17.07.12Stiftung Warentest
Bausparkassen beraten Kunden oft mangelhaft
Falsche Raten, falscher Tarif, zu teure Angebote: "Finanztest" hat mehrere Bausparkassen geprüft – nur 4 von 22 Instituten mit Note "gut".
Von abendblatt.de
Berlin. Die Testprüfer von Stiftung Warentest bewerten die Kundenberatung der Bausparkassen häufig als mangelhaft. Für die Zeitschrift "Finanztest" ließen sich Testkunden über Bausparverträge beraten. Dabei stellte sich heraus, dass zwar fast die Hälfte der 154 Beratungen gut oder sehr gut war – aber zugleich war knapp jede vierte Beratung mangelhaft, wie die Zeitschrift berichtet. "Von einer guten und einheitlichen Beratung sind die meisten Bausparkassen weit entfernt", urteilten die Tester.
So sei etwa die Spar- oder Darlehnsrate für den Kunden zu hoch gewesen, ein anderes Mal hätten Berater einen falschen Tarif gewählt, so dass das Angebot zu teuer geworden sei. Zudem wurden die Vorgaben der Testkunden in Bezug auf Laufzeit und monatliche Sparrate in vielen Fällen ignoriert.
Außerdem verschwiegen einige Bausparkassen die Abschlussgebühr. Von Januar bis April dieses Jahres waren den Angaben zufolge Tester in jeweils sieben Filialen von 22 Bausparkassen unterwegs.
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Die Beratung von Bausparkassen lässt oft zu wünschen übrig. In einem am Dienstag in Berlin vorgestellten Test der Zeitschrift "Finanztest" (August-Ausgabe) erhielten nur 4 von 22 Instituten die Note "gut". Mehr als die Hälfte schnitt mit "ausreichend" oder "mangelhaft" ab. (dpa/dapd/abendblatt.de)
Was bedeutet Bausparen eigentlich?
Bausparen hat zum Ziel, Eigenkapital für einen Haus-, Wohnungskauf oder eine Renovierung zu bilden.
Dafür gibt es Bausparkassen, bei denen viele Sparer ihre Beiträge einzahlen und so eine Zweckspargemeinschaft bilden.
Ziel ist es, dem einzelnen Sparer ein möglichst zinsgünstiges Darlehen zu ermöglichen.
Der monatliche Sparbeitrag richtet sich nach der Bausparsumme, die im Vertrag vereinbart wird.
Allerdings müssen Bausparer eine bestimmte Zeit warten und sparen, bis der Vertrag "zuteilungsreif" ist.
Dies ist in der Regel der Fall, wenn je nach Tarif 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme angespart sind und der Vertrag eine angemessene Zeit besteht. (dpa)
Der richtige Bausparvertrag: Darauf müssen Kunden achten
Üppige Darlehen, zu hohe Raten oder falsche Tarife: Bei Bausparkassen werden Kunden mitunter schlecht beraten. Doch mit der richtigen Strategie können Verbraucher trotzdem ein passendes Angebot finden. Dafür müssen sie sich aber vorbereiten.
Egal ob ein neues Dach oder eine moderne Heizung – Arbeiten am eigenen Hauses können teuer werden. "Für solche Fälle lohnt sich ein Bausparvertrag", sagt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen. Zwar seien die Guthabenzinsen niedrig. Doch am Ende der Laufzeit erhalte der Sparer nicht nur sein Guthaben, sondern auch einen günstigen Kredit.
Auf die Beratung sollten sich Kunden aber vorbereiten. Denn laut Stiftung Warentest gibt es hier oft Mängel. Worauf kommt es an? Einige Tipps:
Bevor Kunden in die Filiale einer Bausparkasse gehen, sollten sie überlegen, welche Modernisierungsarbeiten in Zukunft anfallen könnten. Daraus ergibt sich in etwa der Bedarf. "Die Bausparsumme sollte auf jeden Fall passend sein", erklärt Schwarz. Angeboten würden häufig Bausparverträge über 50.000 Euro oder 80.000 Euro. "In vielen Fällen reichen aber schon 25.000 Euro aus."
Bausparverträge sind langfristig angelegt. "Man braucht mindestens sieben Jahre, um ein ansehnliches Guthaben anzusparen", sagt Schwarz. Die Sparrate sollte so gewählt werden, dass sie in dieser Zeit nicht zur Belastung für die Haushaltskasse wird. "Kunden sollten sich selbst eine Höchstgrenze setzen."
Die eigenen Überlegungen sollten dem Berater genau beschrieben werden. "Sonst bekommen Sie ein Angebot, dass sie gar nicht wollten", sagt Schwarz. Kunden sollten sich dann einen Spar- und Tilgungsplan erstellen lassen. "Darin muss aufgeführt sein, welche Sparrate die Bausparkasse empfiehlt, wie hoch der Guthabenzins ist und wann die Zuteilung in etwa erwartet wird." Dieses Angebot sollte der Berater anschließend noch mal genau erklären.
Bevor Verbraucher sich für einen Bausparvertrag entscheiden, sollten sie mehrere Angebote einholen. "Mindestens drei verschiedene Bausparkassen sollte man aufsuchen", empfiehlt Schwarz. "Allein bei den Guthabenzinsen gibt es große Unterschiede." Ist ein passender Bausparvertrag gefunden, sollten die Vertragsunterlagen noch mal geprüft werden. "Alles was im Angebot steht, sollte auch im Vertrag aufgeführt sein." (dpa)