15.06.12

Automarkt

Absatz in der EU bricht weiter ein – Opel leidet

Zwar federn die Märkte in den USA und in China die EU-Absatzkrise ab, doch wer wie Opel dort nicht so präsent ist, hat ein Problem.

Foto: dpa
Autoabsatz in der EU bricht weiter ein: Insgesamt sanken die Pkw-Neuzulassungen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent auf 1,106 Millionen Fahrzeuge
Autoabsatz in der EU bricht weiter ein: Insgesamt sanken die Pkw-Neuzulassungen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent auf 1,106 Millionen Fahrzeuge

Brüssel/Berlin. Die Autobranche bekommt die Finanzkrise im Euroraum zu spüren: Die Talfahrt hält hat, im Mai hat sich die Absatzlage noch einmal verschlecht. Der angeschlagene Opel-Konzern gehört dabei zu den größten Verlierern. Insgesamt sanken die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,7 Prozent auf 1,106 Millionen Fahrzeuge, wie der europäische Branchenverband ACEA am Freitag in Brüssel mitteilte. Im April hatte der Rückgang 6,9 Prozent betragen. Insgesamt liegt das Minus in den ersten fünf Monaten nun bei 7,7 Prozent.

Unter den Herstellern verlor im Mai vor allem der angeschlagene französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën mit einem Absatzrückgang von insgesamt 19,5 Prozent. Der Absatz des defizitären Autobauers Opel/Vauxhall sank ebenfalls kräftig um 12,3 Prozent. Dagegen gewann Chevrolet, ebenfalls eine Tochter des US-Autobauers General Motors (GM), 16,2 Prozent dazu.

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Bei Opel wollen Unternehmen und Arbeitnehmervertreter bis Herbst über ein Sanierungskonzept beraten, um den Autobauer profitabel zu machen. Das Angebot des Managements sieht die Sicherung aller vier deutschen Opel-Standorte bis Ende 2016 vor – im Gegenzug sind Einschnitte beim Geld der Beschäftigten geplant.

Wie andere Autobauer auch leidet Opel wegen des schwachen europäischen Automarktes an Überkapazitäten und fährt ähnlich wie Peugeot oder Fiat Verluste ein.

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Unter den einzelnen Ländern sank der Autoabsatz im Mai besonders stark in den Euro-Krisenländern Spanien mit 8,2 Prozent und Italien mit 14,3 Prozent. Der französische Automarkt verlor sogar 16,2 Prozent. In Griechenland, wo am Sonntag eine wegweisende Wahl zur Zukunft des Landes ansteht, ging der Absatz um 47,3 Prozent zurück. Der deutsche Automarkt, der mit Abstand größte in der EU, verlor 4,8 Prozent.

Autobauer wie die deutschen Hersteller Volkswagen, Daimler oder BMW können aber die Rückgänge in der EU derzeit durch das starke Wachstum vor allem in den USA sowie China kompensieren. Wie der Verband der Automobilindustrie am Freitag in Berlin mitteilte, stieg der Pkw-Absatz in China im Mai um 28 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge, in den USA um ein Viertel auf über 1,3 Millionen Einheiten. Auch die Märkte in Indien und Russland zogen weiter an.

Allerdings ist etwa Opel in China aufgrund der umstrittenen GM-Strategie bislang nur marginal vertreten und ist daher auf die Entwicklung im europäischen Automarkt angewiesen.

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Angesichts der Krise – der größten seit vielen Jahren – auf dem EU-Automarkt hatte die Autolobby bereits die Politik um Hilfe gerufen. Europas Autohersteller suchten Unterstützung bei den nationalen Regierungen und bei der EU-Kommission in Brüssel und verlangten zum Beispiel mehr öffentliche Gelder. EU-Industriekommissar Antonio Tajani kündigte daraufhin an, ein Förderprogramm für umweltfreundliche Fahrzeuge um 50 Prozent auf künftig 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. (dpa/abendblatt.de)

Die Opel-Werke im Überblick
Die Opel-Werke im Überblick
Der Autobauer Opel leidet unter sinkendem Absatz und teuren Überkapazitäten. Obwohl erst Ende 2010 ein Werk geschlossen und die Zahl der Mitarbeiter zuletzt um mehr als 8000 auf inzwischen 39 000 reduziert wurde, kommt Opel deshalb nicht aus der Verlustzone.
Um Opel profitabel zu machen, ist nun unter anderem geplant, die Produktion des künftigen Astra von 2015 an auf Ellesmere Port in England und das kostengünstige polnische Gleiwitz zu konzentrieren. Bislang wird der Astra auch im Stammwerk Rüsselsheim gebaut. Die Opel-Werke im Überblick (Stand Ende 2011):
Deutschland (Mitarbeiter insgesamt: 22.166):
In Bochum liefen 2011 ein Astra-Modell und zwei Zafira-Modelle vom Band. Nach Werksangaben arbeiten noch 3200 Beschäftigte direkt im Unternehmen sowie rund 1000 Menschen bei Partner- und Fremdfirmen.
In Eisenach bauen 1524 Beschäftigte den Corsa.
Am Stammsitz Rüsselsheim werden der Insignia sowie ein Astra-Modell (5-Türer) gefertigt. Mitarbeiter: 13.825, davon 3200 in der Produktion.
In Kaiserslautern bauen 2640 Beschäftigte Komponenten, Motoren und Achsen.
Polen:
In Gleiwitz läuft seit 2011 nur noch der Astra (bis 2010 auch der Zafira) vom Band; in dem Werk sind 3523 Menschen beschäftigt.
Spanien:
Am Standort Saragossa fertigen rund 6100 Mitarbeiter den Corsa, den Meriva und den Combo.
England (Mitarbeiter insgesamt: 4000):
Etwa 2100 Mitarbeiter bauen in Ellesmere Port Astra-Modelle.
In Luton werden die baugleichen Transporter Opel Vivaro und Renault Traffic von 1100 Beschäftigten gefertigt.
Motoren und/oder Getriebe werden zudem in Szentgotthárd (Ungarn/660 Mitarbeiter) und Aspern (Österreich/1736) sowie in einem Joint Venture in Tychy (Polen) hergestellt. In Rüsselsheim und Turin hat der Hersteller Entwicklungszentren. (dpa)
Audi: Rekordzahlen 2011
Die Rekordbilanz 2011 von Audi in sechs Daten (in Klammern Vorjahresvergleich in Prozent):
Gewinn: 4,44 Milliarden Euro (+68,8 Prozent)
Umsatz: 44,1 Milliarden Euro (+24,4 Prozent)
Absatz: 1,3 Millionen Fahrzeuge (+19,2 Prozent)
Größter Markt: China mit 313.036 verkauften Autos (+37,3 Prozent)
Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiter in Deutschland im Schnitt: 8251 Euro
Zahl der Mitarbeiter weltweit: 63.839 (+3,4 Prozent) (dapd)
BMW-Bilanz für 2011 im Überblick
Die BMW-Bilanz für 2011 in sechs Daten (in Klammern Veränderung zum Vorjahreswert):
Gewinn: 4,9 Milliarden Euro (+51 Prozent)
Umsatz: 68,8 Milliarden Euro (+14 Prozent)
Absatz: 1.668.982 Autos (+14 Prozent)
Gehalt von Konzernchef Norbert Reithofer: 6,2 Millionen Euro (+43 Prozent)
Dividende: 2,30 Euro (+77 Prozent)
festangestellte Mitarbeiter: 100.306 (+5,1 Prozent) (dapd)
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