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Wirtschaft

Deutsche Börse & NYSE Euronext

Börsenfusion vor dem Aus – Brüssel entscheidet

So nah waren sich Deutsche Börse und NYSE noch nie. Doch es müsste ein Wunder passieren, damit die Fusion im dritten Anlauf klappt. Die Signale aus Brüssel waren deutlich, an diesem Mittwoch dürften die EU-Wettbewerbshüter den Daumen senken.

Frankfurt/Brüssel. Die geplante Börsenfusion Frankfurt-New York wackelt seit Wochen – am Mittwoch (1. Februar) fällt Brüssel sein Urteil. Inzwischen rechnet fast keiner mehr damit, dass die EU-Kommission den Megadeal genehmigen wird. Fast genau ein Jahr nach der pompösen Ankündigung der Börsenehe zwischen Deutscher Börse und New York Stock Exchange (NYSE Euronext) dürfte der Zusammenschluss auch im dritten Anlauf platzen.

Bis zuletzt versuchten die beiden Konzerne die skeptischen Prüfer rund um EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Brüssel stößt sich vor allem an der Marktmacht der Fusionspartner im Derivatehandel in Europa. Auf diesem Feld kommen die Börsen mit ihren Tochtergesellschaften Eurex (Deutsche Börse) und Liffe (NYSE Euronext) auf mehr als 90 Prozent Marktanteil – ein Monopol im europäischen Terminhandel, wie Almunia moniert.

Die Fusionspartner gingen auf Brüssel zu – etwa mit ihrer Bereitschaft zum Verkauf des gesamten Aktienderivate-Geschäfts der Liffe. Doch einen Zusammenschluss um jeden Preis, das machten beide Seiten klar, wollten sie nicht. Der Handel mit Derivaten - vereinfacht gesagt Finanzwetten – gilt als besonders lukrativ.

Gegenwind kam bis zuletzt auch aus Hessen: Die im Wirtschaftsministerium angesiedelte Börsenaufsicht sorgte sich um die Fortentwicklung der Deutschen Börse am Standort Frankfurt. Ein Knackpunkt: Der fusionierte Konzern sollte über eine in den Niederlanden angesiedelte Dachgesellschaft gesteuert werden. Der gesamte Gewinn wäre dann künftig an die Holding abgeführt worden. Ressortchef Dieter Posch (FDP) betonte, der vorgelegte Plan von Deutscher Börse und NYSE reiche nicht aus, um die börsenrechtlichen Bedenken der hessischen Börsenaufsicht auszuräumen.

Offiziell zeigten sich Vertreter der Deutschen Börse zwar noch zuversichtlich. So äußerte der Aufsichtsratsvorsitzende des Frankfurter Dax-Konzerns, Manfred Gentz, vor einer Woche: „Die Entscheidung ist noch nicht getroffen, wir hoffen immer noch, dass sie positiv ausgeht.“ Doch vorsorglich schoben die Partner schon einmal den Brüsseler Wettbewerbshütern den Schwarzen Peter für das wahrscheinliche Scheitern zu. Die EU-Kommission scheine „die globale Dimension des schon bestehenden und sich rasant weiterentwickelnden Wettbewerbs auch auf dem Börsensektor zu negieren“, sagte Gentz. Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni betonte, er sehe den Frankfurter Marktbetreiber auch ohne Partner „bestens aufgestellt“. (dpa)

 

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