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Wirtschaft

Deutsche essen mehr Fisch - Hamburger bundesweit Spitze

Alaska-Seelachs ist besonders gefragt. Sorge um den Hering

Hamburg. Fisch wird in Deutschland immer beliebter: Der Pro-Kopf-Verbrauch habe im vergangenen Jahr bei 15,7 Kilo gelegen, teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) gestern mit. Im Vorjahr waren es erst 15,5 Kilo. Für die kommenden Jahre rechnet das FIZ sogar mit einer stärkeren Zunahme des Verzehrs. Die eifrigsten Fischesser sind die Hamburger, gefolgt von Sachsen und den Schleswig-Holsteinern.

Besonders beliebt war der Alaska-Seelachs mit einem Anteil von rund 20 Prozent, gefolgt vom Hering mit 18,6 Prozent. Pangasius verzeichnete erneut einen Zuwachs. Sein Anteil stieg von 4,4 auf 6,5 Prozent. Insgesamt habe 2009 der Gesamtverbrauch in Deutschland bei 1,28 Millionen Tonnen Fisch gelegen. In Deutschland gefangen worden seien aber nur 273 000 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte.

Der Vorstandsvorsitzende des FIZ, Stefan Schulze, sagte, dass entgegen anderen Darstellungen nicht 80 Prozent der Weltbestände überfischt seien. "Das Gegenteil ist richtig. 72 Prozent werden optimal genutzt, beziehungsweise lassen Raum für Zuwächse." Allerdings müssten die restlichen 28 Prozent geschont werden. Derzeit gibt es unter Wissenschaftlern große Sorge um einen Bestand des Herings in der westlichen Ostsee, der im Vergleich zum Vorjahr um fast 40 Prozent zurückgegangen ist.

Das FIZ befürwortet strikte Kontrollen und Fangquoten auf EU-Ebene, die sich an wissenschaftlichen Empfehlungen orientieren. Bislang wurden von den Fischereiministern oft Quoten festgelegt, die bis zu 30 Prozent über den von den Forschern empfohlenen Mengen lagen. "Das hat in der Vergangenheit zu Problemen geführt", erklärte der Geschäftsführer des FIZ, Matthias Keller. Für striktere Fangquoten hatte sich auch die EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki starkgemacht.

Um auch Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, sich über die Bestände zu informieren, hat das Rostocker Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut eine Datenbank ins Internet gestellt, die unter fischbestaende.portal-fischerei.de zu finden ist.(bob)

 

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