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Wirtschaft

Backfabrik Müller-Brot

Großbäckerei erhält von Banken Geld für Reinigung

Geld für Reinigungsarbeiten ist gesichert, auch die Mitarbeiter bekommen ihr Gehalt. Manager in Verdacht wegen Insolvenzverschleppung.

Nach Hygieneskandal: Die Großbäckerei Müller-Brot erhält für notwendige Reinigungs- und Wartungsarbeiten Geld von den Banken. Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft, ob Müller-Brot-Manager die Insolvenz verschleppt haben
Foto: dapd/DAPD

Neufahrn. Die nach einem Hygieneskandal insolvente Großbäckerei Müller-Brot erhält von den Banken Geld zur Fortsetzung der notwendigen Reinigungsarbeiten. In Verhandlungen mit Kreditinstituten sei es gelungen, die Finanzierung der Reinigungs- und Wartungsarbeiten in der Fabrik in Neufahrn bei Freising zu sichern, teilte Insolvenzverwalter Hubert Ampferl am Dienstag mit. Die Produktion war vor mehr als drei Wochen gestoppt worden, nachdem Mäusekot und Ungeziefer in Backzutaten sowie Maschinen überhandgenommen hatten. Dennoch hält Ampferl eine Rettung des Unternehmens trotz Insolvenz und ruhenden Betriebes für möglich.

Der Neustart der Produktion bleibe das wichtigste Ziel, erläuterte der Jurist. Dies könne in etwa zwei Wochen sein. „Die Fertigung startet aber erst, wenn die Hygiene ohne Wenn und Aber wieder hergestellt ist.“ Das Reinigungskonzept für die Produktionsanlagen sei grundlegend überarbeitet worden, berichtete der Insolvenzverwalter. Zudem stellte Ampferl dem Produktions-Geschäftsführer mit sofortiger Wirkung den Stuhl vor die Tür.

+++ Die Backfabrik Müller-Brot ist zahlungsunfähig +++

+++ Mäusekot und Speisereste: Müller-Brot seit langem im Visier +++

Als nächsten Schritt will der Krisenmanager mit den Banken einen Massekredit zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts bei Müller-Brot aushandeln. Von der Agentur für Arbeit würden die noch immer ausstehenden Löhne für Januar bezahlt, und auch die Bezüge der Mitarbeiter für Februar und März seien sicher.

Ampferl will das Filial- und Vertriebsnetz der Großbäckerei erhalten. „Denn während die Mitarbeiter durch das Insolvenzgeld vorübergehend geschützt sind, trifft die Insolvenz die Pächterorganisation mit besonderer Härte.“Weiterhin will der Insolvenzverwalter demnächst Kontakt zu den Handelsketten aufnehmen, die sich in den vergangenen Wochen von Müller-Brot abgewandt hatten.

Die Staatsanwaltschaft prüft inzwischen, ob die Manager von Müller-Brot die Insolvenz verschleppt haben. Außerdem steht der Verdacht der Untreue im Raum, weil die Kautionen von Pächtern des weit verzweigten Filialnetzes in teils fünfstelliger Euro-Höhe aufgebraucht wurden, obwohl sie hätten treuhänderisch verwaltet werden müssen. (dpa/abendblatt.de)

 

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