Nach der Pleite
Die Schlecker-Frauen geben nicht auf
Trotz dem schlechten Ruf der insolventen Drogeriekette hoffen viele Schlecker-Verkäuferinnen auf eine Zukunft bei ihrem Unternehmen.
Die Schlecker-Betriebsrätin Katharina Klose in Dresden vor einer Filiale der insolventen Drogeriekette
Foto: dpa/DPA
Dresden/Ehingen. Die junge Frau mit den langen, schwarzen Haaren klingt gar nicht niedergeschlagen. Katharina Klose macht ihren Job gerne, sagt sie. Seit elf Jahren arbeitet sie für die Drogeriekette Schlecker. Doch dann kam Freitag, der 20. Januar. Kunden sprachen die 30-jährige Dresdnerin auf die Insolvenz an. „Dabei wusste ich doch von gar nichts, die hatten das im Fernsehen gesehen“, erinnert sie sich an den Tag, an dem die Drogeriekette ihre Zahlungsunfähigkeit eingestand.
+++ Insolvenzverwalter trägt große soziale Verantwortung
+++
+++ Schlecker will sich über Insolvenz sanieren +++
Mehr als zwei Wochen später sagt sie nun: „Ich glaube, dass es wieder bergauf gehen kann.“ Zwar bangt sie genau wie die rund 32 000 weiteren Beschäftigten von Schlecker und der ebenfalls insolventen Tochter IhrPlatz um ihren Job. „Aber es läuft auf eine Sanierung hinaus. Das klappt aber nur mit uns, nicht gegen uns.“ Es sind vor allem Frauen, die von einer der größten Insolvenzen im deutschen Handel betroffen sind. Viele davon haben Familien, andere sind ledig - wie Klose.
„Das klingt glaubhaft“, kommentiert sie einen Auftritt des vorläufigen Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz vor dem Gesamtbetriebsrat des Unternehmens. Und dass auch noch Lars Schlecker in der vergangenen Woche in Oberhof in Thüringen dabei gewesen sei, habe sie ziemlich überrascht. „Das hat mich positiv gestimmt, auch wenn es ohne Kündigungen wohl kaum gehen wird, das ist ja klar.“
„Der Lars Schlecker ist den Menschen ziemlich nahe gekommen“, sagt Christel Hoffmann, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats. Ganz im Gegensatz zu Anton Schlecker, seinem Vater. Denn der zeigte sich nie bei den Arbeitnehmervertretern. Doch die alten Zeiten, in denen ein Klima der Angst bei der Drogeriekette herrschten, seien vorbei. „Schlecker ist der einzige Drogeriediscounter, der nach Tarif bezahlt“, darauf besteht die 58-Jährige. Wobei nun erst mal das Insolvenzausfallgeld einspringt.
Die Verhältnisse waren für die Schlecker-Verkäuferinnen in den rund 60 Filialen in und um Dresden auch vor der Insolvenz nicht immer paradiesisch, schränkt Klose ein. „Der Druck ist trotz allem da. Da gibt es zum Beispiel die neuen Führungsgrundsätze, die vergangenes Jahr eingeführt wurden“, sagt sie. „Aber nicht jeder Bezirksleiter beherrscht sich. Manch eine Kollegin hat immer noch Angst, sich krankzumelden, wenn sie erkältet ist.“ Klose selbst hat indes keine Angst, ihre Meinung zu sagen: „Schon das „Tut mir leid“ in Zusammenhang mit einer Erkältung ist ja eigentlich falsch“, meint sie. „Und Abmahnungen gibt es manchmal auch noch viel zu früh.“ Verstörend seien für viele der Kolleginnen Testkunden. „Wir sollten unsere Kunden zum Beispiel auf neue Prospekte ansprechen. Wenn dann ein Kunde kam, dem wir keines gaben, wurde uns das nachher vorgehalten – aber manchmal hatte der ja schon ein Prospekt bekommen, weil er ein Stammkunde ist“, erzählt die 30-Jährige.





Branchenbuch Hamburg
Bauunternehmen Dirk Kage
Hamburger Gutscheinwochen
EnergieBauZentrum


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



