28.06.12Traditionswerft Sietas
Sietas-Unternehmensteile werden einzeln verkauft
Hamburgs älteste Werft, die im November 2011 Insolvenz anmelden musste, wird in drei Teilen an drei Investoren verkauft.
Von abendblatt.de
Foto: dpa
Deutschlands älteste Werft, die Hamburger Sietas-Gruppe, wird zerschlagen. Die drei Einzelbetriebe werden von Investoren aus der Schiffbaubranche übernommen
Hamburg. Die drei Unternehmensteile der insolventen Hamburger Schiffswerft Sietas werden einzeln verkauft. "Wir haben uns einstimmig entschieden, mit drei industriellen Partnern weiterzuarbeiten", sagte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann am Donnerstag nach der Sitzung des Gläubigerausschusses in Hamburg.
Die Einzelangebote für die drei Unternehmen der Sietas-Gruppe seien in der Summe höher als das eine abgegebene Gesamtangebot. "Der Insolvenzverwalter muss immer nach dem höchsten Preis entscheiden", ergänzte er.
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der Sietas-Werft +++
Die Einzelgebote seien in der Summe höher als das Gesamtgebot. Hamburgs älteste noch bestehende Werft hatte im November 2011 Insolvenzantrag gestellt. Die Norderwerft mit 94 Mitarbeitern wird von der Bremer Lürssen Gruppe übernommen. Für die eigentliche Sietas Werft liegt ein Angebot der niederländischen Veka Group vor. Bei der Neuenfelder Maschinenfabrik (NMF) mit 134 Mitarbeitern gebe es derzeit noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen zweier Bieter, sagte Brinkmann.
Sietas war 1635 von Carsten Sietas im Stadtteil Neuenfelde inmitten eines Obstbaugebiets im Alten Land gegründet worden. Von den 400 Arbeitsplätzen können mindestens 300 erhalten werden. (dapd/dpa/abendblatt.de)
Die Hamburger Werft Sietas
Sietas ist die älteste noch bestehende Schiffswerft in Hamburg. Das Unternehmen wurde 1635 von Carsten Sietas im Stadtteil Neuenfelde inmitten eines Obstbaugebiets im Alten Land gegründet. Zunächst baute Sietas hölzerne Boote und Kutter.
Mit der Zeit fertigte das Unternehmen zunehmend größere Schiffe. Im 19. Jahrhundert lieferte die Werft Schoner, Briggs und Galeassen ab sowie Fischkutter und Vollmastschoner. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellte Sietas die Schiffsfertigung Stück für Stück von Holz auf Stahl um.
Ab den 1950er Jahren entwickelte das Familienunternehmen Schiffsserien, die im Sektionsbau hergestellt wurden. Die so entstandenen Küstenmotorschiffe legten den Grundstein für die Weiterentwicklung und Vergrößerung der Werft.
Zur Sietas-Werft gehören die Norderwerft und die Neuenfelder Maschinenfabrik. Nach der Ausgliederung sämtlicher Reparaturarbeiten zur Norderwerft wird auf dem Gelände der Sietas-Werft heute ausschließlich Schiffsneubau betrieben.
Auf zwei schwimmenden Bauplattformen sollen etwa zwölf Neubauten pro Jahr entstehen. Das Bauprogramm umfasst Containerschiffe, Schwergut- und Ro/Ro-Schiffe sowie Bulker, Tanker, Bagger und Offshore-Schiffe.
Mitte November 2011 war bekanntgeworden, dass die Werft zahlungsunfähig ist. Damals beschäftigte die Sietas-Gruppe mehr als 1.000 Mitarbeiter, von denen 700 am Standort Neuenfelde tätig waren. (dapd)