Banken

Neue Kritik an Agrargeschäften der Deutschen Bank

Foto: Martin Schutt

Frankfurt/Berlin. Die Kritik an Geschäften der Deutschen Bank mit Agrarrohstoffen ist wieder aufgeflammt.

"Trotz anderslautender Zusagen hat die Deutsche Bank auch ein Jahr nach der von ihr organisierten Konferenz zur Agrarspekulation keinerlei Ergebnisse vorgelegt, wie das Geldhaus in Zukunft mit seinen umstrittenen Spekulationsgeschäften umgehen will", kritisierte die Verbraucherorganisation Foodwatch.

Am 16. April vergangenen Jahres hatte sich der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, in Frankfurt mit etwa 40 Vertretern unter anderem von Foodwatch und der Welthungerhilfe zum Meinungsaustausch getroffen. Im Kern ging es dabei um die Frage: Sind Banken wegen Lebensmittel-Spekulationen mit Schuld am Hunger in der Welt?

Foodwatch erklärte, Fitschen habe kurz nach dem Treffen schriftlich versichert, er werde sich "in ein paar Wochen" melden, "um zu berichten, welche Themen wir wie angehen wollen". In einem weiteren Schreiben der Bank an Foodwatch habe es geheißen, es seien "bereits konkrete Vorschläge in der Diskussions- und Abstimmungsphase".

Ein Deutsche-Bank-Sprecher sagte auf Nachfrage, es sei bei dem vertraulichen Dialog nicht "um die Position der Deutschen Bank bei Agrarinvestments" gegangen: "Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die Finanzprodukte, die die Deutsche Bank in diesem Bereich anbietet, im Interesse der Kunden sinnvoll und auch verantwortlich sind."

Die Kritik richtet sich gegen Finanzprodukte, mit denen Anleger auf die Preisentwicklung etwa bei Mais oder Weizen wetten können. Befürworter betonen die Bedeutung der Geschäfte zur Preissicherung. Kritiker meinen, es gehe vor allem um Spekulation. Dies treibe die Nahrungsmittelpreise auf Kosten armer Menschen in Entwicklungsländern in die Höhe. Andere Banken wie die Commerzbank, Dekabank und DZ Bank hatten ihren Verzicht auf solche umstrittenen Geschäfte erklärt.