Ratingagentur
Runtergestuft: Moody's wertet sechs Euro-Länder ab
Als Grund für die Abstufungen führte Moody’s die Schuldenkrise an. Es sei demnach unklar, ob und wie die Probleme gelöst werden könnten.
Neuer Rating-Schock für Europa. Gleich fünf Länder wurden von Moody's abgewertet. Besonders betroffen: Spanien
Foto: picture alliance / dpa/EPA
New York. Es ist ein weiterer Schock für die Euro-Zone: Gleich fünf Länder wertete die Ratingagentur Moody's in einem Rundumschlag am späten Montagabend ab. Deutschland war nicht betroffen. Als wirtschaftliches Schwergewicht der Eurozone blieb es zunächst verschont. Dagegen senkte Moody’s den Daumen über Italien, Spanien, Slowenien, der Slowakei, Portugal und Malta. Besonders hart betroffen: Spanien. Dessen Kreditwürdigkeit wurde um gleich zwei Stufen abgewertet. Bis auf Portugal besitzen aber alle genannten Länder immer noch ein gutes bis befriedigendes Rating. Eine verschlechterte Kreditwürdigkeit bedeutet in der Regel, dass Staaten höhere Zinsen für Kredite zahlen müssen oder Probleme bekommen, überhaupt an frisches Geld zu gelangen.
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Die führende Ratingagentur Standard & Poor’s hatte im Januar für einen Schock gesorgt, indem sie unter anderem Frankreich und Österreich die Bestnote AAA aberkannte. Die kleinere Agentur Fitch stufte anschließend ebenfalls mehrere Euroländer ab. Bei Moody’s behalten die Franzosen und Österreicher zwar ihr Spitzen-Rating, doch ist der Ausblick bei beiden Staaten nun negativ. Das heißt, dass die Gefahr einer Abstufung wächst. Auch dem bislang mit einer Bestnote bewerteten Nicht-Euroland Großbritannien droht dieses Schicksal.
Als Grund für die Abstufungen führte Moody’s die Schuldenkrise an. Es sei unklar, ob und wie die Probleme gelöst werden könnten. Die wirtschaftlichen Aussichten verschlechterten sich vor diesem Hintergrund, hieß es. Das wiederum belaste die Finanzmärkte und könnte in der Zukunft für weitere Schocks sorgen. Großbritannien, wenngleich nicht selbst Mitglied der Eurozone, drohe von diesen Schocks in Mitleidenschaft gezogen zu werden, warnte Moody’s. Zudem verschlechterten sich auch auf der Insel die wirtschaftlichen Perspektiven, was den geplanten Schuldenabbau infrage stelle.
Moody’s verpasste auch den bereits abgewerteten Staaten durchgehend einen negativen Ausblick. Dagegen ist Deutschlands Aaa-Spitzenrating derzeit nicht gefährdet, wie die Agentur betonte. Der Ausblick bleibt stabil. Ebenfalls unberührt bleibt nach einer gesonderten Erklärung vom Dienstag der Rettungsfonds EFSF. Er hat bei Moody’s weiterhin ein Spitzen-Rating mit einem stabilen Ausblick. Standard & Poor’s dagegen hatte das Rating um eine Stufe gesenkt, was die Bemühungen um die Stabilisierung der Eurozone erschweren könnte.
Bislang jedoch hielten sich die Auswirkungen der Rating-Abstufungen in Grenzen. Im Gegenteil: Manche Eurostaaten schafften es sogar in jüngerer Vergangenheit, sich zu günstigeren Konditionen Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Erst am Montag hatte die Verabschiedung des Sparpakets durch das griechische Parlament die Börsianer aufatmen lassen.
Reaktion an den Märkten: Der Euro fällt
Der Kurs des Euro ist am Dienstag nach einem erneuten Rundumschlag einer führenden Ratingagentur gegen die Eurozone deutlich unter die Marke von 1,32 US-Dollar zurückgefallen. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3140 Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7609 Euro. Zu Beginn der Woche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs noch auf 1,3254 (Freitag: 1,3189) Dollar festgesetzt.
Nach Standard & Poor’s (S&P) hatte in der vergangenen Nacht mit Moody’s eine weitere führende US-Ratingagentur die Bewertung von etlichen Ländern der Eurozone abgestuft. Unter anderem traf es die angeschlagenen Staaten Italien, Spanien und Portugal. Zudem setzte Moody’s den Ausblick für die Bestnoten Frankreichs und Österreichs auf negativ.
„Natürlich musste der aufmerksame Beobachter mit weiteren Abstufungen durch die Rating-Agenturen rechnen und Moody’s hat letztlich nur den vorherigen Schritt von S&P nachvollzogen“, hieß es in einer Einschätzung der Commerzbank. Dennoch sei die Serie von neuen Abstufungen eine Belastung für den Euro. Der Anleger bekomme die Probleme der Eurozone abermals „vor Augen geführt“.





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