04.06.12

Patentklagen

Yahoo und Facebook wollen sich einigen

Der Patentkrieg zwischen Yahoo und Facebook könnte bald ein Ende finden. Eine Einigung soll bereits in den nächsten Wochen vorliegen.

Foto: Yahoo/Facebook
Die Internet-Kontrahenten Yahoo und Facebook suchen im aufsehenerregenden Patentstreit nach einer gütlichen Einigung
Laut Branchenkreisen könnten sich Yahoo und Facebook sich gegenseitig die umstrittenen Patente lizensieren und so die gegenseitigen Patentklagen stoppen

New York. Der Streit um Patentrechte zwischen Yahoo und Facebook hat für viel Aufsehen in der Internet-Branche gesorgt, jetzt suchen die Unternehmen laut einem Medienbericht nach einer Einigung. Ein Deal könne in den nächsten Wochen stehen, schrieb das Blog "All Things Digital".

Im Gespräch sei unter anderem eine gegenseitige Lizenzierung von Patenten, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Dabei könne sich auch eine noch engere Integration der Dienste von Google und Facebook ergeben.

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Ein Stolperstein sei allerdings bisher, dass Facebook nicht gewillt sei, Yahoo einen größeren Geldbetrag zu zahlen. Das sei aber die Hoffnung des Internet-Pioniers gewesen als er im März den Patentangriff gegen Facebook startete. Dem Bericht zufolge könnte der inzwischen geschasste Yahoo-Chef Scott Thompson als Sündenbock dienen: Er habe den Verwaltungsrat mit der Aussicht auf eine hohe Facebook-Zahlung geködert. Thompson musste vor wenigen Wochen gehen, weil es sich einen falschen Titel in Computerwissenschaften zugeschrieben hatte.

Die Hoffnungen des ehemaligen Yahoo-Chefs, Facebook werde kurz vor dem Mega-Börsengang schnell einknicken, hatte sich ohnehin nicht erfüllt. Das Online-Netzwerk konterte mit einer eigenen Klage und kaufte sich für mehrere hundert Millionen Dollar Patente zu. Damit drohte eine lange, zähe Prozessschlacht. Als Yahoo 2004 die Patentkeule kurz vor dem Google-Börsengang herausgeholt hatte, war den Angriff noch von schnellem Erfolg gekrönt gewesen: Damals bekam der Internet-Pionier bei der Einigung 2,7 Millionen Google-Aktien, die wenig später mehrere hundert Millionen Dollar wert waren. (dpa/abendblatt.de)

Chronologie: Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern
In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg:
Februar 2004: Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook aus ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen.
März 2004: Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet
September 2004: Das spätere Grundelement von Facebook – die Pinnwand – kommt dazu.
Dezember 2004: Facebook hat rund eine Million Nutzer.
Mai 2005: Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet.
Dezember 2005: Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer.
September 2006: Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle.
Dezember 2006: Facebook hat mehr als 12 Millionen Nutzer.
Oktober 2007: Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer.
Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent – die Bewewrtung liegt also bei 15 Milliarden Dollar.
November 2007: Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst "Beacon", der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen Werbung ins Netzwerk.
Februar 2008: Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr.
März 2008: Die deutsche Facebook-Version startet.
August 2008: Facebook hat 100 Millionen Nutzer.
Dezember 2008: Facebook Connect verknüpft den Dienst mit vielen Webseiten im Netz.
April 2009: Facebook hat mehr als 200 Millionen Nutzer.
Mai 2009: Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook – bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar.
Dezember 2009: Facebook hat mehr als 350 Millionen Nutzer.
Juli 2010: Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer.
Januar 2011: Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook.
Juli 2011: Facebook hat mehr als 750 Millionen Nutzer.
September 2011: Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den "Gefällt-mir"-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen – trifft jedoch auf wenig Resonanz.
Dezember 2011: Facebook hat 845 Millionen Nutzer. Das Unternehmen verdiente 2011 eine Milliarde Dollar bei 3,7 Milliarden Dollar Umsatz.
Februar 2012: Facebook beantragt einen 5 Milliarden Dollar schweren Börsengang. Bewertung und angestrebter Aktienpreis sind noch offen. (dpa)
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