Autovermieter Europcar
54.000 Euro Bußgeld für heimliche GPS-Ortung
Autovermieter darf hochwertige Wagen nicht ohne Wissen der Kunden überwachen, so Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar.
Hamburg. Für die heimliche GPS-Ortung von Mietfahrzeugen muss der Autovermieter Europcar ein Bußgeld in Höhe von 54.000 Euro zahlen. "Die heimliche Ortung von Mietfahrzeugen und die Kontrolle der Mieter stellen einen schweren Eingriff in deren Persönlichkeitsrecht dar", sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Dienstag.
"Wir werden den Forderungen der Datenschutzbehörde nachkommen", betonte Europcar-Sprecherin Stefanie Gerhardt. Die notwendigen Veränderungen und Informationsklauseln seien inzwischen in die Mietverträge eingearbeitet worden. Den Vorwurf der heimlichen Überwachung der Kunden wies Gerhardt zurück.
Die Daten seien ausschließlich bei Diebstahls- oder anderen Schadensfällen herangezogen worden. "Bei einer normalen Miete erfolgt demnach keine Erhebung und Speicherung von Bewegungsdaten des Fahrzeuges", sagte die Sprecherin.
Die Autovermietung hatte etwa 1300 hochwertige Mietfahrzeuge mit einem Ortungssystem ausgerüstet, das in festgelegten Zeitintervallen den Standort der Fahrzeuge an eine Zentrale in Schleswig-Holstein übermittelte. Zu den erhobenen Daten gehörten Fahrtrichtung und Geschwindigkeit der Wagen.
Die Erkenntnisse wurden nach Angaben der Datenschützer neben der Aufklärung von Autodiebstählen zur Ermittlung von Vertragsverstößen genutzt. Es sei der Firma auch möglich gewesen, Bewegungsprofile ihrer Kunden zu erstellen.
Die Kunden wurden über die Ortung nicht informiert. Auch habe es zwischen Europcar und der Überwachungsfirma keinen Vertrag über den Umgang mit den Daten gegeben. Auch nach mehrmaliger Aufforderung sei diese Praxis beibehalten worden, kritisierte Caspar.
Der Einsatz von GPS-Technik ist nicht außergewöhnlich bei hochwertigen Autos und Nutzfahrzeugen. Eine ganze Reihe von Firmen bietet solche Flottenüberwachungen an. Der Bundesverband der Autovermieter wollte sich nicht dazu äußern, wie viele seiner Mitglieder in welchem Umfang die Überwachung mittels Satellit einsetzen.
















