Dienstag, 29. Mai 2012, 10:05

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Deutsche Börse und NYSE

Nach geplatzter Börsenfusion: Suche nach Schuldigen

Wer ist Schuld an der geplatzten Börsenfusion zwischen Frankfurt und New York? Die Deutsche Börse schiebt den Schwarzen Peter nach Brüssel.

Die Börse in New York: EU-Wettbewerbeskommissar Joaquin Almunia ist gegen ein Zusammenschluss mit der Deutschen Börse
Foto: dpa/DPA

Frankfurt/Brüssel. Die Deutsche Börse lastet Brüssel das Scheitern ihrer Fusion mit der New Yorker NYSE Euronext an. Auf die Frage nach persönlichen Konsequenzen sagte Vorstandschef Reto Francioni der „Financial Times Deutschland“: „Das Projekt war richtig, und seine Logik ist es unverändert. Im Gegenzug muss man eher nach einer übergeordneten Verantwortung der Wettbewerbsbehörde fragen.“ Die Deutsche Börse behalte sich eine Klage gegen die Entscheidung vor. Das könne aber erst entschieden werden, „wenn wir die Begründung zur Untersagung der Kommission juristisch analysiert und bewertet haben“, sagte der 56-Jährige.

+++ EU-Wettbewerbshüter haben weiterhin Bedenken +++
+++ Grünes Licht für Börsenfusion aus Washington +++

Die EU-Kommission hatte den Zusammenschluss von Deutscher Börse und New York Stock Exchange (NYSE) zum weltgrößten Handelsplatz am Mittwoch wegen massiver Wettbewerbsbedenken untersagt. Europas oberster Wettbewerbshüter Joaquín Almunia begründete das Veto mit der Sorge vor einem Quasi-Monopolisten im Handel mit Derivaten – also Finanzwetten. Am Wochenende waren erste Forderungen nach einem personellen Neuanfang an der Deutsche-Börse-Spitze laut geworden.

„Wir haben keine Zeit, eine verpasste Chance zu betrauern, dazu ist der Wettbewerb viel zu stark“, sagte Francioni der „FTD“. „Wir werden mit Nachdruck unsere Positionen ausbauen, mit Schwerpunkt auf den Bereichen Derivateclearing, Risiko- und Sicherheitenmanagement. Darüber hinaus werden wir die Internationalisierung und unser eigenes Wachstum beschleunigen.“ Der Schweizer, der den Dax-Konzern seit November 2005 führt, bekräftigte: „Wir sind stark genug, auch wenn es jetzt länger dauern wird als mit einer Fusion.“

Francioni steht wegen der gescheiterten Fusion in der Kritik. „Hier sind ganz klar Managementfehler passiert, dafür müssen hoch bezahlte Vorstände die Verantwortung übernehmen“, sagte Betriebsrat und Aufsichtsratsmitglied Johannes Witt am Wochenende der Nachrichtenagentur dpa. Der Börsenchef verwies indes in den vergangenen Tagen wiederholt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 und gute Aussichten für den Konzern 2012.

(dpa)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus