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Wirtschaft

Blohm + Voss

"Verkauf wird in nächsten Wochen abgeschlossen"

Hamburgs IG-Metall-Chef hofft auf Auftrag für eine Megayacht. Der Verkauf von Blohm + Voss soll in nächsten Wochen abgeschlossen werden.

Blohm+Voss-Verkauf soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden
Foto: Getty Images/Getty

Hamburg. Beim Verkauf von Hamburgs Traditionswerft Blohm + Voss wird heute die nächste Hürde genommen. Davon geht Eckard Scholz aus, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Werft sowie der Holding für die Hamburger Betriebe. "Parallel zur Hauptversammlung in Bochum wird der Aufsichtsrat der Muttergesellschaft ThyssenKrupp dem Verkauf voraussichtlich zustimmen", sagte Scholz dem Abendblatt. Eine Sprecherin von ThyssenKrupp wollte den Termin gestern mit Blick auf die Hauptversammlung des Konzerns zunächst nicht kommentieren.

Bereits am 11. Dezember hatte mit der ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) die Schiffbauholding des Konzerns den Vertrag mit dem englischen Finanzinvestor Star Capital Partners unterzeichnet. Mit dem endgültigen Abschluss des Verkaufsprozesses rechnet Scholz nun innerhalb der nächsten vier Wochen. Dafür müssen noch die Kartellbehörden in Brüssel und Berlin zustimmen und der Verkauf nach dem Außenwirtschaftsgesetz - wie bei allen Rüstungsbetrieben - geprüft werden. "Die Betriebsräte und die IG Metall gehen davon aus, dass das Konzept zum Bau von Megayachten sowie Korvetten und Fregatten trägt", sagte Scholz, der als 1. Bevollmächtigter an der Spitze der IG Metall in der Hansestadt steht.

Für die 1500 Arbeitnehmer bei der Werft, der Reparatur und im Maschinenbau gibt es keine Beschäftigungsgarantie, sondern nach Gewerkschaftsangaben lediglich die Zusage, dass es während der Übernahme zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen werde. Dieser Zeitraum ist aber nicht näher definiert.

Der neue Eigentümer hat bisher keine Erfahrungen im Schiffbau. Die Briten haben sich in der Telekommunikation, in der Gesundheitsbranche, im Verkehr und der Abfallwirtschaft engagiert und sind in Deutschland an Altenheimen beteiligt.

Um die Werft für die Zukunft abzusichern, fehlt immer noch ein Auftrag über eine Megayacht. Mit ihm und den vier Fregatten für die Deutsche Marine, die bis 2018 fertiggestellt werden sollen, wäre das Unternehmen gut ausgelastet. "Wir rechnen aber erst in einigen Monaten mit dem neuen Auftrag", sagte Scholz. Betriebsräte und Gewerkschaft erwarten, dass die Briten zumindest bis zur Fertigstellung der Yacht Eigentümer der Schiffbauaktivitäten von Blohm + Voss bleiben. Die Bauzeit wird insgesamt auf fünf Jahre geschätzt.

Nach dem Verkauf des zivilen Bereichs von Blohm + Voss bleibt künftig nur noch Blohm + Voss Naval bei ThyssenKrupp. Das Unternehmen, das sich mit dem Engineering und dem Projektmanagement für Marineschiffe befasst, beschäftigt in Hamburg sowie in Emden 500 Mitarbeiter.(rz)

 

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