19.03.12

Steigende Strompreise

Die Energiewende macht Strom teurer

Die Bundesnetzagentur rechnet mit Preissteigerungen von bis zu sieben Prozent. Grund: der Ausbau der Stromnetze kostet Milliarden.

Foto: dpa/DPA
Für Industriestrom sei sogar eine Erhöhung der Netzentgelte um bis zu 54 Prozent und eine Strompreissteigerung von bis zu 8 Prozent absehbar
Für Industriestrom sei sogar eine Erhöhung der Netzentgelte um bis zu 54 Prozent und eine Strompreissteigerung von bis zu 8 Prozent absehbar

Bonn. Die privten Haushalte müssen sich wegen der Energiewende auf spürbare Preiserhöhungen einstellen. Hochrechnungen der Bundesnetzagentur ergeben, dass sich Haushaltsstrom in den kommenden Jahren allein durch höhere Netzentgelte um fünf bis sieben Prozent verteuern wird. Hintergrund ist der durch mehr alternative Energien notwendige Ausbau der Stromnetze.

Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Der Zeitung lag ein Bericht der Netzagentur für ihren politischen Beirat vor, der am Montag in Berlin tagte.

+++ Ratgeber: Der Stromanbieterwechsel zahlt sich aus +++


+++ Strompreise werden um bis zu sieben Prozent steigen +++

Das Netzentgelt macht etwa ein Viertel des Strompreises aus. In dem Papier wird eine Steigerung um 16 bis 24 Prozent unterstellt. Für Industriestrom ist sogar eine Erhöhung der Netzentgelte um bis zu 54 Prozent und eine Strompreissteigerung von bis zu acht Prozent absehbar. Nicht berücksichtigt werden in dem Papier andere Kostenfaktoren der Energiewende wie höhere Strombeschaffungspreise durch den Bau neuer Kraftwerke oder eine steigende Umlage für erneuerbare Energien.

+++ Strom wird für Millionen Haushalte teurer +++

+++ Stromversorgung für Deutschland gesichert +++

Die Behörde stützt ihre Hochrechnungen auf Szenarien für den Netzausbau. Wegen des geplanten schnellen Anstiegs des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung parallel zum Ausstieg aus der Atomenergie muss die Netzinfrastruktur modernisiert werden. Die angenommene Investitionsspanne reicht von knapp 30 bis zu 47,5 Milliarden Euro. Genauere Berechnungen werden erst nach Vorlage des Bundesbedarfsplans für die Netze möglich sein, der im Laufe des Jahres erwartet wird. Die Energiewende werde zwangsläufig "zu einer weiteren Erhöhung der Netzentgelte und damit des Strompreises führen", zitiert die "FAZ" aus dem Bericht.

Für höhere Kosten sorgt auch die im Sommer 2011 neu beschlossene Stromnetzentgeltverordnung. Danach können Unternehmen mit hohem Stromverbrauch Rabatte beantragen. Die Zahl der Anträge auf Ermäßigung oder Befreiung von den Netzentgelten sei in die Höhe geschnellt, heißt es in dem Papier. Dieser Weg stehe nicht nur energieintensiven Industriezweigen wie Chemie, Metall oder Glas offen. Auch der Lebensmittelhandel, Hotels und Gaststätten können profitieren. Mehr als 1600 Anträge sind bei der Netzagentur bisher eingegangen. Die Rabatte oder vollständigen Befreiungen haben ein Volumen von mehr als 400 Millionen Euro jährlich – Geld, das auf die übrigen Stromkunden umgelegt wird.

Die Bundesnetzagentur will versuchen, den Preisauftrieb zu bremsen. Dazu heißt es in dem Papier: "Die Energiewende wird längerfristig nur dann politisch durchzuhalten sein, wenn sie zu vertretbaren Kosten umzusetzen ist. Hierzu ist eine durchschlagkräftige Regulierung mit Augenmaß erforderlich." So wird überlegt, die bisher üblichen Sonderentgelte für eine dezentrale Stromeinspeisung bei Windanlagen und Photovoltaik zu streichen. 2011 machten die immerhin eine Milliarde Euro aus. (dpa/abendblatt.de)

Hintergrund: Stichwort Netzentgelte
Hintergrund: Stichwort Netzentgelte
Drei große Faktoren bestimmen den Strompreis: Steuern und Abgaben, Kosten für die Strombeschaffung und die sogenannten Netzentgelte, die derzeit etwa ein Viertel davon ausmachen.
Netzentgelte sind die Kosten für den Transport und die Verteilung des Stroms.
Gezahlt werden sie von den Verbrauchern beziehungsweise den Stromlieferanten an die Netzbetreiber.
Sie können - zum Beispiel für Großkunden – auch individuell festgelegt werden, müssen aber "angemessen, diskriminierungsfrei und transparent" sein.
Genehmigt werden sie von der Bundesnetzagentur oder den Ländern.
Wegen des Trends hin zu erneuerbaren Energien müssen die Netze ausgebaut werden, was auch zu höheren Kosten führt. (dpa)
Wichtige Stromspartipps für jeden Haushalt
Wichtige Stromspartipps:
Jeder Haushalt in der Europäischen Union könnte im Jahr bis zu 1000 Euro einsparen, wenn effizienter mit Energie umgegangen wird. Dies hat das Umweltbundesamt errechnet und gibt Verbrauchern wichtige Spartipps.
Energieeffiziente Geräte: Schon beim Kauf von Geräten sollte man auf den Energieverbrauch achten. Dies führt dauerhaft zu günstigeren Energiekosten und macht den höheren Kaufpreis oft schnell wieder wett. Empfehlenswert seien Geräte mit dem Blauen Engel oder dem EU-Umweltzeichen.
Glühbirnen ersetzen: Energiesparlampen verbrauchen 80 Prozent weniger Strom als normale Glühlampen. Mit elf Watt liefert sie fast die gleiche Lichtmenge wie eine Glühlampe mit 60 Watt. Auch ihre Lebensdauer ist mit 8000 bis 12 000 Stunden acht- bis zwölfmal länger. Ein Haushalt kann im Schnitt durch den Umstieg auf Energiesparlampen 50 bis 170 Euro an Stromkosten im Jahr einsparen.
Stand-by-Funktion ausschalten: Viele Elektrogeräte verbrauchen Strom auch in Zeitspannen, in denen sie ihre eigentliche Funktion gar nicht erfüllen. Ein auf Stand-by gestellter DVD-Player kann eine Leistungsaufnahme von 15 Watt haben, was über das Jahr betrachtet Stromkosten von 21,90 Euro verursacht. Stromräuber lassen sich durch einfaches Steckerziehen abschalten.
Effizientes Kühlen: Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen etwa ein Fünftel des Stromes im Haushalt. Um Energie zu sparen, sollten diese möglichst in ungeheizten Räumen und nicht neben anderen Wärmequellen wie Heizkörpern oder in direkter Sonneneinstrahlung aufgestellt werden. Lassen Sie erhitzte Lebensmittel erst abkühlen, bevor Sie diese in den Kühlschrank stellen oder einfrieren.
Waschen und Trocknen: Waschmaschinen sollten immer möglichst voll beladen betrieben werden. Ein Waschgang bei 40 Grad, was als Temperatur für normal verschmutzte Wäsche völlig ausreichend ist, bringt etwa 50 Prozent Energieeinsparung gegenüber dem 60-Grad-Waschprogramm mit sich. Für das Trocknen der Wäsche ist die Wäscheleine dem Trockner vorzuziehen.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

„Du lebst in unseren Herzen weiter.“ Der Hamburger Sportverein „Dersimspor“ trauert um den siebenjährigen Effi, der am Freitagabend nach dem Training der C-Jugend tödlich verunglückte
19.05.13Toter Siebenjähriger
Verein trauert: "Du lebst in unseren Herzen weiter."

Nach dem tödlichen Unfall eines Siebenjährigen am Freitagabend gibt es bislang keinen Beschuldigten. Der Junge war beim Aufstellen eines Tores getroffen worden und im Krankenhaus einem schweren Schäde… mehr...


Mit einer eigenen Anleihe reagiert die Rickmers-Gruppe auf die fundamentalen Änderungen, die nach der Finanzkrise die Schifffahrtsbranche heimgesucht haben
08:43Schifffahrtskrise
Rickmers-Gruppe bringt eigene Anleihe auf den Markt

Um in der Krise weiterhin investieren zu können, sucht die Hamburger Reederei nach neuen Kapitalquellen. Anleger sollen für ihr Geld über 8,5 Prozent Zinsen erhalten. mehr...


Landfrust statt Landlust: Im Eichsfeld – in der Karte mit quadratischem Rahmen eingezeichnet – tobt ein Streit zwischen Naturschützern und Bauern
19.05.13"Grünes Band"
Landwirte fürchten kalte Enteignung ihrer Felder

Wo früher die innerdeutsche Grenze das Eichsfeld zerschnitt, soll das "Grüne Band" wachsen. Zwischen Bauern und Naturschützern ist ein erbitterter Streit um Äcker, Wiesen und Öko-Nischen ausgebrochen. mehr...


Gruppenjubel beim FC St. Pauli
19.05.132. Liga
St. Pauli gewinnt 2:1 in Lautern und wird noch Zehnter

Sehenswerte Tore von Daube und Ginczek in der ersten Hälfte. Am Ende mussten die Hamburger aber um den Sieg zittern. Ginczek verpasst mit 18 Treffern knapp die Torjägerkanone der 2. Liga. mehr...

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. WirtschaftGerechte LöhneSchweizer zanken über revolutionäres Lohnmodell
  2. 2. AuslandSyrienArmee erobert nach Offensive Rebellenstadt Kusseir
  3. 3. AuslandSchiefergasförderungOettinger kündigt EU-Vorstoß zu Fracking an
  4. 4. VerbraucherGesundheitPflege aus Osteuropa – Ein riskantes Sparmodell
  5. 5. Deutschland„Grünes Band“Landwirte fürchten kalte Enteignung ihrer Felder
Top-Videos
Block House zeigt:
Matz ab nach dem 0:1 gegen Leverkusen

Nach der Bundesliga-Partie gegen Bayer Leverkusen diskutierten Dieter Matz und Marcus Scholz mit den Ex-Profis Harry Bähre und Klaus Fock…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Auszeichnung

Peter Maffay ist ein "Goldenes Schlitzohr"

2. Liga

Die Bilder zu Lautern - St. Pauli

Die ESC-Party auf der Reeperbahn

Nordseeinsel

Sylter Marsch - vom Ellenbogen bis Hörnum

tb_top_arbeitgeber.jpg
Hamburgs Beste Arbeitgebe…

Erfahren Sie hier mehr über die Preisträger 2013!mehr

tb_umweltp.gif
UmweltPartnerschaft

Lernen Sie hier die UmweltPartner in Hamburg kennen!mehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr