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Kommentar

Neptun-Werft erfindet sich neu

Die positiven Aussichten der Rostocker Neptun-Werft sind gerade für das strukturschwache Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Nachricht. Denn die Werften an der Ostsee waren in den vergangenen Jahren vor allem durch ihren Personalabbau in den Schlagzeilen. Tausende Mitarbeiter mussten gehen, und die Industrie im Land schrumpfte weiter. Die Übernahme der Neptun-Werft durch Meyer in Papenburg kam da zur rechten Zeit. Zunächst als Reparaturwerft vorgesehen, setzte das Management auf eine Nische - die Flusskreuzer. Das lag schon deshalb nahe, weil die Papenburger als eine der weltweit anerkanntesten Konstrukteure von Hochseetraumschiffen Schützenhilfe leisten konnten. Noch dazu erkämpfte sich Neptun seine Position gegen Konkurrenten, die mit annährend gleichen Bedingungen um Aufträge werben. Denn Schiffe, die auf dem Rhein, der Donau oder der Rhone unterwegs sind, werden immer noch in Europa und nicht von staatlich subventionierten Asiaten gebaut.

Das Beispiel Neptun zeigt dabei erneut, dass sich deutsche Werften behaupten können, wenn sie Spezialschiffe anbieten. Bei ihnen spielt der Preis nicht mehr die alles entscheidende Rolle. Termintreue und lange Einsatzzeiten ohne technische Ausfälle sind ebenfalls wichtig. Spezialschiffbau bedeutet aber auch eine ständige Weiterentwicklung. Neptun geht diesen Weg und befasst sich mit Gastankern und Forschungsschiffen. Das ist ein Zeichen dafür, dass man sich nicht allein auf den Boom bei den Flusskreuzern verlassen will. Das ist vernünftig und weitsichtig.

 

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