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Wirtschaft

Spirituosenhersteller

Bacardi will sein Jubiläum mit Umsatzplus feiern

Seit bereits 150 Jahren schreibt der Spirituosenhersteller eine Erfolgsgeschichte. Zum Jubiläum gibt es ein Umsatzplus und neue Jobs.

Der Bacardi-Chef für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Skandinavien, Mark de Witte, in der Hamburger Zentrale
Foto: Roland Magunia

Hamburg. Im 150. Jubiläumsjahr von Bacardi fühlt sich die Hamburger Deutschland-Zentrale des Spirituosenkonzerns gut aufgestellt. "Wir werden 2012 erstmals die Umsatzmarke von 200 Millionen Euro übertreffen", sagte Mark de Witte, seit dem 1. Dezember Chef für Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien, dem Abendblatt. Bereits im Jahr 2011 konnte das Unternehmen beim Umsatz um acht Prozent zulegen. Auch neue Mitarbeiter will de Witte einstellen. "Wir brauchen noch ein gutes Dutzend Vertriebsmanager und Marketingexperten", sagt der 52 Jahre alte Niederländer.

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Vor allem in Deutschland gebe es noch Wachstumspotenzial für den Konzern, der neben den Marken Bacardi unter anderem auch Bombay Gin und Martini produziert und auf dem deutschen Markt vertreibt. Weltweit umfasst das Portfolio des Unternehmens sogar mehr als 200 Marken und Markennamen. "Am gesamten deutschen Alkoholabsatz beträgt der Anteil von Spirituosen gerade mal fünf Prozent, 78 Prozent des Gesamtverbrauchs entfällt dagegen auf Bier, der Rest auf Wein", begründet de Witte seine Hoffnung auf weiteres Wachstum.

Vor allem mit Neuheiten wie dem braunen, würzigen Rum Bacardi OakHeart will de Witte neue Kunden anlocken, genauso mit der an Wodka erinnernden Marke Bacardi Razz. "Wir sind der Innovationsmotor in der Branche", sagte de Witte und knüpft damit an die Tradition des Rumkonzerns an, der seinen Sitz auf den Bermudas hat. Gegründet wurde das Unternehmen 1862 von dem nach Kuba ausgewanderten Spanier Don Facundo Bacardi Massó. "Er schuf den ersten trinkbaren Rum", so der Chef. Die Kubaner fanden schnell Gefallen an dem Getränk. 1200 Flaschen wurden im ersten Jahr verkauft. Heute setzte das Unternehmen jedes Jahr 240 Millionen Flaschen Rum ab, der zuvor in ausgebrannten amerikanischen Eichenfässern reifte. Die Fledermaus als Logo entwarf die Frau des Gründers. Denn die Tiere galten in Spanien zu dieser Zeit als Glücksbringer.

In Deutschland wird Bacardi seit dem Jahr 1926 angeboten, nachdem das Hamburger Handelshaus Charles Hosie die Spirituosen einführte. 1983 wurde Bacardi dessen alleiniger Gesellschafter. Knapp zehn Jahre später wurde die Deutschland-Zentrale als Bacardi GmbH gegründet. "Hamburg ist ein idealer Standort für uns, hier sitzen große Kunden und zahlreiche Werbeagenturen", so de Witte. Auch könne man in den vielen Hamburger Klubs neue Trends der Partyszene beobachten.

Vor wenigen Jahren musste der Konzern allerdings einen herben Rückschlag verkraften. 1994 wurden die zunächst sehr erfolgreichen Alcopops Bacardi Breezer und Rigo eingeführt. Auch andere Hersteller zogen nach. Vor allem Jugendliche kauften die süßlich schmeckenden Alcopops. Das rief die Politik auf den Plan. Die Steuer auf die Getränke wurde erhöht, der Absatz ging zurück. Bacardi und andere Anbieter stellten den Vertrieb 2007 ein. Weiterhin verkauft das Unternehmen aber Mixgetränke wie Bacardi mit Cola oder Razz mit Limo in der Dose. "Darauf vermerken wir sichtbar, dass Alkohol erst ab 18 Jahren genossen werden sollte", so de Witte. Als Botschafter gegen zuviel Alkoholkonsum habe Bacardi zudem Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher und aktuell Tennisprofi Rafael Nadal engagiert.

Rund 250 Mitarbeiter arbeiten derzeit für den deutschen Markt, 75 davon betreiben die Abfüllanlage des Konzerns in Buxtehude, die anderen 175 Beschäftigten sind in der Zentrale und im Außendienst. Die Spirituosen werden in Cuxhaven direkt per Schiff angeliefert. "In Buxtehude werden auch Getränke für den britischen Markt abgefüllt", sagt de Witte, der am Freitagabend mit seinen Mitarbeitern den 150. Geburtstag von Bacardi im Hotel Atlantic feierte. Und es soll nicht das letzte Fest im Jubiläumsjahr gewesen sein. "Wir planen bundesweit Aktionen in Klubs", sagt de Witte. Auch in Hamburg soll es weitere Events geben.

 

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