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Wirtschaft

Elbfahrrinne

"Die geplante Elbvertiefung wird den Anforderungen gerecht"

Jens Meier, Chef der Hamburg Port Authority, spricht über den Druck der großen Reedereien für eine zügige Anpassung der Fahrrinne.

Die "Christoph Colomb" hat Mitte Juli 2010 im Hamburger Hafen festgemacht.
Foto: dpa

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Hamburg. Weltweit führende Container-Linienreedereien wie CMA CGM aus Frankreich und zuletzt Cosco aus China mischen sich in die Debatte um die Elbvertiefung ein. Sie fordern eine zügige Umsetzung der geplanten Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne. Cosco-Chef Wei Jiafu drängte in einer Diskussionsrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am vergangenen Sonnabend in der chinesischen Stadt Xian gar darauf, die Elbfahrrinne deutlich stärker zu erweitern als bislang geplant. Wei verwies darauf, dass Cosco, Chinas führende Reederei, bereits einen großen Teil seines Ladeaufkommens von Hamburg nach Rotterdam verlegt habe und dass man dies im Zweifel fortsetzen werde.

Der Unternehmensverband Hafen Hamburg reagierte gestern auf die Äußerungen der Reedereimanager. "Aufgrund der derzeit geltenden Tiefgangs- und Breitenrestriktionen können die modernen Großcontainerschiffe den Hamburger Hafen nur teilabgeladen und in einem eng begrenzten Zeitfenster anlaufen", sagte der Präsident des Unternehmensverbandes, HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters. "Derartige Einschränkungen sind für die Reeder langfristig nicht akzeptabel." Der Verband dränge daher bei den politisch Verantwortlichen "mit allem Nachdruck darauf", dass die Anpassung der Elbfahrrinne vorangetrieben werde.

Das Abendblatt sprach mit Jens Meier, Chef der Hamburg Port Authority, über die Elbvertiefung und die jüngsten Äußerungen der Reedereimanager.

Hamburger Abendblatt: Herr Meier, der Chef der chinesischen Reederei Cosco, Wei Jiafu, drängt auf eine Umsetzung der Elbvertiefung und -verbreiterung über die bisherige Planung hinaus. Zuvor hat bereits die französische Reederei CMA CGM eine zügige Umsetzung der Planungen angemahnt. Was bedeutet das für die Elbvertiefung?

Jens Meier: Das Verfahren wird nach deutschem und europäischem Recht umgesetzt. Die Einlassungen der Reedereien zeigen allerdings, welche Bedeutung das Thema für die maritime Wirtschaft hat. Cosco oder CMA CGM, wichtige Kunden des Hamburger Hafens, brauchen Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Auch deshalb, weil jetzt eine neue Generation von Großfrachtern in Betrieb geht.

Genügt die Anpassung der Elbfahrrinne in ihrer vorgesehenen Planung? Die weltweit größten Containerschiffe können voll abgeladen auch nach der Vertiefung Hamburg nicht anlaufen.

Die geplante Vertiefung und Verbreiterung wird den Anforderungen des Marktes gerecht. Dass Containerschiffe mit voller Zuladung fahren, ist ja eher die Ausnahme. Ich glaube auch, dass die Schiffe, die in der Nordsee eingesetzt werden, nautisch und technologisch an ihre Grenzen kommen - man denke nur an die Windanfälligkeit dieser riesigen Schiffe in stürmischer Umgebung.

Cosco-Chef Wei hat damit gedroht, Verkehre aus Hamburg abzuziehen, wenn die Elbe nicht vertieft wird.

Ich habe das nicht als Drohung verstanden. Alle Reedereien müssen immer wieder neu kalkulieren, welche Häfen sie mit ihren Schiffen wirtschaftlich anlaufen können. Mit der Elbvertiefung und -verbreiterung in ihrer jetzigen Planung sind wir für die bevorstehenden Herausforderungen gut präpariert.

+++ Info: Elbvertiefungen +++

Cosco würde sich - wie in anderen Häfen auch - gern am Ausbau des Hamburger Hafens beteiligen. Was kann Hamburg der Reederei anbieten?

Ansprechpartner dafür sind in erster Linie die Terminalbetreiber, in Hamburg also die HHLA und Eurogate. Das wird konkret zu besprechen sein, wenn die Planungen für den neuen Terminal Steinwerder abgeschlossen und politisch bestätigt sind. Wie dieser Terminal von wem genutzt wird, ist ja heute noch völlig offen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Gespräch mit Cosco-Chef Wei darauf verwiesen, dass es für Schiffe mit sehr großen Tiefgängen künftig auch den Tiefwasserhafen Wilhelmshaven gibt. Würde es nicht Sinn machen, dass Hamburg und Wilhelmshaven noch einmal über Kooperationen diskutieren?

Unsere Aufgabe hier ist es, den Hamburger Hafen für die ökonomischen und nautischen Herausforderungen vorzubereiten und eine erfolgreiche Arbeit zu gewährleisten. Wilhelmshaven ist nach meiner Einschätzung vor allem als Transithafen konzipiert - während Hamburg einen besonders hohen Anteil an Containern mit regionalem Ziel umschlägt. Man darf ja nicht vergessen: Auch Cosco möchte sein Geschäft in Hamburg ausbauen, gerade wegen der sehr guten Standortbedingungen. Ich sehe Wilhelmshaven in dieser Hinsicht eher als künftige Konkurrenz zu Bremerhaven und zu Rotterdam.

 

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