter Alltours. Bei seinem Arbeitgeber zogen die Buchungen wegen des Regens um mehr als zehn Prozent an. Auch beim Marktführer TUI aus Hannover brummt das Geschäft wie lange nicht. "Wenn im Sommer das Wetter schlecht ist wie dieses Jahr, kann man die Uhr danach stellen, wann die Buchungen anziehen", sagte Manager Mario Köpers.
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Auch der TUI-Verfolger Thomas Cook (Neckermann, Öger) legte nach: Zusatzflüge nach Tunesien und Mallorca wurden bestellt.
Schlechtes Wetter in norddeutschen Urlaubsorten schreckt Tagesgäste ab
Keine Sonne, weniger Tagesgäste - auf diese einfache Formel lässt sich die Lage in den Touristenhochburgen an der Nordsee bringen. Auf den Inseln und dem Festland kämpfen die Urlaubsorte mit Regen und niedrigen Temperaturen. Stornierungen werden jedoch kaum verzeichnet.
"Der Buchungsstand ist ähnlich wie im letzten Jahr", sagt Sandra Lessau von Föhr Tourismus. "Aber kurzfristige Anfragen bleiben aus." Touristen nutzten Indoor-Angebote wie Museumsführungen, Töpferkurse und Mühlenbesichtigungen. Für den September werde verhalten gebucht.
In St. Peter-Ording sieht es ähnlich aus: "Im Freizeit-Erlebnisbad herrscht absoluter Hochbetrieb", sagt Werner Domann von der Tourismus-Zentrale. Bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei fehlen ebenfalls Tagesgäste. Dennoch seien durch Buchungen im Voraus die Samstage nach Angaben eines Mitarbeiters voll belegt.
(dapd/dpa/abendblatt.de)
Last-Minute-Urlaub: Auf die Nebenkosten achten
Toller Strand, unschlagbarer Preis, Abflug in zwei Wochen: Viele Last-Minute-Angebote klingen wie das ersehnte Heilmittel gegen die Sommerdepression.
Doch ein solcher Urlaub muss noch lange kein Schnäppchen sein. "Es kommt auf die Nebenkosten vor Ort an", sagte Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam.
Das Problem: Der Paketpreis einer Last-Minute-Reise kann zwar günstig sein, durch die übrigen Ausgaben etwa für Essen, Trinken oder einen Mietwagen verteuert sich der Urlaub aber deutlich. "Das fängt schon beim Fluggepäck an, zum Beispiel für eine Taucherausrüstung."
Fischer-Volk rät dazu, immer auch das Preisniveau im jeweiligen Urlaubsland in die Gesamtkalkulation einzubeziehen. "All-Inclusive ist nicht schlecht, wenn zum Beispiel schon Ausflüge im Preis enthalten sind." Dann sind die Gesamtkosten gut kalkulierbar.
Ansonsten gilt: "Nicht schnell zuschlagen, nur weil das Angebot als günstig beworben wird." Entscheidend sei immer, ob alle Steuern und Gebühren schon im Angebot eingerechnet sind oder ob sich die Reise dadurch empfindlich verteuert. "Urlauber sollten immer mehrere Angebote vergleichen, über Suchmaschinen und im Reisebüro", rät die Verbraucherschützerin.
Ein häufiger Fehler bei Last-Minute-Reisen: Der Urlaub wird kurzerhand gebucht, aber das Ausweisdokument ist überhaupt nicht mehr gültig. "Das kommt häufiger vor", hat Fischer-Volk beobachtet. Gleiches gilt für Impfungen, wobei an den klassischen Zielen für Spontanurlauber seltener ein ausgefallener Schutz nötig ist. "Ganz wichtig ist aber eine Auslandsreisekrankenversicherung."
Reisende sollten sich außerdem auf der Seite des Auswärtigen Amts über das Zielreiseland informieren, vor allem über die Zollbedingungen. "Wenn der Urlauber verbotene Souvenirs mitnimmt, kann die Reise schnell teuer werden", warnt Fischer-Volk.
Oft ändern sich bei Last-Minute-Reisen kurzfristig die Abflugzeiten. "Das ist an der Tagesordnung." Urlauber sollten sich deshalb kurz vor Reisebeginn noch einmal vergewissern, dass die zuletzt angegebenen Zeiten noch gültig sind. Oft gibt es die Reiseunterlagen dann erst am Flughafen. Grund zur Sorge ist das aber meist nicht: "Da gibt es eher keine Probleme." (dpa)