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Wirtschaft

Flugsicherheit

Haarrisse an Tragflächen: Airbus muss Flügel reparieren

Haarrisse an den Tragflächen des A380 rufen Flugsicherheitsbehörde auf den Plan. Die Kosten sind bislang noch nicht abzuschätzen.

Fast 80 Meter Spannweite haben die Tragflächen eines Airbus A380
Foto: picture alliance / dpa/dpa

Hamburg. Das Problem mit den Haarrissen in den Tragflächen von Airbus-A380-Jets weitet sich aus: Nach einer Anweisung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA müssen nun alle 68 bisher ausgelieferten Flugzeuge überprüft und gegebenenfalls repariert werden. Eine vorherige Anweisung der Behörde von Ende Januar hatte sich auf 20 Maschinen bezogen.

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Konkret geht es um Klammern, die die Flügelrippen mit der Außenhaut verbinden. In beiden Tragflächen gibt es je bis zu 60 dieser Rippen mit rund 2000 Klammern. Dies sind L-förmige Aluminiumgebilde von rund 20 Zentimeter Länge.

Singapore Airlines hat bereits einige Erfahrung mit den Überprüfungen: "Von den 15 A380, die bei uns im Dienst sind, haben wir bis jetzt acht untersucht und repariert", sagte Firmensprecher Peter Tomasch dem Abendblatt. Man habe jeweils "etwa eine Handvoll" der Klammern austauschen müssen.

Die Überprüfung, bei der man Wirbelstromsensoren einsetzt, dauere einen Tag, die Reparatur bis zu zwei Tage. Anstelle des A380 habe man auf mehreren Flügen einen kleineren Boeing-Jet eingesetzt. Allerdings müssen die doppelstöckigen Airbus-Giganten für die Reparatur nicht nach Europa kommen: Die Arbeiten können in den eigenen Werkstätten vor Ort erledigt werden, Airbus versendet die benötigten Austauschteile an die Fluggesellschaften.

Für den Flugzeughersteller kam die neue Anweisung der EASA nach den bisherigen Erkenntnissen aus den Untersuchungen nicht überraschend, sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath. Die Kosten der Reparaturen trage Airbus im Rahmen der Garantie. Bisher lasse sich nicht absehen, wie hoch der Betrag sein werde. "Wichtig ist, dass keine tragenden Teile betroffen sind", so Schaffrath, "die Sicherheit der A380-Flotte stand nie infrage."

Für Schlagzeilen hatten die Probleme vor allem deswegen gesorgt, weil die ersten Risse an der Maschine entdeckt wurden, die im November 2010 einen schweren Triebwerkschaden hatte. Zur Ursache des Problems mit den Rissen sagte der Airbus-Sprecher, bei den Klammern in den aus britischer Produktion stammenden Tragflächen habe das verwendete Material nicht zu dem gewählten Einbauverfahren gepasst. Es traten Belastungen auf, denen die Aluminiumlegierung nicht gewachsen war. "Wir sind dabei, dieses Verfahren umzustellen", erklärte Schaffrath. Bis zum Sommer werde dieser Prozess abgeschlossen sein, sodass an den neu gefertigten Flugzeugen dann keine Risse mehr auftreten.

Gemäß der EASA-Anweisung müssen die bisherigen A380-Maschinen überprüft werden, sobald sie 1300 Flüge angesammelt haben. Ist diese Marke bereits überschritten, muss die Untersuchung innerhalb von drei Wochen erfolgen. Dies trifft vor allem die Fluggesellschaften Singapore Airlines, Emirates aus Dubai und Air France, weil sie zu den ersten Kunden zählten. Laut Airbus sind die Maschinen bei 1300 Flügen im Schnitt gut zwei Jahre alt.

Bei der Lufthansa sind aktuell acht A380 im Einsatz. "Wir haben aber noch etwas Zeit, weil unsere Flugzeuge maximal etwa 900 Flüge absolviert haben", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Daher könne man die Arbeiten gut planen: "Wir werden den Zeitplan so gestalten können, dass keine Flüge ausfallen müssen." Tomasch bezeichnete die Betriebseinschränkungen bei Singapore Airlines zwar als "ärgerlich." Generell gebe es aber "überhaupt keine Kritik" an dem A380: "Das ist ein sehr gutes und zuverlässiges Flugzeug", das bei den Passagieren äußerst beliebt sei. Ähnliche EASA-Anweisungen gebe es auch für viele Jets anderer Hersteller. "Die öffentliche Aufmerksamkeit für den A380 ist aber sehr hoch, darum registriert man das in diesem Fall besonders", sagte Tomasch.

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dpa

Tatsächlich hat auch der US-Konzern Boeing Probleme mit seinem neuesten Produkt: Bei einigen Exemplaren des neuen Langstreckenflugzeugs 787 Dreamliner seien Reparaturarbeiten am Heck nötig, teilte der Airbus-Rivale am Montag mit. Nach einem Bericht der in Sachen Boeing meist gut informierten "Seattle Times" halten Kohlefaserteile im hinteren Rumpfbereich nicht richtig zusammen. Das Fachmagazin "Flightglobal" berichtete von mindestens drei Maschinen, die betroffen seien. Boeing selbst wollte dazu keine Details preisgeben. Die Sicherheit der Maschinen sei jedoch gewährleistet, hieß es lediglich. Boeing hat seit September fünf Dreamliner ausgeliefert, alle gingen an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways.

Die besonders leichten Verbundmaterialien, die bei der 787 erstmals bei einem Verkehrsjet großflächig zum Einsatz kommen, hatten Boeing schon mehrfach Ärger bereitet und milliardenschwere Mehrkosten verursacht. Das Flugzeug wurde wegen erheblicher Fertigungsschwierigkeiten mit mehr als drei Jahren Verspätung ausgeliefert.

Der Airbus A320:

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