Staatliche Hilfe für Großbanken?
Kredite: Zusammen mit der bundeseigenen KfW wollen fünf große Geldhäuser ihre Bilanzen entlasten.
Frankfurt/Hamburg. Mit Unterstützung der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wollen sich die Großbanken von riesigen Kreditengagements entlasten. Dazu will die KfW zusammen mit der Deutschen Bank, der Dresdner Bank und der Commerzbank sowie der HypoVereinsbank und der genossenschaftlichen DZ-Bank ein "völlig neues Marktsegment" am deutschen Kapitalmarkt etablieren. Einzelheiten werden auf einer gemeinsamen Pressekonferenz heute in Frankfurt bekannt gegeben, teilte die KfW mit. Im Kern geht es darum, Firmenkredite aus den Bankbilanzen herauszunehmen, indem sie zunächst von der KfW aufgekauft werden. Die Förderbank des Bundes bündelt diese Forderungen und verkauft sie in Form von Wertpapieren an Großanleger wie Fonds und Versicherungen. Dieses Verfahren wird "Verbriefung" genannt. Der Vorteil für die Großbanken: Ihnen fließt durch den Verkauf der Darlehen nicht nur sofort frisches Kapital in Milliardenhöhe zu, sie entlasten gleichzeitig ihre Bilanzen. Wenn die Kredite aus den Büchern verschwinden, dann verbessert sich die Eigenkapitalquote der Bank. Damit erhält sie auch neuen Spielraum für die Ausgabe neuer Darlehen. Vor allem die mittelständischen Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren immer stärker beklagt, für sie sei bei den Großbanken kein Geld mehr da. "Die Banken setzen sich gemeinsam für die Einführung eines völlig neuen Marktsegments in Deutschland ein, das wegweisend für die zukünftige Bedeutung des Finanzplatzes im internationalen Wettbewerb sein wird", hieß es zu den Plänen gestern von der KfW. Bislang hatte sie ähnliche Programme bereits für Mittelstandskredite sowie private Wohnungsbaudarlehen aufgelegt. Im internationalen Vergleich hat Deutschland allerdings noch Nachholbedarf bei der Verbriefung von Krediten. Während dieses Verfahren in den USA schon seit den 70er-Jahren üblich ist, kam es in der Bundesrepublik erst 1995 auf. In Frankfurt wurde gestern betont, dass es sich bei dem Vorhaben nicht um die Gründung eines neuen - staatlich abgesicherten - Gemeinschaftsinstitutes ("Bad Bank") handelt, in dem die Geldhäuser ihre faulen Kredite abladen können. Entsprechende Vorschläge aus der Branche, die der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, bei einem Treffen mit Bundeskanzler Gerhard Schröder ins Gespräch gebracht haben soll, waren in den vergangenen Wochen auf Widerstand gestoßen. Bei den aktuellen Plänen sollten jedoch nur Kredite an Kunden mit guter Bonität verbrieft werden, hieß es in Bankenkreisen.



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