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Wirtschaft

Arzt sein ist kein Billigjob

Kommentar

Das Bild vom reichen Onkel Doktor - es stimmt nicht mehr. Zumindest trifft es längst nicht mehr auf alle Ärzte zu. Zwar gibt es sicherlich noch genügend Mediziner, die auch Millionäre sind, doch ein großer Teil der Kassenärzte ist knapp bei Kasse. Wenn 30 Prozent der Ärzte finanziell mit dem Rücken an der Wand stehen, müssen die Alarmglocken schrillen. Lange genug war das Gesundheitssystem für alle Seiten ein prall gefüllter Selbstbedienungsladen. Dass hier Ärzten, Pharmaindustrie und Patienten ein Riegel vorgeschoben werden muss, ist völlig richtig. Ob allerdings Behandlungspauschalen in Höhe von rund 35 Euro pro Patient und Quartal wirklich angemessen sind, muss man ernsthaft bezweifeln. Überleben kann hier nur der Arzt, der genügend Privatpatienten in seine Praxis lockt. Für den Mediziner am Jungfernstieg oder in den Elbvororten kein Problem - für den Arzt in Horn, Billstedt, Rothenburgsort oder auch auf dem Land aber sehr wohl. Vor allem sie sind es, die nun kurz vor der Pleite stehen. Das Resultat wird sein, dass diese Regionen nicht mehr vernünftig mit Ärzten versorgt sind. Hier muss der Dauerpatient Gesundheitssystem dringend nachbehandelt werden. Mediziner müssen keine Millionäre sein, aber es kann auch nicht angehen, dass die Verantwortung für Leben und Gesundheit zum Billigjob degradiert und die Motivation, diesen wichtigen Beruf zu ergreifen, im Keim erstickt wird. Unsere Autoren erreichen Sie unter: meinung@abendblatt.de

 

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