13.06.12

Kartellverfahren

EU hat die Deutsche Bahn und ihr Preissystem im Visier

Die EU verdächtigt die Bahn, mit einem wettbewerbswidrigen Preissystem die Konkurrenz auf Abstand zu halten und eröffnet ein Verfahren.

Von abendblatt.de
Foto: picture-alliance
Wettbewerbswidriges Preissystem gegen Konkurrenz? Nach Razzien hat Brüssel ein Kartellverfahren eingeleitet. Erhärtet sich der Verdacht, muss die Deutsche Bahn mit hohen Geldbußen rechnen
Wettbewerbswidriges Preissystem gegen Konkurrenz? Nach Razzien hat Brüssel ein Kartellverfahren eingeleitet. Erhärtet sich der Verdacht, muss die Deutsche Bahn mit hohen Geldbußen rechnen

Brüssel. Nach Ansicht der EU-Kommission stellt die Deutsche Bahn ihren Konkurrenten womöglich zu hohe Preise für Bahnstrom in Rechnung. Die obersten Wettbewerbshüter Europas haben deshalb ein Kartellverfahren gegen die Deutsche Bahn AG und mehrere ihrer Tochtergesellschaften eingeleitet. "Wir untersuchen, ob sie sich an einem wettbewerbswidrigen Preissystem für Bahnstrom beteiligt haben", sagte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Mittwoch in Brüssel.

Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen der Bahn hohe Geldbußen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Eine Frist für das Verfahren gibt es nicht.

+++ Wettbewerbsbericht 2011: Bahn-Konkurrenten legen weiter zu +++

+++ Neue Läden: Der Bahnhof Altona wird umgebaut +++

Nach EU-Angaben ist die Bahn-Tochter DB Energie GmbH der einzige Anbieter von Bahnstrom, der im Eisenbahnnetz für den Antrieb von Lokomotiven und Bahnen benutzt wird. Bahnstrom hat eine andere Frequenz als das allgemeine Stromnetz. Die Wettbewerbshüter stoßen sich daran, dass die DB Energie anderen Bahngesellschaften Rabatte gewährt. Dadurch müssten Konkurrenten der DB möglicherweise höhere Preise zahlen und hätten im Güter- und Personenverkehr Nachteile, so die EU-Kommission.

+++ Deutsche Bahn erneuert 2600 Kilometer Schienen +++

Der Fall sei auch deswegen wichtig, weil der deutsche Bahnmarkt große Bedeutung habe. "Deutschland ist von vielen Bankstrecken durchzogen, die lebenswichtig für die europäische Wirtschaft sind", sagte der Kommissionssprecher.

Bereits im März hatten EU-Ermittler Geschäftsräume der Deutschen Bahn und einiger ihrer Tochtergesellschaften in Berlin, Frankfurt und Mainz durchsucht. Damals hatte sich die Deutsche Bahn "überrascht" gezeigt und erklärt, das seit 2002 bestehende Preissystem für Bahnstrom sei vor Einführung intensiv mit dem Bundeskartellamt erörtert worden. Außerdem habe die Bahn in dieser Sache bereits mehrere Prozesse gewonnen.

Nach europäischem Recht sind Preisabsprachen oder die Aufteilung von Märkten zum Schaden von Verbrauchern und Konkurrenten verboten. (dpa/abendblatt.de)

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos

Deutschlands größte Container-Reederei Hapag-Lloyd kommt der geplanten Fusion mit ihrem Konkurrenten CSAV aus Chile immer näher.mehr »

Top Bildergalerien mehr
2014

Hamburg startet in die Weihnachtsmarkt-Saison

Los Angeles

Die American Music Awards 2014

Weltpremiere

Stars beim "Das Wunder von Bern" in Hamburg

Bundesliga

HSV siegt gegen Werder Bremen

tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr