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Wirtschaft

Hauptversammlung

Volkswagen wächst weiter - Aktionäre fordern mehr Geld

Der VW-Konzern ist mit Rekordgewinnen auf dem Weg an die Weltspitze. Die Aktionäre verlangen daher auf der Hauptversammlung mehr Geld.

Der Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG Martin Winterkorn spricht am Dienstag (03.05.2011) in Hamburg bei der Hauptversammlung des Autobauers Volkswagen. Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen steht ein Umbau des Aufsichtsrates an
Foto: dpa/DPA

Hamburg/Emden. Die Volkswagen-Aktionäre fordern einen größeren Anteil an den üppig sprudelnden Gewinnen des größten europäischen Autokonzerns. „2,20 Euro Dividende. Das ist zu wenig“, sagte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz auf der Hauptversammlung in Hamburg.

Hansgeorg Martius vom Kleinaktionärsverband SDK erklärte, die Ausschüttungsquote von 15 Prozent sei zu niedrig. „Wir fordern 50 Prozent“, sagte er. Auch andere Aktionäre mahnten höhere Ausschüttungen an, angesichts von Rekordgewinnen und rund 19 Milliarden Euro flüssiger Mittel bei VW.

Grundsätzlich äußerten die Aktionäre Zufriedenheit mit dem kräftigten Wachstum des VW-Konzerns bei Umsatz und Gewinn. Konzernchef Martin Winterkorn sagte, VW komme auf dem Weg zum größten Autobauer der Welt wie geplant voran. „Volkswagen liegt mit der Strategie 2018 voll auf Zielkurs“, sagte Winterkorn auf der Hauptversammlung. 2010 seien „wichtige Etappenziele“ erreicht worden.

Winterkorn kündigte an, allein in Deutschland wolle VW wegen des Wachstumsprogramms mittelfristig 5.000 bis 6.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Weltweit sollen 50.000 zusätzliche Jobs entstehen. Ende 2010 beschäftigte der Konzern weltweit 399.000 Arbeitskräfte.

VW will bis 2018 nach eigenen Plänen zum größten Autobauer der Welt heranwachsen. Der Konzern aus Wolfsburg war im Jahr 2010 auf Platz drei nach Toyota und General Motors (GM) angekommen. Branchenbeobachter halten es für möglich, dass VW schon dieses Jahr den vom Erdbeben getroffenen Anbieter Toyota überholt. Offen ist, ob auch der nach einer Insolvenz wieder schnell wachsende US-Anbieter GM eingeholt werden kann.

Winterkorn kündigte an, die neue US-Fabrik von Volkswagen in Chattanooga werde am 24. Mai eröffnet. Dort will VW die US-Version des Mittelklassewagens Passat bauen, mit dem Volkswagen auch auf dem Heimatmarkt GM frontal angreifen will.

Auf der Hauptversammlung steht unter anderem der geplante Zusammenschluss des Unternehmens mit dem Sportwagenbauer Porsche im Mittelpunkt. Winterkorn sagte, die Unternehmen trieben schon jetzt „die operative Zusammenarbeit mit aller Kraft voran“. Bisher stehen aber Klagen gegen Porsche und Steuerprobleme einer schnellen Fusion im Weg.

In der vergangenen Woche hatte VW starke Zahlen für das erste Quartal 2011 vorgelegt: Das Ergebnis der ersten drei Monate nach Steuern stieg von 473 Millionen im Vorjahr auf 1,7 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 30,8 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro zu. Der weltweite Marktanteil stieg von 11,5 auf 12 Prozent.

Winterkorn wiederholte, VW werde 2011 das Rekordergebnis von 2010 übertreffen, als der Konzern 7,2 Milliarden Euro netto verdient hatte.

10 Millionen Autos: VW Emden feiert

Rekordzahlen im Konzern und ein rundes VW-Jubiläum in Emden: Volkswagen liefert dort am Freitag (6.) das zehnmillionste Fahrzeug aus. Konzernspitze, Belegschaft und Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) feiern die Auslieferung des Jubiläums-Passats mit einem großem Fest. Die Fabrik in Ostfriesland hat sich nach VW-Angaben seit der Gründung 1964 zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte entwickelt. Mit 8700 Beschäftigten ist es der größte Arbeitgeber in Emden und Ostfriesland.

VW vor Produktionsstart in den USA

Der Konzern steht kurz vor der Eröffnung des neuen Werks in den USA. Am 24. Mai soll die Serienproduktion des US-Passats am neuen Standort in Chattanooga offiziell beginnen, wie VW-Chef Martin Winterkorn am Dienstag bei der Hauptversammlung in Hamburg mitteilte.

Volkswagen setzt große Hoffnungen in das neue Werk, um den wichtigen US-Markt zu erschließen. Durch die Produktion im Land können die Wolfsburger negative Wechselkurseffekte umgehen. Rund 85 Prozent der Teile des US-Passats kommen den Angaben zufolge aus der Region. VW hat sich vorgenommen, bis 2018 in den USA 800 000 Fahrzeuge der VW-Kernmarke zu verkaufen. Im vergangenen Jahr wurden 256 830 Wagen abgesetzt.

Das eine Milliarde Dollar teure Werk im US-Bundesstaat Tennessee soll mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Jahreskapazität ist auf 150.000 Fahrzeuge ausgelegt.

dpa/dapd

 

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