Wirtschaft
Warenhauskette Kaufhof
Metro setzt Verkaufsgespräche überraschend aus
17.01.2012, 08:47
Uhr
17.01.2012, 08:47
Uhr
abendblatt.de
Der Bieterwettstreit um die Warenhauskette Kaufhof hat ein abruptes Ende gefunden. Metro-Konzern gibt Finanzmarktlage als Grund an.
Der Handelskonzern Metro, der selbst unter schlecht laufenden Geschäften leidet, will nund das Potenzial der Tochter Kaufhof selbst nutzen
Foto: dpa/DPA
Düsseldorf.
Ganz überraschend steht die Metro-Tocher Kaufhof nicht mehr zum Verkauf.
Deutschlands größter Handelskonzern Metro stellt die Verhandlungen mit den
Bietern vorläufig ein. Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt biete keine
geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion, begründete
der Metro-Vorstandsvorsitzende
Olaf Koch am Dienstag die Entscheidung des Konzerns.
Offenbar konnte sich der Handelsriese mit seinen Preisvorstellungen nicht
durchsetzen. „Wir haben immer betont, dass ein Verkauf das Potenzial von
Galeria Kaufhof reflektieren muss. Aus heutiger Sicht können wir das
Ertragspotenzial besser selbst heben, als durch einen Verkauf“, sagte Koch.
Daher habe der Metro-Vorstand beschlossen, die Verkaufsaktivitäten bis auf
Weiteres einzustellen und an der weiteren Wertsteigerung von Kaufhof zu
arbeiten.
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Zuletzt hatte es drei Interessenten für die
Warenhauskette Galerie Kaufhof gegeben, darunter der Investor und Eigentümer
des Konkurrenten Karstadt,
Nicolas Berggruen, und die österreichische Immobilienholding
Signa. Damit war erstmals seit Jahren wieder Bewegung in den
Kaufhof-Verkauf gekommen – er gilt seit Jahren als Wunsch von Metro, war
aber zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden.
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Erschwert worden sein dürften die Verhandlungen auch durch die zuletzt
schlecht laufenden Geschäfte. Nach vorläufigen Zahlen sank der Konzernumsatz
im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro. „Trotz eines
guten Endspurts war das Weihnachtsgeschäft insgesamt enttäuschend“, sagte
Koch.
Ausgerechnet bei Kaufhof war das Geschäft dabei besonders schwach. So sank der
Umsatz der Warenhaustochter 2011 um 3,7 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Im
wichtigen Weihnachts-Quartal lag das Minus sogar bei 4,6 Prozent. Die
ungewöhnliche Witterung habe den Verkauf von Saisonware deutlich
beeinträchtigt, hieß es im Unternehmen. Darüber hinaus habe Kaufhof
begonnen, den Verkauf des margenschwachen Techniksortiments einzustellen.
(dpad/dpa/abendblatt.de)