Unternehmenszahlen
Gewinn beim Klinikbetreiber Asklepios bricht ein
Trotz steigender Patientenzahlen schaut das Unternehmen auf ein schlechtes Halbjahr zurück. Hohe Abschreibungen in Griechenland mit Schuld.
Not bei Asklepios? Gewinn bricht ein
Foto: dapd/DAPD
Hamburg. Hohe Abschreibungen in Griechenland und gestiegene Kosten in Deutschland machen dem Klinikbetreiber Asklepios zu schaffen. Der Gewinn sei im ersten Halbjahr auf 6,8 Millionen Euro eingebrochen nach 53,7 Millionen vor Jahresfrist, wie das Hamburger Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Trotz der gestiegenen Patientenzahl sei das erste Halbjahr für Asklepios schwierig gewesen, erklärte Finanzchef Stephan Leonhard, der nun verstärkt auf die Kostenbremse treten will.
Der Konzern sei jedoch trotz seines Engagement in Griechenland, wo er im ersten Halbjahr 37,5 Millionen Euro auf seine Beteiligung von gut 30 Prozent am Athens Medical Center abschrieb, finanziell solide aufgestellt, sagte Leonhard. „Für die in jüngster Zeit vermehrt auftretenden Akquisitionsgelegenheiten in Deutschland sind wir bestens gerüstet.“ Asklepios steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr um sechs Prozent auf 1,19 Milliarden Euro und gehört damit mit Rhön-Klinikum und der Fresenius -Tochter Helios zu den größten privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland. Die drei Firmen hoffen angesichts klammer Kassen bei vielen Kommunen in den kommenden Monaten auf mehr Privatisierungen von öffentlichen Kliniken.
Asklepios muss in die Bietergefechte mit einem neuen Chef gehen, nachdem Tobias Kaltenbach im August überraschend seinen Hut genommen hatte. Sein Nachfolger steht nach Angaben von Asklepios bereits fest. Seinen Namen will das Unternehmen, das dem Gründer Bernard Broemann gehört, jedoch erst im September bekanntgeben, im Februar 2012 soll der Neue die Arbeit aufnehmen. Aufsichtsratskreisen zufolge gibt es im dem Gremium Kritik an der Gangart der Asklepios-Spitze beim Führungswechsel. Der Aufsichtsrat sei über die Ablösung Kaltenbachs und die Bestellung seines Nachfolgers bisher nicht ausreichend informiert worden, sagte ein Insider zu Reuters. Teile des Kontrollgremiums befürchteten, sie sollten die Personalie auf der nächsten Sitzung am 16. September lediglich abnicken. Ein Sprecher des Konzerns wollte sich dazu nicht äußern. (rtr)





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