Dienstag, 29. Mai 2012, 13:06

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Merkel will Währungssystem stabilisieren

Hochrangiges Krisentreffen in Berlin. Kanzlerin sagt Banken Finanzhilfe zu

Berlin/Brüssel. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will europäischen Banken in der Schuldenkrise notfalls rasch mit frischem Kapital unter die Arme greifen. Damit solle eine Bankenkrise wie 2008 abgewehrt werden, machte sie gestern Abend in Berlin nach einem Treffen mit Spitzenvertretern großer internationaler Finanzinstitutionen deutlich. Zugleich will die Kanzlerin den weltweiten Kapitalfluss schärfer kontrollieren und regulieren. Damit soll das internationale Währungssystem "stabiler und widerstandsfähiger" gemacht werden. Vorschläge dazu würden dem G20-Treffen am 3. und 4. November in Cannes vorgelegt.

Merkel hatte im Kanzleramt unter anderem mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, Weltbank-Präsident Robert Zoellick und dem 78 Jahre alten Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften von 1999, Robert A. Mundell, über die Zukunft des Währungssystems beraten. Anschließend hob sie hervor: "Das internationale Währungssystem und seine Stabilität sind natürlich von größter Bedeutung für eine vernünftige Weltwirtschaftsentwicklung." Derzeit gebe es im globalen Währungssystem keinen Mechanismus, mit dem Ungleichgewichte automatisch korrigiert werden könnten. Nun müsse ein Rahmenwerk zum Umgang mit Kapitalströmen erarbeitet werden.

Über die drohende Bankenkrise sagte Merkel, die Politik müsse den Rat der Fachleute "sehr ernst nehmen". Diese kämen mehr und mehr zur Überzeugung, dass eine Kapitalaufstockung nötig sei. "Ich glaube, wenn die Notwendigkeit dafür besteht, dann ist es vernünftig investiertes Geld, und dann sollten wir nicht zögern, weil die Schäden, die sonst auftreten, um Größenordnungen höher sind." Zunächst aber sollten die Banken selbst zusehen, wie sie an ausreichend Kapital kämen.

"Mit Blick auf Risikopapiere schlagen wir den Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine gemeinsame Aktion vor, die Banken zu rekapitalisieren", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Allerdings sollten die Staaten dazu nicht verpflichtet werden. Angesichts der Milliarden-Engagements der Geschäftsbanken in Staatspapieren europäischer Krisenländer ist das Misstrauen der Banken untereinander gewachsen. "Wir sind entschlossen, alles zu tun, um zu gewährleisten, dass Europas Banken ihre wichtige Rolle bei der Kreditvergabe an Unternehmen spielen können", sagte Barroso nach einem Treffen mit Finnlands Regierungschef Jyrki Katainen.(dpa/rtr)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus