Insolvenzen
Firmenpleiten nehmen zu – Privatinsolvenzen sinken
Im Januar sind seit 2010 erstmals wieder mehr Firmen pleite gegangen. Die Zahl überschuldeter Privathaushalte hingegen nimmt weiter ab.
Berlin/Wiesbaden. Im laufenden Jahr rechnen die deutschen Insolvenzverwalter mit einem leichten Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. "Trotz der erstaunlich guten Wirtschaftslage erleben wir in der Praxis eine wachsende Zahl an Insolvenzanmeldungen von Unternehmen", sagte der Vorsitzende des Insolvenzverwalterverbandes VID, Christoph Niering, am Freitag.
"Offensichtlich können von der Sonderkonjunktur in Deutschland nicht alle Unternehmen in gleichem Maße profitieren", sagte Niering. "Hier hinterlässt die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den anderen EU-Ländern ihre Spuren." Zudem zeige sich eine wachsende Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe. Von einer Kreditklemme könne man jedoch noch nicht sprechen, sagte Niering.
+++ 4,4 Prozent weniger Unternehmenspleiten +++
Zuvor hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass die Amtsgerichte im Januar auf Jahressicht erstmals seit August 2010 wieder eine gestiegene Zahl an Firmenpleiten registriert hatten. Im Januar haben die Amtsgerichte 2321 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das sind 0,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit gingen in Deutschland erstmals seit August 2010 wieder mehr Firmen pleite als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
+++ Stichwort: Privatinsolvenz +++
Zugleich sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nach Angaben des Amtes um 2,6 Prozent auf 8236 Fälle. Damit seien zum achten Mal in Folge weniger Privathaushalte als überschuldet registriert worden als im entsprechenden Vorjahresmonat, hieß es.
Die offenen Forderungen aus allen Insolvenzverfahren, die im Januar bei deutschen Amtsgerichten anhängig waren, bezifferten die Statistiker auf 1,9 Milliarden Euro. Im Vorjahresmonat summierten sich die offenen Forderungen noch auf 2,1 Milliarden Euro. (dapd/abendblatt.de)
















