Dienstag, 29. Mai 2012, 09:57

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Online-Kredite im Test

EU-Kommissar: Viele Online-Angebote sind mangelhaft

Wer über das Web einen Kredit bezieht, wird in zwei von drei Fällen schlecht beraten. Von 26 deutschen Anbietern weisen 20 Mängel auf.

EU-weiter Test von Online-Kreditangeboten: Verbraucher müssen damit rechnen, dass sie der Web-Kredit teurer zu stehen kommt als zunächst ersichtlich
Foto: dpa

Brüssel. Die Zuverlässigkeit von Kreditangeboten im Internet lässt nach einer Untersuchung der Europäischen Kommission stark zu wünschen übrig. Bei einer Überprüfung von rund 560 Webseiten hätten nur 30 Prozent die einschlägigen EU-Vorschriften zum Verkauf von Krediten oder Kreditkarten eingehalten, erklärte EU-Verbraucherkommissar John Dalli am Dienstag in Brüssel. Zwei Drittel informierten die Kunden nicht ausreichend über die Kreditkonditionen, so dass die Verbraucher Gefahr liefen, einen Kredit ohne Kenntnis der wahren Kosten der Finanzierung aufzunehmen. Von den 26 in Deutschland untersuchten Webseiten wiesen nach Angaben der Kommission sogar 20 Mängel auf. Namen der Anbieter nannte die EU-Kommission nicht.

„Manchmal müssen Personen, die einen Kredit aufnehmen, hinterher feststellen, dass dieser sie letzten Endes teurer zu stehen kommt als ursprünglich erwartet, weil wichtige Angaben missverständlich waren oder fehlte“, sagte Dalli. „Verbraucherkredite sind nicht immer leicht zu verstehen; deswegen gibt es europäische Rechtsvorschriften, die den Verbrauchern dabei helfen sollen, ihre Entscheidungen in voller Kenntnis der Sachlage zu treffen. Es ist äußerst wichtig, dass die Verbraucher von den Unternehmen richtige und vollständige Informationen erhalten. Aufgabe der Kommission ist es, dies zusammen mit den nationalen Aufsichtsbehörden sicherzustellen“, so der EU-Verbraucherkommissar über den vorgenommenen Test. Für diesen Test wurden in 27 EU-Ländern, Norwegen und Island die entsprechenden Internetseiten für Verbraucherkredite untersucht.

+++ Verbraucherkredite werden billiger +++

+++ 13 Prozent Zinsen für den Dispo - Referenzzinssatz gefordert +++

Nach der Verbraucherkredit-Richtlinie muss schon in der Werbung zum Beispiel der effektive Jahreszins angegeben sein, um den Kunden einen Vergleich zu ermöglichen. Diese Angabe fehlte oft. Auch in den Angeboten selbst fehlten wichtige Details, und die Kosten wurden nur unvollständig aufgeführt, wie die Kommission feststellte.

Dalli sagte, die Verbraucher nutzten das Internet immer öfter zu Preisvergleichen bei Krediten. In diesem Sektor gebe es viele Beschwerden. „Ich dränge die Finanzinstitute und Kreditvermittler, die richtigen Informationen bereitzustellen. Die Verbraucher müssen sich auf die Angaben verlassen können“, betonte er. Die nationalen Behörden forderten die Betreiber der beanstandeten Seiten in den kommenden Wochen auf, Werbung und Angebot mit den EU-Vorschriften in Einklang zu bringen. Sollten die Unternehmen – etwa zwei Drittel von ihnen Banken – dem nicht nachkommen, droht ihnen eine Geldstrafe oder letztlich die Abschaltung der Webseite. (Reuters/dpa/abendblatt.de)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus