24.05.12

Hewlett-Packard

HP will 27.000 Arbeitsstellen streichen

Smartphone und mobile Endgeräte machen dem PC-Hersteller schwer zu schaffen. HP plant nun den größten Kahlschlag der Konzerngeschichte.

Foto: Bloomberg
Hewlett-Packard Misses Estimates As Consumers Curb Spending

San Francisco. Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) steht vor dem größten Stellenabbau in der 73-jährigen Geschichte des Unternehmens. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, will er bis Oktober übernächsten Jahres 27.000 Stellen streichen. Davon betroffen sind rund acht Prozent der knapp 350.000 Mitarbeiter von HP. Hintergrund der Entscheidung ist die zunehmende Beliebtheit von Smartphones und anderen mobilen Endgeräten, die dem PC-Hersteller schwer zu schaffen macht. Mit dem Stellenabbau und weiteren Sparmaßnahmen will HP bis zu 3,5 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) einsparen.

Die Ankündigung des Stellenabbaus war erwartet worden, nachdem mehrere Medien vergangene Woche unter Berufung auf nicht näher genannte Personen aus dem Umfeld von HP darüber berichtet hatten. Der im kalifornischen Palo Alto ansässige Computerkonzern kündigte am Mittwoch weiter an, Mitarbeitern Angebote zu unterbreiten, damit sie in den Vorruhestand gehen könnten. So sollten Entlassungen vermieden werden.

+++ HP setzt für Gewinne seine Schwerpunkte neu +++

+++ Hewlett-Packard erwägt Streichung von 30.000 Arbeitsplätzen +++

Die Vorstandsvorsitzende von HP, Meg Whitman, will den größten Teil der geplanten Einsparungen für die Entwicklung weiterer Produkte und Dienstleistungen nutzen, die dem Konzern dabei helfen könnten, sich an technische Veränderungen anzupassen.

Reduzierungen der Belegschaft seien nie einfach, sagte Whitman am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten. In diesem Fall seien sie aber "absolut entscheidend für die Gesundheit des Unternehmens auf lange Sicht".

Anleger zeigten sich nach der Ankündigung am Mittwoch zufrieden: Die HP-Aktie legte um 1,97 Dollar – mehr als neun Prozent – auf 23,05 Dollar zu.

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Die Nachrichten von den Umstrukturierungsmaßnahmen überschatteten am Mittwoch die Quartalszahlen von HP. Der Konzern verzeichnete während des dreimonatigen Zeitraums, der im April endete, Einnahmen von 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro), oder 80 Cent pro Aktie. Das ist ein Rückgang von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als der Gewinn 2,3 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) betrug. Der Umsatz ging um drei Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar (24,4 Milliarden Euro) zurück. Damit lag das Ergebnis rund 800 Millionen Dollar über den Erwartungen von Analysten. (dapd/abendblatt.de)

Spektakuläre Massenentlassungen
Spektakuläre Massenentlassungen
Die Massenentlassung beim US-Computerkonzern Hewlett-Packard sind weltweit kein Einzelfall.
Wenn die Geschäfte nicht gut laufen, müssen Mitarbeiter gehen. Eine Auswahl spektakulärer Massenkündigungen in den vergangenen vier Jahren:
Panasonic:
Um die Folgen des verheerenden Erdbebens und des darauf folgenden Tsunamis im März 2011 auszugleichen, kündigte der japanische Elektronikkonzern Panasonic einen Monat später den Abbau von 17.000 Stellen in den folgenden beiden Geschäftsjahren an.
NEC:
Der japanische Elektronikhersteller NEC kündigte 2009 aus Sparzwängen 20.000 Mitarbeitern. Zwei Jahre später zwangen rückläufige Gewinne zu einer weiteren Massenentlassung von 10.000 Arbeitnehmern.
Citigroup:
Mit einer Massenentlassung von 53.000 Mitarbeitern reagierte die US-Großbank Citigroup im November 2008 auf die Finanzkrise.
Bank of America:
Bei der Übernahme des angeschlagenen Geldhauses Merrill Lynch hatte sich die Bank of America übernommen. Die Großbank kündigte 2008 den Abbau von 35.000 Stellen in den folgenden drei Jahren an.
Kenia:
Weil sie gestreikt hatten, entließ die kenianische Regierung im März 25.000 Angestellte an öffentlichen Krankenhäusern. Die Namen der Mitarbeiter waren nach dem Beginn des Streiks kurzerhand aus den Lohnlisten gestrichen worden. (dapd)
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