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Wirtschaft

Ölpest im Golf von Mexiko

BP-Boss Hayward bereitet offenbar Rückzug vor

Ein US-Regierungsbeamter hat den Rückzug bestätigt. Vorstandsmitglied Robert Dudley könnte sein Nachfolger werden.

Tony Hayward (l.) wird offenbar zurücktreten, Bob Dudley könnte bei BP in seine Fußstapfen treten.
Foto: REUTERS

London. Tony Hayward, umstrittener Chef des britischen Ölkonzerns BP, steht laut Medienberichten offenbar vor seiner Ablösung. Die BBC und der „Sunday Telegraph“ berichteten am Sonntag, das Unternehmen habe am Wochenende mit seinem Vorstandsvorsitzenden über die Bedingungen des Abschieds verhandelt. Am Dienstag stellt der Konzern sein Zwischenergebnis vor, noch davor könnte Hayward seinen Ausstieg verkünden. Ein US-Regierungsbeamter hat den bevorstehenden Rückzug unterdessen bestätigt. Der Ausstieg des Vorstandsvorsitzenden werde frühestens am Montag bekanntgegeben, sagte der hochrangige Regierungsbeamte, der anonym bleiben wollte, am Sonntag. Ein führender Mitarbeiter des Ölkonzerns habe ihn Ende der vergangenen Woche über den Schritt informiert.

Hayward war wegen der Ölpest im Golf von Mexiko in die Kritik geraten. Die „Sunday Times“ berichtete, die Unternehmensführung beratschlage über einen Plan, wonach Hayward das Unternehmen verlassen soll, sobald das defekte Bohrloch verschlossen ist. Laut BBC soll es bis Montag eine offizielle Mitteilung des Konzerns geben, laut „Sunday Telegraph“ bis Dienstag.

Der 53 Jahre alte Hayward hat sich wiederholt für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko entschuldigt. Allerdings zog er im Mai, wenige Wochen nach dem Untergang der Plattform „Deepwater Horizon“, den Zorn vieler Amerikaner auf sich, als er sagte: „Ich will mein Leben zurück.“

Der Vorstandsvorsitzende, ausgestattet mit einem Millionengehalt, zeigte erneut wenig Gespür für die Existenzsorgen der Menschen an der Golfküste, als er im Juni an einer Segelregatta teilnahm. Auch die Informationspolitik des BP-Konzerns wurde immer wieder kritisiert. Viele bemängelten, das Unternehmen versuche, die Folgen und das Ausmaß der Umweltkatastrophe kleinzureden.

Als möglicher Nachfolger Haywards ist Vorstandsmitglied Robert Dudley im Gespräch, der seit einigen Wochen die Arbeit der Einsatzkräfte im Golf von Mexiko leitet. Diese Aufgabe übernahm er von Hayward, nachdem die Kritik an dessen Arbeit zu groß geworden war. Dudley wäre bereits vor drei Jahren beinahe BP-Chef geworden, damals setzte sich Hayward aber gegen ihn durch.

(apn/abendblatt.de)

Rückschläge im Kampf gegen die Ölpest:

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dpa
 

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